Full text: Einladungs-Schrift der K. Polytechnischen Schule in Stuttgart zu der Feier des Geburtsfestes Seiner Majestät des Königs Wilhelm von Württemberg auf den 27. September 1854 (1854)

  
  
+ 15 Pei 
zusammengestellt werden. Es ist dabei hauptsächlich der Satz zum Grunde gelegt, dass eine Construction 
um so zweckmässiger ist, nämlich um so weniger Material erfordert, je gleichmässiger alle ihre einzelnen 
Theile in Anspruch genommen werden. Vorausgesetzt ist dabei, dass die Balken frei aufliegen, und gleich- 
fürmig, oder wie Brückenträger, belastet sind. 
1. Beide Flantschen können von der Mitte nach den Enden hin an Querschnitt abnehmen, unge- 
fähr nach demselben Gesetze, wie die Ordinaten einer Parabel, Fig. 26. 
2. Die Nietverbindungen zwischen den Winkeln und Schienen der Flantschen sind so anzuordnen, 
dass weder ein Abschieben beider an den Enden (Versuche Nro. 8 und 11), noch ein Spalten der oberen 
Flantsche stattfinden könne (vergl. die Versuche 10, 14 und 15, und das in Col. 7., pag. 5, darüber Gesagte). 
3. Die obere Flantsche braucht, wenn sie breit genug, nämlich in Abständen mindestens gleich 
ihrer zehnfachen Breite geführt ist, *) nicht stärker zu seyn als die untere. 
4. Die zweckmässigste Lage der Gitterstäbe ist unter 45°. 
5. Das Gitter kann von den Enden bis gegen die Mitte hin schwücher werden, in demselben Verhilt- 
nisse, wie die Abstände von der Mitte abnehmen. 
6. Eine solide, den Querschnitten der Stäbe entsprechende Befestigung des Gitters an den Flantschen 
ist wesentlich **) ; hingegen können die Nieten an den Kreuzungen der Stäbe viel schwächer seyn. 
  
7. Verticalpfosten bilden eine wesentliche Verstürkung des Gitters. Sie sollten einander so nahe 
stehen, dass sich die Flanschen dazwischen nicht merklich einbiegen können. Am nöthigsten sind sie über 
den Auflagern. 
8. Sind solche Pfosten vorhanden, und liegen die Gitterstäbe unter 45°, so kann man, aus dem 
gegebenen Querschnitte der unteren Flantsche in der Mitte, die entsprechende wirksame (d. i. um die 
Nietlöcher verminderte) Querschnittsfläche der am meisten belasteten Gitterstäbe (der gespannten, im Felde 
dicht am Auflager) finden, indem man die Fläche des Flantschenquerschnittes mit dem achtfachen recht- 
winklig gemessenen Abstande der betrachteten Stäbe von einander, multiplicirt, und durch die freitragende 
sok) 
Balkenlànge dividirt. **** 
9. Wenn der Druck der Auflager gehürig auf Pfosten übertragen ist (vergl. Punkt Nro. 7 und pag. 14), 
so können die gepressten Stäbe in der Nähe der Balkenenden schwächer gehalten werden als die gespannten. 
Gewiss könnten bei gehöriger Beachtung der vorstehenden Regeln die Constructionsverhältnisse 
*) Bei den Versuchen hielten nämlich beide Flantschen bei gleichem Querschnitte ungefähr gleiche Belastungen 
aus. Die Breite der oberen Flantsche betrug 4”, der Abstand der Führungen 4“, das Verhältniss beider war 
somit wie 1 : 10. 
**) Die Stärke der hierzu dienenden Nieten muss in passendem Verhältniss stehen zur Stärke der Gitter- 
stäbe. Wäre jeder einzelne Stab durch eine einzige besondere Niete zwischen den beiden Winkeln befestigt, so 
sollte (da beim Schmiedeisen die absolute Festigkeit der Scheerfestigkeit ungefähr gleich ist) der Querschnitt jeder 
Niete halb so gross seyn, als der des entsprechenden Stabes, 
***) Diese Regel ergibt aus den Formeln (6) und (8) des vorigen Paragraphen, indem man M und KM in 
Funktion der gleichfórmigen Belastung, und l im Horizontal - Abstande der Stäbe ausdrückt, die Belastung aus 
beiden Gleichungen eliminirt, und die Querschnitte proportional den Krüften (S und F) setzt. Die Länge des 
Construc- 
tionsregeln. 
EER 
  
 
	        

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