Volltext: Einladungs-Schrift der K. Polytechnischen Schule in Stuttgart zu der Feier des Geburtsfestes Seiner Majestät des Königs Wilhelm von Württemberg auf den 27. September 1854 (1854)

  
  
  
Brüche im 
Gitter. 
Brüche in 
der oberen 
Flantsche. 
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« Zur Erklärung und Ergänzung dieser Tabelle mag Nachstehendes dienen. 
Die Zahlen der ersten Columne geben sowohl die ehronologische Ordnung der Versuche an, als auch 
mit Rücksicht auf die entsprechend nummerirte Figur 13 auf Tafel II. die Lage der Bruchstellen und 
deren Reihenfolge in Beziehung auf Tragfühigkeit; denn offenbar hatte jede Stelle um so mehr aus- 
zuhalten, je spüter sie zum Bruche kam. 
Im scheinbaren Widerspruche hiermit sind, nach. Columne 3 und 4, einzelne spätere Bruchgewichte 
kleiner als die vorhergehenden. Bei Nro. 10 und 15 erklärt sich dieses aus der unmittelbar vorhergegangenen 
absichtlichen Schwächung der oberen Flantsche (vergleiche Columne 7); in den anderen Füllen mag es 
darin seinen Grund gehabt haben, dass in Folge der ófteren starken Belastungen nach und nach alle Theile 
des Modells etwas an Festigkeit verloren. 
Nach Columne 2 und Fig. 13. kamen die Brüche theils in der oberen, theils in der unteren Flantscho. 
theils im eigentlichen Gitter vor. 
Die lezteren, von denen die Figuren 15, 16 und 20. Beispiele geben, beschrünkten sich in der 
Regel auf je ein einziges, zwischen zwei Verticalpfosten gelegenes Gitterfeld; diess wurde, wie Fig. 14 
zeigt, verschoben, nümlieh aus dem Rechteck in ein Rhomboid verwandelt, während die Balkentheile zu 
beiden Seiten ihre ursprüngliche Form beibehielten. Nur wenn aus Versehen die Fallhöhe beim Bruche 
zu gross war, wurde noch ein zweites Feld verletzt (so bei Nro. 3, siehe Fig. 16). Der Bruch schien 
in der Regel von der Verbindung des Gitters mit der oberen Flantsche auszugehen und mit der Niete a, Fig. 15 
und 16, zu beginnen. Bei Nro. 1b, 2 und 4 wurden ausserdem die Winkel von der Schiene der unteren 
Flantsche losgerissen (siehe Fig. 15). Bei Nro. 17 und 18 (vergl. Fig. 20.) wurden nicht nur Nieten, 
sondern auch einzelne Stäbe zerrissen, und zwar solche, welche an den Enden durch mehr als eine 
  
Niete befestigt waren. In ‘der Hauptform zeigten alle gebrochenen Gitterfelder abgesehen von den 
beiden kleineren an den Enden — eine überraschende Aehnlichkeit; alle waren nach der Seite der ge- 
pressten Stäbe hin, in der Weise der Fig. 15 und 16 ausgebaucht. Dieses wurde schon vor dem Bruche, 
unter viel geringeren Belastungen (z. B. bei Nro. 2 schon unter 1000 Pfund Gesammtbelastung), bemerkbar, 
und trat bei Vermehrung der Belastung immer stärker hervor. Sämmtliche Gitterbrüche erfolgten plötzlich. 
Die Reperaturen und Verstärkungen bestanden darin, dass, nachdem das Feld in die ursprüngliche Form 
zurückgebogen war, von jeder Seite her eine starke Blechtafel zwischen Flantschen und Pfosten einge- 
passt und mit den Winkeln, so wie mit der anderen Tafel vernietet wurde (Fig. 16, 20). 
Die obere Flantsche wurde, je nachdem die Schiene mit den Winkeln durch mehr oder weniger 
Nieten zusammengehalten war, entweder, wie Fig. 19 zeigt, im Ganzen seitlich ausgebaucht (so bei 
Nro. 12, 13, 14 und 16), oder sie wurde (bei Nro. 10 und 15) nach Art der Fig. 18 „zertrennt“ , nämlich 
die Schiene von den Winkeln losgerissen. Ersteres erstreckte sich ausser der eigentlichen Bruchstelle, 
wo die Bewegung begann, auch auf die benachbarten Flantschentheile und erfolgte allmälig und ge- 
räuschlos, während im lezteren Falle der Bruch sich auf ein Flantschenstück beschrünkte und plötz- 
licher eintrat. 
  
 
	        

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