Full text: Jahres-Bericht der Königl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Schuljahr 1864/65 (1864)

  
—33- 5 Eee 
Vierte Periode. 
Das Einfahren des Wagens. 
l. Das Streckwerk steht still. 
2. Der Wagen lüuft gegen das Streckwerk hin, und zwar Anfangs mit beschleunigter, spüter mit verzügerter 
Bewegung. 
3. Die Spindeln drehen sich in derselben Richtung wie beim Ausfahren und Nachzwirnen, nicht aber wie 
früher mit gleichförmiger, sondern mit beschleunigter Bewegung. 
4. Der Aufwinder erhebt sich und legt die Fäden in spiralförmigen Gängen auf den obern Theil der bereits 
gebildeten Kótzerparthie. 
5. Der Gegenwinder àándert seine Lage nur so viel, als zur Erhaltung der Spannung nóthig ist. 
Der Mechanismus, welcher zur Herbeiführung dieser verschiedenen Bewegungszustánde bei den von Parr, 
Curtis & Madely in Manchester gebauten Selfactors angewendet wird, ist durch die Figuren auf Tafel I und II 
in seinen Haupttheilen dargestellt und soll im Folgenden betrachtet und erlüutert werden. Es sind die Stellungen 
der einzelnen Theile in den oben festgestellten vier Bewegungsperioden gezeichnet, und zwar geben die Figuren 
der ersten Vertikalreihe (Fig. 1l, 4, 7, 10) die Ansicht des Triebstockes von hinten, die Figuren der zweiten Ver- 
tikalreihe (Fig. 2, 5, 8, 11) die Seitenansicht. In diesen acht Figuren sind alle diejenigen Theile, welche in einer 
gewissen Periode treibend oder wirklich arbeitend auftreten mit schwarzer Farbe angegeben, ebenso auch der ganze 
Steuerungsmechanismus, d. h. diejenigen Theile, durch deren Thiitigkeit beim Uebergang von einer Periode zur andern, 
oder bei einer Umsteuerung, die nothwendigen Veründerungen im Bewegungszustand herbeigeführt werden. Alle 
diejenigen Theile hingegen, welche zu einer gewissen Periode entweder ganz still stehen oder nur zufällig mit- 
laufen, ohne eine direkt auf den Spinnprocess sich beziehende Thätigkeit auszuüben, sind mit blauer Farbe ange- 
geben. Durch die Figuren der dritten Vertikalreihe (Fig. 3, 6, 9, 12) sind die auf dem Wagen angebrachten Theile 
dargestellt, welche speciell zur Bewegung des Auf- und Gegenwinders dienen. 
Es ist hierbei noch zu bemerken, dass die Zeichnungen keine Aufnahmen, keine getreuen Bilder der wirklich 
ausgeführten Maschine darstellen. Es sind mehrere Theile in ihren Dimensionen veründert, nüher zusammen oder 
weiter auseinander gerückt worden, als es in Wirklichkeit der Fall ist, wo vielfache Deckungen vorkommen, um 
auf diese Weise leicht übersichtliche Bilder zu erhalten. Die in der Achsenrichtung gesehenen Riemen- und Schnur- 
scheiben sind durch zwei volle Kreislinien, die in derselben Richtung gesehenen Stirnrüder durch eine ausgezogene, 
den Zahnfuss, und eine punktirte, den Theilkreis andeutende Kreislinie dargestellt. Gleiche Theile sind in allen 
12 Figuren mit gleichen Buchstaben bezeichnet. 
Auf der horizontalen Welle a,, welche die Haupttriebwelle der ganzen Maschine bildet, sitzen zwei mit I und II 
bezeichnete Riemenscheiben. Die Riemenscheibe I ist fest auf die Welle gekeilt, wogegen die durch eine Hülse 
mit dem Trieb d, verbundene Riemenscheibe II in keiner Verbindung mit der Welle a, steht, sondern sich nur 
lose auf derselben dreht. Liegt also der Riemen auf der Scheibe I, so werden alle fest mit der Welle a, verbun- 
denen Theile direkt getrieben; liegt er aber auf der Scheibe II, so werden zunüchst nur die mit dem Trieb d, in 
Verbindung stehenden Rüder d,, d,, d, u.s. w. in Bewegung gesetzt. Die zum Ausrücken der ganzen Maschine 
dienende Losscheibe denken wir uns am Deckenvorgelege angebracht. 
Ferner sitzt auf der Haupttriebwelle a, noch ein grosses Stirnrad e, ebenfalls lose. Dieses mit dem Trieb d, 
in Eingriff. stehende Rad ist mit einem in die Riemenscheibe I hineinragenden Friktionskonus fest verbunden, so 
dass das Rad e, und die Riemenscheibe I in oder ausser Verbindung gesetzt werden kónnen, je nachdem man das 
Rad e, gegen die Riemenscheibe I andrückt, oder von derselben zurückzieht. Am vordern Ende der Welle a, 
befindet sich noch ein Kegelrad b, und dieses steht im Eingriff mit dem Kegelrad b,, das auf einer Hiilse B, 
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.