Full text: Jahres-Bericht der Königl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Schuljahr 1864/65 (1864)

  
Erste Periode. 
Das Ausfahren des Wagens. 
Taf I. Fig. 1—3. 
Der Betriebsriemen liegt auf der Riemenscheibe I, treibt also direkt die Hauptwelle a,. Die auf den Winkel- 
hebel L einwirkende Herzscheibe B, steht so, dass die Zahnkuppelung t, eingeriickt, folglich die Verbindung des 
Vordercylinders r, mit der Hülse s, hergestellt ist. Die den Hebel P bewegende Herzscheibe B, hat dessen 
gegabeltes Ende in die hüchste Lage geführt, dadurch eine Senkung des mit der Schiene u, verbundenen Triebes c, 
und in Folge dessen die Verbindung der Wagenauszugswelle c, mit dem Betriebsmechanismus herbeigeführt. Bei 
dieser Stellung des Hebels P hat der zwischen Drehpunkt und Gabel angebrachte Stift die Schleife der vertikalen 
Stange K gefasst, hält diesselbe sowie die damit verbundene obere Hälfte der Zahnkuppelung g, in der höchsten 
Lage und verhindert dadurch das Einrücken der Wageneinzugswelle ij. Der mit dem untern Ende der vertikalen 
Stange K verbundene kniefórmig gebogene Hebel H hat die in Fig. 1 sichtbare Lage; sein rechtes Ende befindet 
sich in tiefster Stellung ohne von dem Winkelhebel E berührt zu werden. Die am Ende des horizontalen Armes 
des Winkelhebels E angebrachte Schraube E; steht in sehr geringer Entfernung von der Nase Di 
Die Bewegung geht sonach in folgender Weise vor sich. 
Die Rotation des Vordercylinders wird von der Hauptwelle a, durch die Kegelrüder b, urd. b, herbeigeführt. 
Die Bewegung des Wagens wird bewirkt durch die Ráder.b,, b,, €,, Cas Cas Cas Cs Die Drehung der Spindeln 
erfolgt durch das über die Scheiben f fp fas f fos f geführte Seil f. 
Zweite Periode. 
Das Nachdrehen der Fäden. 
Taf. I. Fig. 4—1. 
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Ist der Wagen W fast an das Ende seines Weges gekommen, so fängt die am Vordertheil des Wagens ange- 
brachte Gabel G den nach oben gerichteten Arm des Winkelhebels F, drückt denselben nieder, bewirkt dadurch 
eine Compression der Spiralfeder E, und gleichzeitig eine geringe Verschiebung der Stange E,, in Folge deren der 
am untern Ende des mit der Stange E, verbundenen Winkelhebels E angebrachte Ausschnitt sich um einige Milli- 
meter über das Ende des kniefürmig gebogenen Hebels H schiebt, dadurch den Hebel H sammt allen mit :hm 
verbundenen Theilen abfängt und ihn verhindert in eine andere Lage überzugehen, wenn auch der am Hebe. P 
angebrachte Stift ihn nicht mehr halten sollte. Die Spannung der Spiralfeder E; äussert wohl das Bestreben den 
Ausschnitt des Hebels E weiter als einige Millimeter über das Ende des Hebels H zu schieben, es kann aber doch 
eine weitere Verschiebung‘ zunächst nicht Statt finden, da die Drehung des Winkelhebels E ihre Grenze findet, 
wenn die Schraube E, mit der vom Riemenführer D ausgehenden Nase D, in Berührung kommt. 
Einen Moment nach Eintritt dieser eben besprochenen Veränderungen gelangt der Wagen an das Ende seines 
Laufes und jetzt drückt eine an der Aufwinderwelle angebrachte Rolle den Vorsprung A, des Steuerungsbalanciers A 
nieder, hebt dadurch die linke Seite des Balanciers und folglich auch die an denselben angehängte Steuerungs- 
platte B,. Durch diese Erhebung der Steuerungsplatte wird die Zahnkuppelung B,, B, eingerückt, die Steuerwelle B 
kommt in Verbindung mit der Welle T und erstere führt eine halbe Umdrehung aus, worauf sie wieder zur Ruhe 
kommt. 
Die Resultate dieser halben Umdrehung der Steuerwelle B sind folgende. 
1. Durch Drehung der Herzscheibe B, um 180^ wird der Winkelhebel L so verstellt, dass er die Zahnkup- 
pelung t, auslöst, folglich die Verbindung zwischen dem Vordercylinder r, und der denselben zum Theil 
umgebenden Hülse s, aufhebt und dadurch das Streckwerk ausser Thätigkeit setzt. 
2. Die Drehung der Herzscheibe B, bewirkt eine Erhebung des linken Endes des Hebels P. Dadurch wird 
mittelst des Stiftes R die die Ráder c,, c,, c, tragende Schiene u, gehoben, die Räder c, und c, kommen 
 
	        

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