Full text: Jahres-Bericht der Königl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Studienjahr 1867/68 (1867)

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Besonderer Fall, wo die Gewölbschenkel unverhältnissmässig stark sind. — Dieser beispielsweise in 
Fig. 26 angenommene Fall unterscheidet sich von den bisher betrachteten (wie z. B. in Fig. 24) dadurch, dass die 
günstigste Curve durch die Mitte der Scheitelfuge geht, ausserdem aber hóchstens noch Eine Bruchfuge B' hat, in 
welcher wieder dieselbe Maximalpressung wie bei B stattfinden muss, so dass nach dieser Bedingung die Curve sich 
durch Probiren bestimmen lüsst. Es kommt dieser Fall besonders bei Halbkreisgewülben und Korbbügen vor, welche 
mit einer nach dem Kämpfer hin stark zunehmenden Hintermauerung Fig. 26 versehen sind; denn auch diese ist, 
wenn sie mit dem Gewölbe in Verband gebracht, und besonders wenn darin der gewólbartige Fugenschnitt fortgesetzt 
ist, im Stande, einen Theil der Fugendrücke aufzunehmen; 
Annüherungsmethode für flache Stichbügen. — Wenn ein solches Gewülbe nur sein eigenes Gewicht, oder 
wie bei Brücken eine horizontal abgeglichene, nur wenig über den Gewülbscheitel hinaufragende Belastung zu tragen 
hat, so ist, wie die Fig. 10 und 11 zeigen, die mathematische Stürke nur gering und folglich die günstigste Curve 
nur wenig von der Mittellinie des Gewólbes abweichend (abgesehen von dem bei dieser Gewülbform seltener vor- 
kommenden Falle Fig. 26, wo die Zunahme der Gewôlbstärke nach de” Kämpfern zu unverhältnissmässig gross wire). 
Man kann dann als Punkte der günstigsten Curve ohne Weiteres die Mittelpunkte der Kümpfer- und Scheitelfuge 
annehmen. Dieselbe Methode kann aber auch auf stark hintermauerte Halbkreise oder Korbbógen Anwendung finden, 
wenn man den Theil oberhalb der Hintermauerung als selbstständigen Stichbogen betrachtet, 
Seheitelpressung einiger grósserer Brückengewólbe, — Die in folgender Tabelle enthaltenen Resultate 
bezüglich einiger grósserer Brückengewólbe sind durch das vorige AÁnnáüherungsverfahren gefunden worden, also für 
die Korbbógen, welehe sümmtlich hintermauert und mit hinlinglich starken Widerlagern versehen sind, durch 
Betrachtung des obersten Kreissegments als selbstündigen Stichbogens. 
Scheitelpressung. 
Bezeichnung der Brücke. 
Neckarbrücke bei Cannstatt (Mittelbogen) . . . . . . . 
Desgl. (Endbôgen) . . . o on s 
Enzbrücke bei Besigheim (Mittelbogen) . . . . . . . . 
Neckarbrücke bei Ladenburg . . . . . . + . . . . 
Brücke über die Seine bei Neuilly . . . . . . . . . . 
Brücke über die Oise bei S. Maixence . . . . . . . . 
Neue Elbbrücke zu Dresden . . . . . . Cee 
Neue Londonbrücke über die Themse . Cee ee 
Brücke über die Dora Riparia zu Turin o 
Bogenform. 
AY 
Stichbügen. 
Desgl. 
Desgl. | 
Desgl. 
Korbbógen. 
Stichbógen. 
Korbbógen. 
Desgl 
Desgl. 
Spannweite, 
(Do 
ry 
Ay AR ER FC 
187,62 
187,62 
227.92 
217,00 
387,98 
237,39 
287,32 
467,33 
457,00 
Drückende 
Mauerhöhe. 
o — 
| 88" 
ar” 
44" 
63* 
q4" 
75° 
96^ 
102” 
113" 
Kilogr. pro 
[ )Centim., 
wenn spez. 
Gew. — 2.9. 
Kil. 
4 
10,3 
9,7 
13,9 
16,1 
16,5 
21,1 
22,4 
24.9 
Die kühnste dieser Brücken wäre somit die zu Turin mit 113” Druckhöhe, resp. 25,2 Kilogr. Pressung.
	        

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