Full text: Jahres-Bericht der Königl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Studienjahr 1867/68 (1867)

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eines Damenzimmers von 26—27 Quadratmetern und eines Kabinets neben dem Damenzimmer von 
11—12 Quradratmeter Grundfläche zu vergrössern, wohingegen die auf dem Plane mit Nr. 11 u. 12 
bezeichneten Räumlichkeiten mit zu dem Wartsaal zweiter Klasse gezogen werden können. 
v) Für dert Produktenverkehr sind Nebengeleise von 250 bis 300 Meter nutzbarer Länge erforderlich, 
nebst einer Centesimalwage und einer Laderampe für Quader und Bauholz. 
J) Der Verkehr mit Frachtgut bedarf eines Güterschuppens, welcher 450 bis 500 Quadratmeter Lager- 
raum und vier Expeditionszimmer von (zusammen) 70—'75 Quadratmeter Grundfläche enthält, ferner 
Geleise zum Aufstellen und Laden der Güterwagen, sowie zum Ordnen der Güterzüge von 650 
bis 700 Meter nutzbarer Linge. Bei Herstellung dieser Anlagen ist zu berücksichtigen, dass auf 
der Hauptbahn Güterzüge von 110 bis 120 Axen vorkommen. 
3) Für den Maschinendienst wird nach Exóffnung der Zweigbahn eine Lokomotivremise mit vier Maschinen- 
stinden erforderlich sein, in deren Nahe eine Cokeladebühne, Reinigungsgruben u. s. w. anzulegen 
sind. Der auf dem Plane mit Nr. 36 bezeichnete Cokeraum ist entbehrlich und kann nach Bedart 
beseitigt werden.* Die Wasserstation links vom Hauptgebäude, der Wagenschuppen, die Laderampe 
und die Nebengebäude können unverändert beibehalten‘ werden. Die auf dem Plane gezeichneten 
Ueberfahrten dürfen nicht. verlegt werden. Ausser diesen Ueberfahrten sind in einer Entfernung 
von 650 Meter von der Mitte des Hauptgebáudes an gemessen, weder rechts noch links von dem- 
selben andere Ueberfahrten vorhanden. Es ist ebenes Terrain anzunehmen, welches die Bahnhofs- 
erweiterung nach allen Seiten gestattet, auch sind die Gradienten der Hauptbahn sowohl, wie die- 
jenigen der Zweigbahn in der Nachbarschaft des Bahnhofs horizontal. Die Entwässerung der Bahn- 
hofsplanie ist nach dem auf dem gegebenen Situationsplane mit W. W. bezeichneten Wasserzuge 
zu beschaffen. 
Die Preisbewerber haben folgende Arbeiten einzuliefern: 
1) Eine Skizze des Bahnhofplanes im Massstab von 1:1000, in welcher die vorhandenen Geleise, 
Gebäude u. s. w. mit schwarzer, die neu hinzukommenden mit rother Farbe — ohne Berücksich- 
tigung der Details — anzudeuten sind. 
2) Einen vollständig durchgearbeiteten Situationsplan des Bahnhofs im Massstab 1:500, aus welchem 
sämmtliche Geleis- und Weichenanlagen, die Grundrisse der Gebäude, die Entwässerungskanäle, 
die Wegeanlagen, die Einfriedigungen u. s. w. zu ersehen sind. Die Zeichnungen sind nach Meter- 
mass zu arbeiten. 
3) Eing schriftliche Motivirung des Projects, in welcher namentlich hervórzuheben ist, welche Weichen 
die von den verschiedenen Richtungen ankommenden und die nach den verschiedenen Richtungen 
abfahrenden Personen- und Güterzüge zu passiren haben werden. 
Die Fachschule erhielt zwei Bearbeitungen dieser Aufgabe, welche folgende Beurtheilung fanden : 
Die erste Arbeit mit dem Motto: „Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten“ 
entspricht im Allgemeinen dem gestellten Programm, sie leidet jedoch an unterschiedlichen Müngeln, von 
denen die wesentlicheren folgende sind: — 
Geleise und Gebäude des Bahnhofs sind in allzu gedrüngter Weise gruppirt, es ist nicht der nóthige 
Raum für Geleiserweiterungen, welche bei zunehmendem Verkehr erforderlich werden, offen gehalten, und es 
wären auf einem Güterbahnhof, wie solcher projectirt ist, kaum irgend welche Rangirarbeiten ohne Be- 
rührung der Hauptgeleise vorzunehmen. 
Die Geleise des Bahnhofs sind ferner so gelegt, dass der rechts vom Hauptgebüude belegene Fahr- 
weg dieselben in hóchst nachtheiliger Weise durchsetzt.
	        

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