Full text: Jahres-Bericht der Kgl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Studienjahr 1872-1873 (1872)

  
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Ihr Verfasser ist Friedrich Thiersch von München, Studirender der Architektur- 
fachschule. 
II. Die Ingenieurfachschule 
hatte den Entwurf eines Gebäudes für eine Industrieausstellung verlangt: 
Das Gebäude besteht aus einem Mittelbau, dessen Grundriss einen Kreis oder ein regel- 
mässiges Polygon von 48m Durchmesser bildet, und aus 4 Seitenflügeln von 24m lichter Weite 
und 32m Länge. Die geringsten Dimensionen des lichten Profils, welches von den Konstruk- 
tionstheilen nicht durchschnitten werden darf, sind für die Kuppel in Figur 2 (war der Aufgabe 
beigelegt) und für die Seitenflügel in Figur 3 angegeben. 
Es werden verlangt: 
1) Grundrisse und Durchschnitte einer Gebäude-Hälfte im Maasstab 1: 200; aus 
welchen man die Dimensionen des Mauerwerks, die Anordnung und die Grössen der 
Licht- und Zugangs-Oeffnungen, die Lage der Dachträger und die Form der Dach- 
flächen erkennen kann. 
2) Zeichnungen der Dachkonstruktionen für die Kuppel und für die Seiten-Flügel 
im Maasstab 1:50 mit eingeschriebenen Massen. 
Es ist Werth darauf zu legen, dass die Dachträger geringe Höhen-Dimensionen 
erhalten und den Dachflächen möglichst sich anschliessen. 
3) Zeichnungen der wichtigeren Konstruktionsdetails im Massstab 1:10. 
4) Nachweisung der Tragfähigkeit der Dachträger und der Stabilität der Seitenmauern. 
Diese Aufgabe fand keine Lösung. 
III. In der Maschinenbaufachsehule 
lautete die Aufgabe: 
Für das Montirungslokal einer Locomotiven-Fabrik, in welches 10 parallele Geleise aus- 
: .. CS . . . . . À * 
münden, auf denen die Locomotiven montirt werden, soll ein Laufkrahn mit 10 Meter Spannweite 
konstruirt werden, mittelst dessen 4 Arbeiter im Stande sind, Lasten bis zu einem Gewicht von 
35,000 Klg. zu heben, auf den übrigen Geleisen fortzuschaffen und in beliebig geneigter Lage 
herabzulassen. Die Säulen, welche zur Unterstützung der Schienen dienen, auf welchen sich die 
Räder des Laufwagens bewegen, liegen von Mittel zu Mittel 6,5 Meter von einander ab. Diese 
Schienen sollen circa 6,5 Meter über dem Boden des Lokals liegen. Der Durchgang durch die 
Gallerien soll durch den Krahn und die an demselben beschäftigten Personen in keiner Weise 
beschränkt werden. 
Es wird gefordert: 
: UT 
1) eine Zusammenstellung in 1/20 der wahren Grüsse, 
  
 
	        

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