Full text: Jahres-Bericht der Königl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Studienjahr 1875-1876 (1875)

  
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Ein Kandidat, welcher ein Diplom als Lehrer der deutschen Sprache oder über seine Kenntnisse in 
derselben erhalten will, wird geprüft: 
1) in deutscher Sprache, 
2) in deutscher Literatur, 
3) in Altdeutsch und Latein, 
4) in Kulturgeschichte. 
Bei den Diplomkandidaten für englische, für französische oder italienische Sprache treten diese Spra- 
che und Literatur an Stelle der deutschen, daneben werden Kenntnisse im Lateinischen, in deutscher Sprache 
und Bekanntschaft mit der betreffenden englischen, französischen oder italienischen Geschichte und Kulturge- 
schichte gefordert. 
Bei den Diplomkandidaten für deutsche Literaturgeschichte tritt von dem Programm für Lehrer der 
deutschen Sprache 2) an Stelle von 1) und 1) an Stelle von 2). 
Bei den Diplomkandidaten für Geschichte und Geographie werden verlangt : 
1) Geschichte und Geographie, 
2) deutsche und eine andere moderne Sprache: französisch oder englisch, 
3) lateinisch oder griechisch, 
4) Kulturgeschichte, 
Bei den Kandidaten für Kunstgeschichte wird verlangt: 
1) Kunstgeschichte im Allgemeinen, 
2) Aesthetik, 
3) lateinisch oder griechisch und von den modernen Sprachen italienisch und französisch, 
4) Geschichte und Geographie mit besonderer Berücksichtigung der Kulturgeschichte, 
5) Kenntnisse im Zeichnen, 
Bei den Kandidaten für Aesthetik bleibt vorstehendes Programm, nur wechseln 1) und 2) mit einan- 
der und kommt 5) in Wegfall. 
IV. Prüfungszeugnisse. 
§. 8. 
Die Prüfungszeugnisse werden nach folgenden Abstufungen ertheilt: 
Ia,, ausgezeichnet ; 
Ib., recht gut; 
IIa., gut; 
IIb., ziemlich gut bis guí; 
IlIa., ziemlich gut; 
IIb., zureichend. 
8. 9. 
Das Resultat der Prüfung wird vom Kommissionsvorstand der Direktion mitgetheilt und von dieser 
eine von simmtlichen Kommissionsmitgliedern unterschriebene Urkunde darüber ausgestellt. 
Im Etat der Schule pro 1875/76 wurde eine Hauptlehrstelle fiir Zoologie und An- 
thropologie neu verabschiedet, deren Inhaber zugleich an der Kónigl Akademie in Hohenheim 
Unterricht zu ertheilen hat. 
Der Unterricht im Fache der Baukonstruktionslehre, welcher seither fiir die Studiren- 
den des Architektur- und des Ingenieurfaches ein gemeinschaftlicher war, wird seit Beginn des 
Sommersemesters 1876 fiir die Angehörigen der genannten Fachschulen je abgesondert ertheilt 
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