Full text: Jahres-Bericht der Königl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Studienjahr 1875-1876 (1875)

  
  
  
einander ab. Diese Schienen sollen circa 6,5 Meter über dem Boden des Lokals liegen. Der 
Durchgang durch die Gallerien soll durch den Krahn und die an demselben beschäftigten Per- 
sonen in keiner Weise beschränkt werden. 
Es wird gefordert: 
1) eine Zusammenstellung in !5, der wahren Grüsse; 
2) die Details mindestens in !/ der wahren Grósse und 
3) eine gründliche Motivirung und vollstindige Berechnung der Anlage.« 
Die Aufgabe fand auch diessmal keine Lósung. 
IV. Die Fachschule für chemische Technik 
stellte die Aufgabe: 
»Eine genaue und rasch auszuführende Methode der Silberbestimmung ist namentlich 
für den Betrieb der Münzstütten von Wichtigkeit. Allgemein ist an den Münzen die Gay- 
Lussace'sehe Silberprobe in Anwendung, die aber in der Endreaktion umstündlich ist. J. Volhard 
gab nun unlängst eine Methode der Bestimmung des Silbers mittelst eines Rhodanids an, von 
welcher er glaubt, dass sie dem Gay-Lussac'schen Verfahren an Genauigkeit nicht nachstehe, 
an Einfachheit und Raschheit der Ausführung sie aber übertreffe. 
Die Preisaufgabe soll nun darin bestehen, durch Versuche festzustellen, ob die Ver- 
muthung Volhard's sieh bewahrheitet, namentlich auch unter Berücksichtigung der Abünderung 
der Gay-Lussac'schen Methode nach dem Vorschlag von Stas (Ersetzung des Chlornatriums durch 
ein Bromid). Ferner ist zu untersuchen, welche Rhodanverbindung sich am besten zur Silber- 
titrirung eignet und in wieweit die zu verwendenden Rhodanlósungen titerbestündig sind und 
welchen Einfluss die Gegenwart der wichtigeren Metalle und Süuren auf die Probe hat.« 
Die Aufgabe blieb unbearbeitet. 
V. An der Fachschule für Mathematik und Naturwissenschaften 
lautete die Aufgabe: 
»Wenn Lichtstrahlen von einem Punkte A ausgehen und nach dem Durehgang durch 
beliebige Mittel wieder in einem Punkte B zusammentreffen, so nennt man die Punkte A und B 
conjugirt. Ist der eine Gegenstand, so ist der andere Bild. Bei der Zurückwerfung erhült man 
immer ein Bild eines Punktes, so lange man nur Lichtbündel mit sehr kleinem Querschnitt 
betrachtet. Anders bei der Brechung. 
Es soll untersucht werden, was aus einem konischen Strahlenbüschel mit sehr kleinem 
Querschnitt wird, wenn er an einer ebenen Fläche sich bricht, und was aus dem gebrochenen 
Bündel wird, wenn es an einer zweiten ebenen Fläche sich bricht — bei gleicher Einfallsebene 
des Axenstrahls. Aus dem Resultat soll abgeleitet werden, warum bei dem der kleinsten Ab- 
  
 
	        

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