Full text: Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1880-1881 (1880)

  
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Die Projekte ITI und IV mit den Bezeichnungen: „Motive“ und „Ich hab’s gewagt“ 
müssen als ganz unreife Leistungen übergangen werden. 
Die V. Arbeit mit dem Motto: „Nicht fürchten ist der beste Harnisch« 
Die erste Arbeit hat den Vorzug, dass sümmtliche Räume näher beisammen, dagegen den Nachtheil, dass. 
die festliche Eintrittshalle und Restauration gleichwerthig behandelt Sind und in Folge dessen nach Aussen 2 sy-. 
Die thurmartigen Fachwerksbauten des zweiten Projekts sind im Hinblick auf die sonst durchgeführte Stein.. 
architektur etwas befremdlich, und auffallend die gedrückten Hôhenverhältnisse besonders bei der Restauration. 
Die Darstellung ist lobenswerth.« 
VI. Arbeit mit dem Motto: „Ein guter Schuss, eine gute That, sind gepriesen 
früh und spat“, 
»Der Grundriss ist in der Hauptsache "T förmig. 
An die längliche Eintrittshalle stosst rechtwinklig die Schiesshalle, an diese stossen einerseits die Räume 
der Verwaltung, andererseits die der Wirthschaft, letztere so dass bei grösseren Versammlungen die getheilten Re- 
staurationsriume zusammen mit der Eintrittshalle benützt werden können. Die Zweitheilung der Schiesshalle ist in 
der Begleitschrift damit motivirt, dass hier auf kleinere, dort auf grössere Distanz geschossen wird. Die Räume sind 
in mässigen Dimensionen gefällig aneinander geordnet. Die Architektur ist sehr erfreulich. Das Riegelfachwerk der 
Schiesshalle, namentlich die leichten Holzarkaden, dürften vielleicht im Interesse grösserer Einheit mehr ähnlich wie- 
die ganz gelungene Architektur der Eintrittshalle gehalten sein, 
Sämmtliche Blätter erscheinen reizend in Farben behandelt.« 
VII, Das Projekt mit dem Motto: „„zıc“ 
»hat einen sehr Zweckmüssigen Grundriss, Die Eintrittshalle liegt hier parallel mit der Sehiesshalle und unmittelbar- 
an derselben links liegen bei einander die Restaurationsräume rechts die Nebenrüume der Schützen und der Ver- 
waltung. Der Aufriss ist in den Massen lobenswerth, die Architektur jedoch mager, die Construktion wenig markirt 
und die Darstellung dürftig.« 
VIII. Arbeit mit dem Motto: „Einfach und konstruktiv“. 
»Der Grundriss zeigt die Form des Doppel-T'; in der Mitte die Eintrittshalle, rechtwinklig dazu die Schiess-. 
halle und vornen an der Hauptfacade die Restauration, deren Nebenräume auch entlang der Eintrittshalle angeordnet 
Sind, so dass eine Verbindung mit der Schiesshalle erzielt ist. Die Lage des Buffets gestattet eine leichte Bedienung: 
nach allen Seiten. Der Grundriss ist massvoll und klar, der Aufbau einheitlich und Charakteristisch im Styl, wenn 
auch an den beiden Thürmen am Portal etwas zu streng. Die Darstellung ist sehr gefüllig.« 
  
IX. Arbeit mit dem Motto: »Ótàvéyovvva, xeig e9oi&, 
»Dieses Projekt zeigt auch, wie andere, in der Hauptsache die T-Form. Die Flügel sind durch Veranden 
Zu einem 4eckigen Bau verbunden. Auf einem steinernen Erdgeschoss erhebt sich ein reicher zum Theil zu zier-. 
licher, im Gartenhausstyl gehaltener Fachwerkbau. Die Konstruktionen sind korrekt, alle Blätter farbig mit viel Fleiss 
dargestellt und das Bild der perspektivischen Ansicht des Aeusseren in Zeichnung und Farbe recht gelungen. Es. 
Scheint jedoch bei der malerischen Ausstattung eine geschicktere Hand mitgewirkt zu haben.« 
X. Arbeit mit dem Zeichen einer „Scheibe mit Centrum“, 
»Hier ist der Haupteingang an der Seite und die Achse der Eintrittshalle parallel zur Sehiesshalle ; dadurch. 
ergibt sich bei unsymetrischer Gesammtanlage der Vortheil, dass sämmtliche Räume Zweckmissig zusammenhängend 
angeordnet werden konnten. Im Aufriss macht sich eine zu aufwandvolle dekorative Architektur geltend, Der Bau. 
  
  
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