Full text: Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1883-1884 (1883)

  
  
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das Theater enthält und dem zur Linken das Pflanzenhaus entspricht,: welche beide den Tanzsaal zwischen sich fassen. 
Wenn. nun auch das Hauptgebäude an und für sich eine brauchbare Eintheilung hat, so ist der Umstand störend, 
dass die Gesellschaftsräume alle in quadratischer Form auf einander folgen, das Pflanzenhaus zu sehr als zu- 
fälliges Anhängsel behandelt ist u. s. w., und der Raum vor dem Hause durch den allzunah gerückten Verbin- 
dungsgang verkümmert wird. 
Der erste Stock umfasst nur den gegen den See gekehrten Querflügel und ist nicht übel eingetheilt; der 
zweite Stock mit noch geringerer Grundfläche gewährt ebenfalls das Verlangte, nur ist befremdend, dass in dem 
ringsum frei stehenden Gebäude eine so mühsame Einführung des Lichts von oben nöthig wurde. Die Grundrisse 
der Pavillons, welche einstockig gedacht sind, entsprechen völlig ihrem Zwecke. 
Die Aufrisse von Vorder- und Nebenseite sind nicht übel gedacht, doch wirkt das Aeussere des Theaterbaus 
allzuschwer und auch bei dem etwas summarisch behandelten Durchschnitt ist eine reifere Abwügung zu vermissen. 
Begleitschrift: Diese verbreitet sich über die Planirung des Terrains, die Einrichtung des Pflnzen- 
hauses, diejenige der nicht verlangten. Stallgebäude und Gärtnerwohnung, während es nützlicher gewesen wäre, die 
Ursachen der Wahl der eigentümlichen Grundform kennen zu lernen, die der ganzen Bauanlage gegeben wurde.“ 
Auf Grund vorstehender Beurtheilung wurden zuerkannt: 
dem 3. Entwurf mit dem Motto: »Freya“ der Preis; sein Verfasser ist Gustav Halm- 
huber von Stuttgart, seit Herbst 1880 ordentlicher Studirender der Architekturfachschule; 
dem 7. Entwurfe mit dem Zeichen des „Halbmondes“ ein zweiter P reis; der Verfasser 
ist Georg Neff von Elsenz in Baden, seit Herbst 1881 ausserordentlicher Studirender der Archi- 
tekturfachschule; 
dem 6. Entwurfe mit dem Motto: „Carmen“ eine öffentliche Belobung; der Autor 
ist Evert Strokirk von Örebro in Schweden, seit Herbst 1882 ordentlicher Studirender der Archi- 
tekturfachschule ; 
dem 5, Entwurfe mit dem Motto: Vivat academia* gleichfalls eine öffentliche Be- 
lobung; der Verfasser ist Karl Feil von Stuttgart, von Herbst 1880 bis Neujahr 1884 ausser- 
ordentlicher Studirender der Architekturfachschule. 
Il. Von der Ingenieurfachschule 
war folgende Aufgabe gestellt worden: 
„Es soll der Entwicklungsgang der technischen Festigkeitslehre, soweit sie sich auf Ausdehnung, Zu- 
sammendrückung und Biegung von Stäben bezieht, in den Hauptmomenten kritisch-historisch dargelegt und dabei die 
Epoche Navier's zum Ausgangspunkt genommen werden.* 
Eine Bearbeitung der Aufgabe ist nicht erfolgt. 
Ill. Von der Maschinenbaufachschule 
war die Aufgabe gestellt: 
„Die zur Erleichterung beziehungsweise zum Ersatze der menschlichen Arbeit oder zur Erzielung von 
Zeit- beziehungsweise Lohnersparniss eingeführten Maschinen zur Herstellung der Sandgussformen (sogenannte Form- 
maschinen) sind systematisch zu schildern unter Hinweis auf die betreffenden Verrichtungen beim Handbetrieb. 
„Die Maschinen sind so zu skizziren, dass der Arbeitsmechanismus klar und deutlich hervortritt.“ 
Es ist eine Lösung mit dem Motto: 
„Des Menschen Geist, er zwingt das Erz 
In rechte Formen sich zu beugen* 
eingelaufen, welche folgende Beurtheilung fand: 
 
	        

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