Full text: Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1887-88 (1887)

  
  
  
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Der Querdurchschnitt ist klar und gut durchdacht, doch wäre der 3,60 m über dem Halleboden gelegenen 
Galerie eine etwas höhere Lage zu wünschen gewesen. Der Anschluss des Dachs der Fischhalle an den Mittelbau, 
sowie der der beiden Seitenhallen konnte im Interesse der Erhellung der letzteren etwas einfacher bewirkt werden, 
und wäre die schwere Mauermasse an beiden Schmalseiten der Gemüsehalle dadurch in Wegfall gekommen. 
Das Überdachungssystem der Hallen, das in der Detaildarstellung noch in grösserem Massstabe verdeutlicht 
ist, kann gut geheissen werden, doch ist zu verwundern, dass die Aufhängung der Glocken in dem über Bedürfnis 
hohen Turm auf einem Holzstuhle stattfand, während sonst das Holz fast ganz aus dem Konstruktionssystem des Baues 
ausgeschlossen ist. 
Obwohl sich nach dem Erwähnten viele gute Eigenschaften in diesem Entwurfe finden, ist die Arbeit doch 
im ganzen noch nicht von der Reife und wünschenswerten Gediegenheit, dass eine Belobung dafür beantragt werden 
könnte. Es würde dies der Fall sein, wenn, neben den obenerwähnten Ausstellungen, im Äusseren die Massstäbe der 
Seitenhallen in'einer richtigen Übereinstimmung mit denjenigen der Mittelhalle gesetzt wären, wenn der Vorderbau 
am Fusse des Turms in richtigeren Massen gehalten worden, dieser selbst aber im ganzen wie in seinen Details 
sorgfältiger studiert gewesen wäre.“ Leins. 
Hiernach konnte weder Preis noch Belobung zuerkannt werden. 
Il. Die Bauingenieurfachschule 
hatte folgende Aufgabe gestellt: 
,Es sind kurz die Unterschiedsmerkmale festzustellen, zwischen einer Hau ptbahmn und einer Nebenbahn, 
und die: Umstände zu untersuchen, unter welchen die Anlage der Nebenbahn den Vorzug verdient, oder überhaupt 
als zweckmässig erscheint. 
Sodann soll die Konstruktion des Unter- und Oberbaues, namentlich auch mit Rücksicht auf Benützung des 
Planums vorhandener Strassen, auf Spurweite etc. der gegenwärtig in Deutschland im Gebrauch stehenden Anord- 
nungen nach ihrer Zweckmässigkeit unter Beifügung von Handskizzen “beschrieben werden, jedoch mit Beschränkung 
auf gewähnliche Lokomotivbahnen für Personen- und Güterverkehr. 
Schliesslich ist von einer in Deutschland ausgeführten Nebenbahn nach eigener Anschauung eine genaue 
Beschreibung zu geben, wobei auch auf die allgemeine Konstruktion der Betriebsmittel und die Betriebseinrichtungen 
einzugehen. ist.“ 
Die Aufgabe blieb unbearbeitet. 
Ill. Von der Maschineningenieurfachschule 
war folgende Aufgabe gestellt: 
„Eine mechanische Arbeitskraft A von 50 Pferden soll elektrisch übertragen und auf 3 Verbrauchsstellen 
B, C und D verteilt werden. Die Lage des primären Maschinencomplexes A gegen B, C und D ist aus der Skizze 
ersichtlich. 
In B sollen konstant 20 mechanische Pferdekraft an der Axe der mit 400 minutl. Umdrehungen sich be- 
wegenden Dynamomaschine verfügbar sein. In C und D kommt im Maximum je die Hälfte des Restes der sekun- 
dären Arbeit zur Verwendung; der Bedarf ist an jedem dieser Orte veränderlich, jedoch soll die minutliche Drehungs- 
zahl bei jedem Arbeitsverbrauch thunlichst konstant bleiben. Völlige Unabhängigkeit der 3 Verbrauchsstellen von 
einander ist erforderlich. 
Gefordert wird die Berechnung der elektrischen und der wichtigsten mechanischen Details, und insbesondere 
die eingehende Begründung der etwa notwendig werdenden Reguliervorrichtungen, 
Auf möglichste Klarlegung der elektrischen Verhältnisse beim Beginn des Betriebs und während desselben 
an der Hand von Diagrammen wird grosses Gewicht gelegt. Die Wahl des Maschinensystems bleibt dem Bewerber 
überlassen; über den Ursprung der Rechnungsgrundlagen, besonders hinsichtlich der Gestaltung des Eisengerippes der 
Maschinen, sind litterarische Nachweise beizufügen.“ ; 
 
	        

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