Full text: Jahres-Bericht der Königlich Technischen Hochschule zu Stuttgart für das Studienjahr 1890/91 (1890)

  
  
  
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Preisbewerbung. 
Nach den ,organischen Bestimmungen* der Technischen Hochschule und dem revidierten 
,Preisstatut vom 11. Juli 1879 werden an Studierende sämtlicher Fachschulen für völlig genügende 
Lösung von zum Zwecke der Preisbewerbung gestellten Aufgaben Preise vergeben und Belobungen 
zuerkannt, 
Das Ergebnis der Preisbewerbung des Jahres 1890 war folgendes: 
I. Die Architekturfachschule 
hatte folgende Preisaufgabe gestellt: 
„Für eine schon bestehende ältere Universität, deren einzelne Institute, wie die chemischen, physikalischen, 
astronomischen u. s. w., bereits zum Teil neu gebaut und wohl eingerichtet sind, und sich zweckmässig gruppiert 
auf einem grösseren Terrain unmittelbar bei der Stadt befinden, soll, gleichsam als Sehlussstein der ganzen Anlage, 
ein neues monumentales Gebäude für die Vorlesungen gebaut werden. Dasselbe soll folgende notwendige Räumlich- 
keiten enthalten: 
1) 4 Horsile a ca. 100 qm. 
9)4 dos, » 85. . 
$)16 do >, … 5 ; 
4) 18 Dozentenzimmer je 20—25 qm. 
5) 4 Sitzungssäle für die Fakultäten. 
6) 1 Sitzungssaal für den Senat zu ca. 100—120 qm. 
7) 4 Prüfungszimmer zu je 50 qm. 
8) 1 Aula zu ca. 600 qm. 
9) 1 Zimmer für den Rektor mit Vorzimmer. 
10) 1 do. für den Universititsamtmann, mit Kassenzimmer, 
11) 1 do. fiir den Schreibtisch. 
12) 1 do. für die Registratur. 
18) 2 Aufwartezimmer der 2 Pedells, mit daran sich schliessenden Wohnungen. 
14) Mehrere Carcer; 
sodann die sonstigen Bequemlichkeiten im Gebäude, die nötigen Aborte u. s. w. 
Der Bauplatz ist nicht begrenzt, in der Hauptsache und namentlich nach rückwärts gegen die oben 
genannten anderweitigen Institute der Universität eben, nach der Vorderseite aber abschüssig in einer mässig steilen 
Ansteigung von 5—6 m gegen die Stadt hin, so dass hier Terassen- und Freitreppen-Anlagen angezeigt erscheinen. 
Der Bau ist in monumentaler Architektur zu entwerfen. 
Das Material kann beliebig gewählt werden. J 
Man verlangt die nötigen Grundrisse und Ansichten in ly nat. Grosse, einen Querschnitt, insbesondere 
durch den Festsaal in 1/99, und einzelne Teile der hauptsüchliehsten üusseren Ansicht in 1/5 natürlicher Grosse ; 
sodann eine kleine Perspektive und eine schriftliche Erläuterung dazu.“ 
Es gingen rechtzeitig 2 Bearbeitungen dieser Aufgabe ein, welche die folgende Beur- 
teilung fanden: 
.]. Entwurf mit dem Kennwort: „Furchtlos und treu“. 
„Derselbe ist auf 10 Blatt Zeichnungen nebst Erläuterungsbericht in hinreichend vollständiger Weise zur 
Darstellung gebracht, 
Die vielgegliederte verhältnismässig sehr viele Umfassungswünde zeigende durchaus einbündige Grund- 
g ; 
rissanlage gewährte für sämtliche Räume die denkbar günstigste Beleuchtung ohne eingeschlossene Lichthofe und 
dennoch ohne unverhältnismässige Weitläufigkeit. Dieselbe ist insofern auch als ein glücklicher Griff zu bezeichnen, 
als dadurch auf die einfachste Weise die. bei neueren Gebäuden dieser Art als zweckmissig erfundene durch Ober- 
licht erleuchtete Zentralhalle gewissermassen ganz von selbst sich ergab, und von hier die Kommunikation nach 
  
 
	        

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