Full text: Jahres-Bericht der Königlich Technischen Hochschule zu Stuttgart für das Studienjahr 1890/91 (1890)

  
  
    
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ll. Von der Bauingenieurfachschule 
war folgende Aufgabe gestellt worden: 
,Es sollen die bisherigen Theorien eiserner Kuppeln im Zusammenhange dargestellt, durch Zahlenbeispiele 
erläutert und kritisch beurteilt werden.“ 
Eine Bearbeitung ist nicht eingegangen. 
Ill. An der Maschineningenieurfachschule 
lautete die Aufgabe: 
,Ein Salzwerk will Rohsalz aus einem 220 m tiefen Schachte fordern und zum Teil als Steinsalz, zum 
Teil als Speisesalz zum Verkauf bringen. Das Steinsalz wird, soweit es nicht direkt als Fordersalz versandt 
wird, auf Steinbrechern in Nussgrósse gebrochen, dureh Auslesen von Hand sortiert, das reinere Material auf Mahl- 
gàngen gemahlen und kommt in Schüttladungen zum Versandt. Zur Gewinnung von Speisesalz wird das weniger 
reine gebrochene Steinsalz und unsortiertes Fürdersalz in Wasser gelöst, durch Absetzen geklärt und in Abdampf- 
pfannen kristallisiert, getrocknet und in Sücken versandt. Das Werk ist durch normalspuriges Schienengeleise mit 
einer Staatsbahn, sowie durch einen Kanal mit einem schiffbaren Flusse verbunden. Das Gelände ist eben, der 
Wasserspiegel im Kanal, gewohnlich 5 m unter Terrainhühe, sinkt zeitweise um 0,8 m und erreicht bei Hochwasser 
nahezu die Ufer. Die tágliche Leistung soll in 10 stündiger Arbeitszeit betragen: 
Im Schacht eine Förderung von 300 Tonnen, sowie das Ein- und Ausfahren einer Belegschaft von 
130 Mann. 
In der Steinsalzmühle mit 4 Steinbrechern und 8 Mahlgängen 200 Tonnen. 
Im Sudwerk mit 14 Pfannen von je 8 m Länge und 12 m Breite und anstossenden Trockenböden von 
je 20 m Breite 60 Tonnen. 
Beladung von zwei Schiffen zu je 200 Tonnen oder 40 Eisenbahnwagen von je 10 Tonnen. 
Ein vierstockiges Steinsalzmagazin, Schütthöhe 1,5 m, Fassungsraum 10000 Tonnen, und ein einstockiges 
Speisesalzmagazin, -Schiitthohe 5 m, Fassungsraum 7500 Tonnen, gleichen die Unterschiede zwischen Produktion und 
Versandt aus. 
Es soll ein allgemeiner Entwurf für die sämtlichen Transporteinrichtungen vom 
Schachte bis zum Versandt ausgearbeitet werden. Detaillierte Zeichnungen werden nicht verlangt; dagegen sind die 
Hauptabmessungen der einzelnen Vorrichtungen, insbesondere diejenigen, von denen die Leistungsfähigkeit abhängt, 
zu bestimmen und eingehend zu begründen. Konstruktionen, die nicht allgemein bekannt sind, sind ausführlicher 
zu beschreiben und durch Skizzen zu erläutern.“ 
Die Aufgabe blieb unbearbeitet. 
IV. Aufgabe der chemisch-technischen Fachschule. 
„Die Halogenadditionsprodukte des Isobutylens, Amylens und wahrscheinlich auch der höheren Homologen 
dieser Reihe setzen dem Austausch der Halogenatome gegen die Cyangruppe eigentümliche Schwierigkeiten entgegen, 
wodurch die Ausbeute an den erwarteten Nitrilen auf ein Minimum beschränkt wird. i : 
Es sollen daher die Bedingungen experimentell ermittelt werden, unter denen die Cyanierung der genannten 
Körper am vorteilhaftesten ausgeführt werden kann.* 
Diese Aufgabe hat 2 Bearbeitungen erfahren, welche‘ wie folgt beurteilt wurden: 
„Die Arbeit mit dem Kennwort: 
„Das periodische System kann eine noch breitere philosophische 
Grundlage erhalten“ 
hat sich für die Lösung der Aufgabe als Ausgangsmaterial der Halogenverbindungen des Isoamylens bedient. Unter 
Bestätigung früherer Beobachtungen wurde zunächst bestimmter nachgewiesen, dass mit der Bromverbindung des 
  
  
  
  
  
 
	        

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