Full text: Jahres-Bericht der Königlich Technischen Hochschule zu Stuttgart für das Studienjahr 1890/91 (1890)

  
  
  
Anlässlich der Wiederbesetzung der durch den Tod des Professors Dr. v. Marx in Erledigung 
gekommenen ordentlichen Professur für chemische Technologie u. s. w. fand eine neue Organisation 
des chemischen Unterrichts statt. Nach derselben übernimmt der Professor der allgemeinen 
Chemie zu seinen bisherigen Vorträgen und Übungen künftig auch die Übungen in analytischer 
Chemie und ein, Colloquium über letztere; dem zweiten Chemie-Professor verbleiben ausschliesslich 
die Vorträge und Übungen in technischer Chemie. Der Vortrag über „Chemische Technologie“, 
4 Std. im Winter, 3 Std. im Sommer, wird geteilt in eine für Maschineningenieure, Hütteningenieure 
und Chemiker gemeinschaftliche 2stündige Wintervorlesung über ,Chemische Technologie der Brenn- 
und Leuchtstoffe und eine speziell für Chemiker und Hütteningenieure unter der bisherigen Be- 
zeichnung verbleibende Vorlesung von 2 Std. im- Winter und 3 Std. im Sommer. Als neue Fächer 
des Lehrers der chemischen Technologie sind ins Programm aufgenommen: , Metallurgie“ (mit Aus- 
schluss der Eisenhüttenkunde) und „Einführung in die chemische Patentlitteratur*, je 1stündig im 
Sommer. 
Die Verteilung des chemischen Unterrichts vom kommenden Studienjahr an ist folgende: 
a. Professur für allgemeine Chemie: „Allgemeine Experimentalchemie“ 4 Std.; ,Analy- 
tisches Colloquium* 2 Std.; , Theoretische organische Chemie* 4 Std. im Winter; ,Theo- 
retische Chemie* 4 Std. im Sommer; ,Übungen im Laboratorium für allgemeine Chemie“, 
. Professur für chemische Technologie: „Chemische Technologie der Brenn- und 
Leuchtstoffe“ 2 Std. im Winter; „Chemische Technologie“ 2 Std. im Winter und 3 Std. 
im Sommer; „Farbenindustrie“ 3 Std. im Winter; „Metallurgie“ 1 Std. im Sommer; 
„Chemische Technologie der Baumaterialien“ 1—2 Std. im Sommer; „Einführung in die 
chemische Patentlitteratur“ 1 Std. im Sommer; „Übungen im Laboratorium für chemische 
Technologie“, 
Die „Metallurgie“ wurde in die Studienpläne für Chemiker und Hüttenleute aufgenommen, 
während die „Einführung in die chemische Patentlitteratur“ unter den für Chemiker empfohlenen 
Fächern Aufnahme fand. 
Die angeführte Neuordnung hat zur Folge die Teilung der vorhandenen Laboratorien in ein 
„Laboratorium für allgemeine Chemie“ und in ein „Laboratorium für chemische Technologie“, 
Von den 4 Assistenten stehen künftig dem Professor für allgemeine Chemie 3, dem Pro- 
fessor für chemische Technologie 1 zur Verfügung. 
Dem Repetenten und Assistenten am Laboratorium für chemische Technologie 
wurde an Stelle des in Wegfall gekommenen „Repetitoriums in analytischer Chemie“ ein Lehrauf- 
trag für „Technische Gasanalyse“ mit 2 Wochenstunden im Winter erteilt; die Bestimmung einer 
im Sommer durch ihn abzuhaltende Vorlesung bleibt vorbehalten. 
Der Vortrag über „Allgemeine Elektrotechnik“ wurde um 1 Semesterwochenstunde ver- 
mehrt und der elektrotechnische Unterricht im Studienplan der Maschineningenieurfach- 
schule vom 7. ins 5. und 6. Semester verlegt. 
Die im Programm für 1890/91 erstmals mit 1 Std. im Sommer vorgesehen gewesene 
„Bakteriologie“ wird, nachdem die Studierenden Interesse für dieselbe gezeigt haben, im neuen 
Programm 2stündig für den Sommer angekündigt, und unter die empfohlenen Fächer für Chemiker 
und Pharmazeuten eingereiht. 
Von dem in den Studienplan der Gymnasialabiturienten aufgenommenen Unterricht für 
„Niedere Analysis“ (6 Semesterstunden) kommen die bisherigen 2 Stunden Übungen in Fortfall; 
 
	        

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