Personalbestand der Beamten und Lehrer.
Die Technische Hochschule zählt gegenwärtig 27 Hauptlehrer, 22 Fach- und Hilfslehrer,
3 Repetenten, 8 Assistenten und 14 Privatdozenten, zusammen 74 Lehrkräfte.
Das Direktorium wurde im Studienjahr 1892/93 von Professor Dr. Lemcke bekleidet.
Einen grossen Verlust erlitt die Hochschule durch den am 25. August 1892 nach mehrmonatlichem
Krankenlager erfolgten Tod des drittältesten Hauptlehrers, Baudirektors Dr. v. Leins.
Am 28. September 1858 an die Anstalt berufen, hat v. Leins über 33 Jahre als Lehrer der Baukunst
unserer Hochschule seine Kräfte gewidmet. Als genialer Meister begründete er durch zahlreiche
Bauten den Ruhm der Stuttgarter Architektur in Deutschland; als trefflichster Lehrer wusste
er seine Schiller, die ihn als ihren väterlichen Freund liebten und verehrten, zu begeistern und zu
den höchsten Anforderungen wissenschaftlicher und künstlerischer Arbeit und Pflichterfüllung heranzuziehen.
Mit dem feinen künstlerischen Sinn einte er eine seltene Liebenswürdigkeit, die seine
Persönlichkeit für alle, die ihn in den wichtigsten und schwierigsten, wie in heiteren Angelegenheiten
kennen lernten, unvergesslich macht. Der Ruhm, so viele treffliche und berühmte Meister in seiner
Schule gezogen zu haben, folgt ihm nach.
Durch den Tod eines weiteren Hauptlehrers wurde die Anstalt in den vorigen Herbstferien
abermals schwer betroffen: Professor Dr. Klaiber starb am 14. September 1892 unerwartet rasch
während eines Ferienaufenthalts in Steinach in Tirol. Julius Klaiber trat als Nachfolger Friedrich
Theodor Vischers am 1. Dezember 1887 die Professur für Deutsche Litteratur, Ästhetik und Redeübungen
an. Er widmete sich mit vollster Hingebung seinem Lehramte und zog durch seine so
geistvollen, wie gründlichen und formvollendeten Vorträge fortgesetzt eine zahlreiche Zuhörerschaft,
auch aus nichtakademischen Kreisen, an.
Die durch v. Leins Tod erledigte ordentliche Professur für Entwerfen wurde vermöge
Höchster Entschliessung Seiner Majestät des Königs vom 25. Oktober 1892 dem Architekten und
bisherigen Stellvertreter von v. Leins, Skjöld Neckelmann hier, allergnädigst übertragen. Derselbe
trat sein Lehramt sofort am 26. Oktober 1892 an.
Die Hauptlehrstelle für Deutsche Litteratur, Asthetik und Redeübungen haben Seine Majestät
der König vermöge Höchster Entschliessung vom 7. März 1893 dem Rektor Weitbrecht an der
hôheren Tôchterschule in Zürich allergnädigst übertragen. Professor Weitbrecht übernahm sein
neues Amt mit Beginn des Sommersemesters 1893 und erôffnete seine Lehrthätigkeit am 9. Mai
mit einer ôffentlichen Antrittsvorlesung über die Aufgaben der Litteraturgeschichte und Ästhetik
und das gegenseitige Verhältnis beider Wissenschaften.
Während der Vakatur dieser Professur im Wintersemester 1892/93 hat der Direktor, Professor
Dr. Lemcke, vom K. Ministerium hiermit beauftragt, die Vorlesung über die Geschichte
der Deutschen Dichtung abgehalten,
Die in dem Etat für 1893/95 geschaffene zweite mathematische Professur (für geometrische
Fächer) ist vermöge Höchster Entschliessung Seiner Majestät des Königs vom 30. Juli 1893 mit
Wirkung vom 1. April 1893 an dem seitherigen Hilfslehrer für die fraglichen Fächer, Professor
Dr. Reusehle, allergnidigst übertragen. worden.
Seine Königliche Majestät haben vermöge Allerhöchster Entschliessung vom tL
. Dezember
1892 dem Oberbaurat v. Tritsehler in Anerkennung seines 30 jährigen, dem Wohle seiner Mit-