Full text: Jahres-Bericht der Königlichen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1896/97 (1896)

  
  
  
  
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8. Entwurf mit dem Kennwort: Axen. 
In der Grundrissbildung ist vor allem die wenig grossartige Anordnung des Eingangs unter dem Treppen- 
lauf und die zu isolierte Stellung des Festsaals zu tadeln. Für die äussere Gesamterscheinung ist die Anordnung 
des Festsaals, der seiner ganzen Länge nach über die Flügelbauten weit vorgebaut ist, sehr unglücklich, so dass 
die letzteren bei etwas seitlicher Ansicht, wie im beigegebenen perspektivischen Bild, auf einer Seite von dem weit 
vorspringenden Saalbau ganz verdeckt werden. 
Die Ausarbeitung der Zeichnungen ist fleissig und gut. 
9. Entwurf mit dem Kennwort: Tages-Arbeit, Abends-Gäste. 
In der Grundrissanlage ist durch die Anlage eines so grossen Vestibüls die Verteilung der Räume sehr 
weitlàufig geworden, was in den Wohngelassen des Obergeschosses in besonders unangenehmer Weise zum Ausdruck 
gelangt. Der Turm ist sowohl im Grundriss als im áusseren Aufbau unglücklich angebracht, die Architektur ist zu 
schwer und die Darstellung lässt in vielen Teilen eine noch ungeübte Hand erkennen. 
Nach dem Sehlussurteil des Referenten liegen in den Arbeiten mit den Kennworten ,J ugend* 
und „Auf 3 X 33 Stufen“ hervorragende Leistungen vor, denen gegenüber der Entwurf mit dem 
Kennwort ,Erster Versuch“ etwas zuriicksteht, der aber doch solche Vorziige hat, dass auch in ihm 
eine entschieden preiswürdige Lösung der Aufgabe gegeben ist. 
In Rücksicht auf die vorliegenden besonderen Verhältnisse hat der Lehrerkonvent mit Gut- 
heissung des K. Ministeriums beschlossen, ausnahmsweise drei Preise zu vergeben und die be- 
zeichneten drei Arbeiten je mit einem Preise auszuzeichnen. 
Die Verfasser sind von: 
Jugend: Emil Schaudt von Stuttgart, im Wintersemester 1893/94 und im Studienjahr 
1895/96 ausserordentlicher Studierender der Architekturabteilung. 
Auf 3 x 33 Stufen: Gustav Rückgauer von Stuttgart, seit Herbst 1894 ausserordentlicher 
Studierender der Architekturabteilung. 
Erster Versuch: Ferdinand Graner von Stuttgart, von Herbst 1892/94 und wieder seit 
Herbst 1895 ordentlicher Studierender der Architekturabteilung. 
Dem Entwurf mit dem Kennwort ,Bei Nacht und Nebel* wurde nach dem Antrag des 
Referenten eine öffentliche Belobung zugesprochen. 
Der Verfasser ist: Karl Stock von Crailsheim, Kgl. Regierungsbauführer, von Herbst 
1892 bis Ostern 1896 ordentlicher Studierender der Architekturabteilung. 
ll. Aufgabe der Abteilung für Bauingenieurwesen 
Für einen grosseren Durchgangsbahnhof ist eine Personenhalle mit 36 m lichter Weite zu ent- 
werfen, welche das daran angebaute Empfangsgebäude nach beiden Richtungen mit gemauerten Aussenwänden überragt 
und auch auf der anderen Langseite von einer gemauerten Wand begrenzt ist. Die Stirnseiten der Halle sind von 
oben herab bis nahe an Normalprofilhöhe durch eine Wand aus Eisen und Glas zu verschliessen. 
Das Empfangsgebäude selbst gehört nicht zu dem verlangten Entwurf; dieser kann vielmehr nach Wand- 
höhe, Achsenweite und Architektur unabhängig gestaltet werden und soll nur darauf Rücksicht nehmen, dass das 
Erdgeschoss des Empfangsgebäudes im Lichten 5,50 m hoch ist. Hienach ist die Wahl der Binderweite des Daches 
freigestellt und auch ein regelmässiger Wechsel grosser und kleiner Binderweiten nicht ausgeschlossen. Die Architektur 
der Hallenwände ist innen und aussen im Rohbau durchzuführen, das Material im übrigen freigestellt. 
Verlangt wird an Zeichnungen: 
im Massstab 1: 100: 
ein Querdurchschnitt der Halle, 
ein Stück Längendurchschnitt durch die Stirnwand und etwa sechs anschliessende Binderfelder mit Dar- 
tellung der Innenarchitektur der Mauern, 
 
	        

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