Full text: Jahres-Bericht der Königlichen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1898/99 (1898)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Das Ganze ist entsprechend einzufriedigen und am Haupteingang sind kleine Wohnungen für den Pfórtner 
und den Gärtner anzuordnen. 
Man verlangt einen Lageplan in grössere Pläne in mindestens 
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5 die nôtigen Grund- und Aufrisse in mif 100 
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von der Kapelle, eine Vogelperspektive des Ganzen, sowie eine Begleitschrift. 
Die Aufgabe blieb unbearbeitet. 
ll. Aufgabe der Abteilung für Bauingenieurwesen. 
Es soll ein Hauptträger von Óffnung IV der neuen Cannstatter Neckarbrücke (IV. Óffnung von Berg aus) für 
dén Fall berechnet werden, dass ohne Anderung der allgemeinen Anordnung behufs Herstellung eines Bogen- 
fachwerks zwischen den Vertikalen Diagonalen eingefügt. wáren. Die Vertikalen mógen. für die Berechnung von der 
Trägermitte aus in Abständen von 2,4 m liegen. Nach Bestimmung der Querschnitte sind die Vertikalbewegungen 
des Bogenscheitels dureh Belastungen, Temperaturànderungen und' kleine Ánderungen der Spannweite (infolge von 
Pfeilerbewegungen) für die neue Anordnung zu ermitteln und mit den für die Ausführung erhaltenen (S. 287 der 
zweiten unten erwühnten Schrift) zu vergleichen. Zur Vereinfachung der Berechnung kann von allen Ermittelungen, 
welche für die Bestimmung der Querschnitte und Scheitelbewegungen des Haupttrügers nicht nótig sind, abgesehen 
werden. Auch soll gestattet sein, für die Dimensionierung, neben dem ursprünglich angenommenen Eigengewicht 
von 2100 kg per Meter Triger und dem Einfluss der Strassenwalze nur folgende Verkehrsbelastungen von 1400 kg 
per Meter belasteter Strecke in Betracht zu ziehen: a) Vollbelastung des Bogens; b) Belastung der ersten Bogen- 
hälfte; c) Belastung der zweiten Bogenhälfte; d) Belastung der mittleren Hälfte der Spannweite. Sowohl der Unter- 
gurt als der Obergurt soll aus einer Vertikalplatte von konstanter Höhe und Stärke und Winkeleisen von konstantem 
Querschnitt bestehen, während. die. Veränderlichkeit der Gurtungsquerschnitte, soweit mit der Einfachheit der Kon- 
struktion verträglich, durch; Horizontalplatten zu bewirken ist. Von künstlicher Überhöhung der Bogen kann abge- 
sehen werden. Im übrigen sollen alle Bedingungen den für die Ausführung massgebend gewesenen entsprechen, 
worüber Aufschluss geben: v. Leibbrand, Die Konig-Karls-Brücke, Berlin 1895; Weyrauch, Die elastischen Bogen- 
träger, München 1897, IV. Abschnitt. 
Für diese Aufgabe ist unter dem Kennzeichen 
XYZ 
eine Bearbeitung rechtzeitig eingegangen. Das Urteil über sie Jautet: 
Die Bearbeitung zeugt von grossem Fleisse und besonderer Begabung für die hier in Frage kommenden Be- 
rechnungen. 
Der Verfasser hütte durch Einführung mittlerer Vertikalenlängen Symmetrie zur Trägermitte und damit eine 
bedeutende Arbeitsersparnis erreichen kónnen. Er verzichtete jedoch darauf und trug der durch das Làngenprofil 
der Brücke bedingten Neigung des Obergurts Rechnung. Da .in dem Ausdrucke für den Horizontalschub H des 
Bogenfachwerks mit zwei Gelenken die Querschnitte und Beanspruchungen der Stäbe vorkommen, welche selbst erst 
mit Rücksicht auf den Horizontalschub zu ermitteln sind, so ist folgender Weg eingeschlagen. Es sind zunächst die 
Stabkräfte für die angenommenen Belastungsfälle (s. Aufgabe) unter der Voraussetzung H= 0'und ihre Werte durch 
H = 1 bestimmt. Alsdann ist H näherungsweise, dem Bogenfachwerk mit drei Gelenken entsprechend, berechnet, 
worauf sich durch Multiplikation dieses H mit den für H= 1 erhaltenen Stabkriften Naherungswerte der vom 
Horizontalschub allein herrührenden Beiträge zu den Stabkräften und durch Zufügen der für H= 0 erhaltenen 
Zahlen vorläufige Werte der ganzen Stabkräfte ergaben. Auf Grund dieser Stabkräfte sind vorläufige Stabquer- 
schnitte nach den Bedingungen des Bauprogramms für die Cannstatter Brücke gewählt. Mit den vorläufigen Quer- 
schnitten wurden der Horizontalschub H und sämtliche Stabkräfte genauer, berechnet, wobei auch Temperatur- 
änderungen und kleine Horizontalbewegungen der Auflager Berücksichtigung fanden. Im Anschluss daran hat der 
Verfasser die Kämpferdrucklinie genügend genau festgelegt und den Einfluss der Strassenwalze auf die Beanspruchungen 
kontroliert, An der Hand der nun bekannten Stabkräfte wurden die früher angenommenen Querschnitte revidiert 
und nach Bedürfnis abgeändert. Eine Berücksichtigung dieser Abänderungen bei der nachfolgenden Berechnung 
der Einsenkungen ist mit Berufung auf den nur geringen Einfluss derselben. unterlassen. 
  
 
	        

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