Full text: Jahres-Bericht der Königlichen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1899/1900 (1899)

SUN 
  
  
    
  
  
  
  
  
  
  
  
— 10 — 
b) der geodütischen Diplomprüfung an der Technischen Hochschule in Stuttgart, 
€) der ersten württembergischen Staatsprüfung im Baufache. 
Ueber die etwaige Gleichwertigkeit sonstiger Prüfungen wird das Ministerium im einzelnen Fall 
die erforderliche Entscheidung treffen. 
3. Die Einreichung einer in Deutscher Sprache abgefassten wissenschaftlichen Abhandlung (Dis- 
sertation), welche die Befühigung des Bewerbers zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten auf 
3 c o D 
technischem Gebiete darthut. Dieselbe muss einem Zweige der technischen Wissenschaften angehören, 
für welchen eine Diplomprüfung an der Technischen Hochschule besteht. 
Die Diplomarbeit kann nicht als Doktordissertation verwendet werden. 
4. Die Ablegung einer mündlichen Prüfung. 
5. Die Entrichtung einer Prüfungsgebühr im Betrage von 240 Mark. 
8 2. 
Das Gesuch um Verleihung der Würde eines Doktor-Ingenieurs ist schriftlich an Rektor und 
Senat zu richten. Dem Gesuche sind beizufügen: 
a) Ein Abriss des Lebens- und Bildungsganges des Bewerbers. 
b) Die Sehriftstücke in Urschrift, durch welehe der Nachweis der Erfüllung der in 8 1 Ziffer 1 
und 2 genannten Bedingungen zu erbringen ist. 
c) Die Dissertation mit einer eidesstattlichen Erklärung, dass der Bewerber sie, abgesehen von 
den von ihm zu bezeichnenden Hilfsmitteln, selbstündig verfasst hat. 
d) Ein amtliches Führungszeugnis. 
Gleichzeitig ist die Hälfte der Prüfungsgebühr als erster Teilbetrag an die Kasse der Hoch- 
schule einzuzahlen. 
8 8. 
Rektor und Senat überweisen das Gesuch, falls sich keine Bedenken ergeben, an das Kollegium 
derjenigen Abteilung, in deren Lehrgebiet der in der Dissertation behandelte Gegenstand vorzugsweise 
einschlügt, mit dem Auftrage, aus seiner Mitte eine Prüfungskommission mit einem Vorsitzenden, einem 
Referenten und einem Korreferenten zu bestellen. 
In besonderen Füllen kann auch ein Dozent, welcher dem Abteilungskollegium nicht angehórt, 
oder ein Professor oder Dozent einer anderen Abteilung in die Kommission berufen werden. 
8 4. 
Nach Prüfung der Vorlagen durch die Kommission erstattet der Vorsitzende an das Abteilungs- 
kollegium einen schriftlichen Bericht, welcher nebst der Dissertation und den von dem Referenten und 
dem Korreferenten abgefassten Gutachten über dieselbe bei sümtlichen Mitgliedern des Abteilungs- 
kollegiums in Umlauf zu setzen ist. Hierauf entscheidet das Kollegium in einer Sitzung über die An- 
nahme der Dissertation und bestimmt bei günstigem Ausfall die Zeit für die mündliche Prüfung. 
Der Restbetrag der Prüfungsgebühr ist vor der mündlichen Prüfung zu entrichten, 
8 5. 
Zu der mündlichen Prüfung sind einzuladen: 
Das Ministerium, Rektor und Senat, sowie sümtliche Professoren und Dozenten der beteiligten 
Abteilung. Ausserdem hat jeder Lehrer einer Deutschen Technischen Hochschule oder Universität zu 
derselben Zutritt. 
Die mündliche Prüfung, welche mit jedem Bewerber einzeln vorzunehmen ist, wird von dem 
Vorsitzenden geleitet. Sie muss mindestens eine Stunde dauern und erstreckt sich, ausgehend von dem 
in der Dissertation behandelten Gegenstand, über das betreffende Fachgebiet. 
8 6. 
Unmittelbar nach beendeter Prüfung entscheidet das Abteilungskollegium auf den Bericht der 
Prüfungskommission in einer Sitzung darüber, ob und mit welchem der drei Prädikate: 
, Bestanden“, 
„Gut bestanden“, 
„Mit Auszeichnung bestanden“ 
der Bewerber als bestanden zu erklären und die Erteilung der Würde eines Doktor-Ingenieurs an ihn 
  
I 
| 
| 
| 
  
nee 
  
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.