Full text: Jahres-Bericht der Königlichen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1899/1900 (1899)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
— 46 — 
Die Anlage der Isolierzimmer für ansteckende Krankheiten im obersten Geschoss ist zweck- 
entsprechend. 
Die Nebenrüume sind in reichlicher. Weise hell und gerüumig vorhanden und gut unter- 
gebracht, ebenso Heizung und Ventilation. 
Die Architektur ist als durchweg gut und würdig zu bezeichnen, sie bewegt sich in den 
Formen der Gotik und entspricht in der Einfachheit und ihrem Ernst dem Charakter des Gebäudes. 
Die Verhältnisse einzelner Architekturen sind als sehr gut gelungen zu bezeichnen, so z. B. bei 
den Tagesräumen in den Flügelbauten, ferner die Betsaalpartie am Mittelbau. Die Innenarchitektur des 
Betsaals ist in schlichter Weise gut gedacht. 
Der Referent bezeichnet in seinem Schlussurteil die Arbeit mit dem Kennwort Luft und 
Licht als die beste Lösung der Aufgabe; seinem Antrage entsprechend wurde dieselbe daher mit 
dem Preise ausgezeichnet. Verfasser ist 
Christian Schrade von Mehrstetten, OA. Miinsingen, von Herbst 1895/96 und jetzt 
wieder seit Herbst 1897 ordentlicher Studierender der Architektur. 
Den übrigen drei Bearbeitungen wurde in Rücksicht darauf, dass sie Fleiss und auch Können 
zeigen, sowie in Erwägung, dass die Aufgabe ziemlich schwer und umfangreich war, nach dem Vor- 
schlag des Referenten je eine öffentliche Belobung zuerkannt, dem Entwurf Ziff. 4 unter Dis- 
pensation des Verfassers durch das K. Kultministerium von der entgegenstehenden Bestimmung $ 6 
des Preisstatuts. 
Die Verfasser sind: 
von Entwurf 1: Ludwig Grünewald von Strassburg i. Els., in den Studienjahren 
1891/92, 1893/96 und 1898/99 ausserordentlicher Studierender der Architektur ; 
von Entwurf 3: Adolf Tiéche von Bern, im Wintersemester 1897/98 Hospitant, seit 
Ostern 1898 ausserordentlicher Studierender der Architektur; 
von Entwurf 4: Friedrich Scheu von Ulm, seit Herbst 1898 ausserordentlicher Stu- 
dierender der Architektur. 
ll. An der Abteilung für Bauingenieurwesen 
war folgende Aufgabe gestellt: 
Man wünscht einen auch in den Einzelheiten vollständig ausgearbeiteten Entwurf zu einem 
. . . o d . Y 
40 m hohen, bequem zu besteigenden, oben mit einer Plattform von wenigstens 20 am Grundfläche 
y obey dostorgenden, orm: on au I 
versehenen eisernen Aussichtsturm, für dessen Fundament sich in einer Tiefe von 2 m unter dem 
Boden ein genügend fester Untergrund (zulässige Belastung desselben bis zu 4 kg pro qem) vorfinde. 
. o o * * : * > o . o 1 * 
Dieser Turm soll einerseits möglichst geringe Kosten verursachen, andererseits aber allen in Betracht 
kommenden äusseren Einwirkungen gegenüber volle Sicherheit gewähren. Eine eingehende statische 
Berechnung ist daher im vorliegenden Fall ein Haupterfordernis. Desgleichen darf die Berechnung des 
Gesamtgewichts der Eisenkonstruktion nicht fehlen. Die Uebersichtszeichnungen sind im Massstab 1 : 50, 
die Zeichnungen der Einzelheiten im Massstab 1:10 anzufertigen. 
Die eingegangenen beiden Arbeiten wurden in nachstehender Weise beurteilt : 
1. Die Arbeit mit dem Kennwort: Fernsicht, 
Bei dem Bestreben, eine mit möglichst geringem Kostenaufwand herzustellende, zweck- 
entsprechende Konstruktion zu erzielen, war es ein sehr glücklicher Gedanke des Verfassers vorliegender 
Arbeit, für den verlangten Aussichtsturm ein Eisengerüste mit nur 3, statt der üblichen 4 Eckpfosten 
  
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.