Full text: Jahresbericht der Königlichen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1900/1901 (1900)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Es ist zu zeichnen eine Gesamtansicht der Brücke und ein Grundriss derselben in 1/500, ferner die voll- 
ständigen Details einer (beliebig gewählten) Offnung und eines Pfeilers in 1/20 bis 1/10, etwaige zur Erklärung 
noch weiter nötige Details in gr 
   
sserem Massstab. 
Den Zeichnungen ist ein kurzer Erläuterungsbericht und eine vollständig 
g durchgeführte statische Berech- 
nung für die gewählte Öffnung und Pfeiler beizulegen. 
Die Aufgabe blieb ungelöst. 
lll. Abteilung für Maschineningenieurwesen einschl. Elektrotechnik. 
Eine eingehende Abhandlung mit Zeichnungen über das Einformen 1. von Dampfmaschinen und 2. von 
Turbinen wird verlangt. 
Zur Grundlage der Ausarbeitung sind zu nehmen: 
o o 
  
ad 1. Dampfmaschinen aus C. Bach: Maschinenelemente 
a) Stirnrad mit Winkelzihnen Fig. 87 und 88, 
  
b) Dampfzylinder und Gradführung Fig. 909 bis 315, | 
€) » » » , 916 bis 325. | 
ad 2. Francis-Turbine und Girard-Turbine nach beigegebenen Zeichnungen. | 
  
Für diese Aufgabe ist unter dem Kennwort: | 
Formerei und Giesserei 
eine Bearbeitung rechtzeitig eingegangen. Das Gutachten über sie lautet: 
Die eingelieferte Arbeit umfasst ein sorgfältig ausgearbeitetes Textheft und neun Blatt Zeichnungen. Letztere 
zeigen, dass der Bearbeiter mit den üblichen Methoden des Maschinenzeichnens nicht genügend vertraut ist. 
Im ersten Teil behandelt der Verfasser in richtiger Weise die allgemeinen Grundsätze des Einformens. 
Etwas schärfer dürften dabei einige Ausdrücke wie „fetter“ und „magerer Sand“ definiert werden; auch könnte 
  
man versuchen, an Hand einiger Beispiele die Korngrösse des Formsandes wenigstens in ihren Grenzen festzustellen. 
Bei der Schablonenformerei hätte zur Vervollständigung auch ‘die Ziehschablone und ihre Anwendung er- 
wähnt werden sollen. 
Gradführungen 909 und 316 aus C. Bach: Maschinenelemente. In erschôpfender Weise ist in diesem Ab- 
schnitt auf die Beschaffenheit der Modelle, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Konstruktionen hingewiesen. 
Die einzelnen Phasen des Einformens sind gut auseinander gehalten. 
Dampfzylinder 312 und 318 aus C. Bach:  Maschinenelemente. Hier hat sich der Verfasser die Aufgabe 
gestellt, dem Konstrukteur einige nützliche Winke für zweckmüssige Formgebung zu erteilen. Leider ist er dabei 
auf halbem Wege stehen geblieben. Es wäre hier der Platz gewesen, darauf hinzuweisen, wie der Konstrukteur dem 
Former das Herausheben des Modells aus dem Sand erleichtern kann, indem er, wenn möglich, seinen Konstruktionen 
etwas Anzug giebt. Die Begründung der Verwendung gusseiserner Kerneisen statt solcher aus Schmiedeisen ist 
nicht richtig. 
Der Vorzug des stehend gegossenen Zylinders gegenüber dem liegend gegossenen liegt nicht allein darin, 
dass der verlorene Kopf besser disponiert werden kann, sondern hauptsächlich in der günstigen Lagerung des Kerns. 
Die Erklärung der Wirksamkeit des von der Niemburger Maschinenfabrik angewandten Schaumtrichters ist 
nicht einwandfrei, da durch eine Kreisbewegung nicht die leichteren Teile nach aussen geschleudert werden. 
Das Einformen eines grossen Zylinders mit der Schablone ist sachgemäss behandelt. 
Einformen von Turbinen. Auch dieses Kapitel ist gut durchdacht; es wäre vielleicht am Platze gewesen, 
etwas genauer auf die richtige Einstellung der Blechschaufeln einzugehen, 
Einformen von Zahnrädern. Hier ist der Grundgedanke der modernen Räderformmaschine klar entwickelt. 
Die gestellte Aufgabe ist durch die Arbeit mit dem Kennwort „Formerei und Giesserei“ im ganzen richtig 
  
gelöst. Der Verfasser bekundet die Fähigkeit, einen vielseitigen Stoff mit klarer Überlegung übersichtlich zu ordnen. 
Besondere Anerkennung verdient der auf die Lösung der Arbeit verwendete Fleiss. 
Über den eingangs hervorgehobenen Mangel in der zeichnerischen Darstellung kann mit Rücksicht darauf, 
dass es sich nicht um eine konstruktive Aufgabe handelt, sondern um eine rein technolog 
  
he aus dem Gebiet der 
Formerei und Giesserei, hinweggesehen werden. 
 
	        

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