Full text: Jahresbericht der Königlichen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1900/1901 (1900)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Ferner wurde durch den Etat mit Wirkung vom 1. April 1901 an folgendes bestimmt: 
An der Technischen Hochschule wird den Hauptlehrern, sowie den Fach- und 
Hilfslehrern im Hauptamt einschliesslich des den letzteren gleichstehenden 
Maschineninspektors am Ingenieurlaboratorium ein Drittel des auf ihren 
Unterricht entfallenden Kolleggelds nach Massgabe der von dem Ministerium 
aufzustellenden Verteilungsgrundsätze überlassen. 
Sodann gewährt das Finanzgesetz für 1901 und 1902 vom 25. Juli 1901 (Reg.-Blatt Seite 193 ff.) 
Angehörigen der Technischen Hochschule Vergünstigungen in folgenden Bestimmungen: 
a) Nach Art. 9 des Gesetzes findet die Anstellung auf Lebenszeit u. a. nunmehr auch bei 
dem Maschineninspektor am Ingenieurlaboratorium und bei dem Betriebsingenieur der 
Materialprüfungsanstalt statt. 
b) Art. 10 des Gesetzes giebt nach dem Vorgang bei der Universität folgende ergänzende 
Vorschrift für die Berechnung des Gehalts bezw. Ruhegehalts der ordent- 
lichen Professoren: 
Für die ordentlichen Professoren der Technischen Hochschule in Stuttgart wird bei 
der Versetzung auf ein anderes Amt oder bei der zeitlichen oder bleibenden Ver- 
setzung in den Ruhestand ein Drittel des Gehaltes, in welchem sie stehen, als Ent- 
schädigung für ihren Unterrichtsgeldanteil in Berechnung genommen. 
An der allgemeinen Gehaltsaufbesserung der Staatsbeamten, welche durch den neuen 
Etat festgesetzt wurde, nahmen die Professoren und Beamten der Technischen Hochschule mit gewissen 
Beschränkungen teil. 
Der K. Regierung und den hohen Stánden sei auch an dieser Stelle aufrichtiger Dank gesagt 
für die gewährten beträchtlichen Mittel und die der Technischen Hochschule des Landes gemachten 
weiteren Zugestàndnisse. 
Das K. Ministerium des Kirchen- und Schulwesens hat sich mit der Weiterverwendung eines 
zweiten Assistenten am elektrotechnischen Institut (s. letzten Bericht) vom 1. April 1901 bis 81. Màrz 1902 
in stets widerruflicher Weise einverstanden erklärt und die provisorische Anstellung eines Assistenten 
für Botanik für die Studienjahre 1900/01 und 1901/02 genchmigt. 
Da die näheren Bestimmungen über die Erteilung des Grads eines Diplom-Ingenieurs noch 
nicht festgestellt werden konnten, hat das K. Ministerium des Kirchen- und Schulwesens die 
Technische Hochschule durch Erlass vom 17. September 1901 ermüàchtigt, denjenigen Personen, die 
im Besitz des Reifezeugnisses eines deutschen Gymnasiums oder Realgymmasiums, einer deutschen 
Oberrealschule oder einer gleichwertigen Anstalt sind und an der Technischen Hochschule in Stutt- 
gart auf Grund der bisherigen Prüfungsvorschriften die Diplomprüfung an den Abteilungen für 
Architektur, Bauingenieurwesen, Maschineningenieurwesen einschliesslich Elektrotechnik und Chemie ein- 
schliesslich Hüttenwesen oder die geodätische Diplomprüfung erstehen werden, den Grad eines Diplom- 
Ingenieurs zu verleihen. Bei den seither Geprüften kann dies auf besonderes Ansuchen geschehen. 
Auf Anregung des neuberufenen Professors für Mineralogie und Geognosie wurde unter Kürz- 
ung der Vorlesungen über Mineralogie und Geognosie um je 1 Stunde und unter Verlegung des 
Vortrags über Versteinerungskunde vom Wintersemester ins Sommersemester mit Wirkung vom 
Studienjahr 1900/01 an die Einführung einer 2 stündigen Wintervorlesung über Gesteinskunde genehmigt 
und deren Aufnahme in die Studienpläne der Architekten, Bauingenieure, Chemiker und Hütteningenieure 
verfügt. An Stelle des Worts Geognosie trat die Bezeichnung Geologie. 
  
 
	        

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