Full text: Bericht der Königlichen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1903/1904 (1903)

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Il. An der Abteilung für Bauingenieurwesen 
war die folgende Aufgabe gestellt: 
In einem Grundwasserträger mit gleichartigem Korn ist ein Brunnen von 0,2 m Halbmesser mit durchlässigem 
Mantel versenkt. Der Grundwasserspiegel hat in der Strómungsrichtung ein spezifisches Gefille a = 0,01; die 
undurchlàssige Schichte ist mit dem ungesenkten Spiegel parallel und liegt vor der Entnahme allerwárts 50 m unter 
demselben. Es soll angenommen werden, dab die Depressionsflàche, welche bei der Entnahme aus dem Brunnen 
entsteht, annühernd so hervorgeht aus jener, die sich bei einem Brunnen mit horizontaler undurchlàssiger Schichte 
und horizontalem Spiegel zeigen würde, dab die Leit- 
m = Schnittpunkt der Spiegellinien. 
kreise vom Radius x horizontal bleiben, dagegen die 
Erzeugenden der wasserdurchlassenden Zylinderfläche 
von sonst unveründerter Hóhe z nicht mehr senk- 
recht auf der undurchlüssigen Schichte stehen, sondern 
vertikal sind, also die undurchlässige Schichte unter 
einem Winkel, dessen Kotangente — « ist, schneiden 
   
  
(vgl. nebenstehende Figur). 
  
Versteht man unter » die Geschwindigkeit, i 
unter & das spezifische Gefälle des Grundwasser- X Ad e 
: : 1 An -— Chse 
iegels und unter k einen, der KorngrôBe des Grund- 
  
  
  
   
pr 
+ X Achse 
  
  
asserträgers angepaßten Proportionalitätsfaktor, so T 
; P. = ; ie 3 Z Achse senkrecht in O. 
gilt für die Bewegung v — k«. Mit Hilfe dieser S 
; : ; . ERAN thor Ans ¢ : UT arra; 
Formel und der Annahme eines weiteren Faktors q, Ursprünglicher Spiegel 2 Meter unter Terrain. 
mit welchem der geometrische Inhalt der senkrecht zur Strömungsrichtung stehenden Fläche multipliziert werden 
ß, um die wasserdurchlassende Fläche zu erhalten, ist die allgemeine Gleichung der Depressionsfliche, die bei der 
Zustrómung zu einem über horizontaler undurchlässiger Schichte in den Grundwasserträger versetzten Brunnen mit 
làssigem Mantel bei ursprünglich horizontalem Spiegel entsteht, aufzustelen. Die hiebei auftretenden Kon- 
stanten 7k @ sowie R sind aus den gleichzeitigen Beobachtungen x = 20, z = 49; x — 40, 2 — 49,35 zu bestimmen; 
ebenso die Senkung im Brunnen mit und ohne Rücksicht auf besondere Eintrittswiderstànde und Reibung des Wassers 
an der Brunnenwandung beim Aufsteigen. Die Entnahme beträgt 0,040 cbm. 
  
  
Nachdem dies geschehen, ist die Depressionsfliche bei geneigtem Grundwasserspiegel und parallel geneigter 
undurchlässiger Schichte wie oben angegeben zunächst analytisch, bezogen auf 3 senkrecht in 0 aufeinanderstehende 
Achsen (die X Z-Ebene in der Strómungsrichtung, die Y Z-Ebene senkrecht dazu gelegen) und sodann zeichnerisch 
festzulegen. Letzteres soll dureh Horizontalkurven im Hóhenabstande von 0,5 m geschehen, von welchen eine durch 
den Punkt »' (entsprechend dem horizontal berührten Scheitel »' des brunnenabwárts gelegenen Astes der Schnitt- 
kurve der Depressionsfliche mit der X Z-Ebene) zu legen ist. MaBstab 1:250. Die Grenzen für die Werte von y 
sollen zwischen y — 4-50 und y — — 50 liegen. Es sind je 3 Kurven oberhalb und unterhalb von =’, also 7 Hori- 
zontalschnitte aufzuzeichnen. 
Im weiteren ist durch Beschreibung und Zeichnung anzugeben, wie man verfahren müßte, um dem Grund- 
wasserstrom 0,120 cbm Wasser zu entnehmen. Es soll die hiefür beanspruchte Strombreite bestimmt und erörtert 
werden, welche Vorteile und Nachteile entstehen, wenn eine kleine oder größere Anzahl von Brunnen zur Verwendung 
gelangen, wie dieselben zweckmässig unter sich verbunden werden und in welcher Weise das Wasser sämtlicher 
Brunnen einem Sammelbehälter zuzuführen ist, aus dem die Hebemaschinen das Wasser absaugen. Zur Bestimmung 
der Höhenzahlen in den einzelnen Objekten der Wassergewinnungsanlage ist die Meereshöhe von 0 auf 200 m anzu- 
nehmen, Die Druckverluste in den Rohrleitungen, welch letztere handelsübliche Maße aufweisen müssen, sind nach 
der hiefür aufgestellten Tabelle der Bauingenieurabteilung zu berechnen. Alle Zeichnungen sind auf Aktenformat 
zu bringen. 
Über die einzige, unter dem Kennwort 
Alt-Heidelberg 
eingelieferte Arbeit wurde das nachstehende Gutachten abgegeben: 
  
  
  
  
 
	        

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