Full text: Deutsche Konkurrenzen (1894, Bd. 3, H. 25/36)

  
ganz er Bau zu wenig kirchlich und zu unruhig im Aufbau. Mangel- 
haft gänglichkeit des Innern bedingt zugleich die Unmöglichkeit einer 
schnellen Entleerung. 
No. 9. Sechseckstern mit A. I. Das Projekt hat einen klaren und 
gut disponierten Grundriss, zweckmäfsig angeordnete Zugänge, geräumige 
Tre und schöne Turmentwicklung im oberen Teil. Die übermäfsig 
  
   
lange Queraxe hat eine gedrückte Innenwirkung zur Folge. 
No. 13. Grünrotes Wappenschild, Das an sich ganz lobens- 
wert treben nach Einfachheit hat im vorliegenden Falle dazu geführt, 
dass der Charakter einer städtischen Kirche nicht genügend zum 
Ausdruck gebracht ist. Bemängelt wird ausserdem die allzugrosse Tiefe 
des Querschifls. 
No. 15. 10. März. Im Gegensatz zum vorigen zeigt dieses Pro- 
jekt eine opulente, aber immerhin geschickte Detailbildung, ausserdem 
sind die Treppenanlagen als nicht günstig zu bezeichnen. Die Aus- 
führung: des Projekts würde die gegebene Bausumme bei weitem über- 
schreiten, 
No. 20. Früh- Renaissance. Die Stellung des Turmes an der 
Seite ist in Rücksicht auf den Platz nicht gerechtfertigt, doch hat das 
Projekt manches Reizvolle. Der mit einem Tonnengewölbe überspannte 
Innenraum lässt eine gedrückte Wirkung befürchten. Die äussere Er- 
scheinung ist nicht frei von Willkürlichkeiten, 
No. 28. Drei Doppelringe. Bis auf die unzureichenden Treppen 
zu den Seiten des Turmes ein. gut durchgebildeter Grundriss. Gegen 
den in etwas konventionellen Formen gehaltenen architektonischen Auf- 
bau ist im allgemeinen nichts einzuwenden. 
No. 38. Scheibe mit Windrose. ‚Das Projekt zeigt eine reiche, 
aber willkürliche Durchbildung der architektonischen Formen, ist aber 
auch für den gestellten Preis nicht ausführbar, 
No. 62. Drei verschlungene Ringe. Das Projekt bietet eine 
interessante Lösung einer Centralanlage, zeigt einen schönen Grundriss 
wie Aufbau, jedoch ist den Verkehrsverhältnissen im Innern der Kirche 
zu wenig Rechnung getragen. Die Treppenanlagen sind aus der Zeich- 
nung nicht klar ersichtlich, wie auch hier mit der ausgeworfenen Bau- 
summe nicht auszukommen sein würde, 
Für die engste Wahl bleiben nun noch folgende fünf Projekte: 
No. 3 (Jehova), No. 16 (Dreipfennigmarke), No. 17 (ora et labora), 
No. 29 (Christus) und No. 80 (Romanischer Centralbau und Gotischer 
Centralbau). Von diesen werden nach reiflichem Ueberlegen ausge- 
schieden und zwar aus folgenden Gründen: 
No. 3 (Jehova). Das, wenn auch nicht originelle, so doch har- 
monisch durchgebildete Projekt erscheint im Aufbau, wie die perspekti- 
vische Zeichnung zeigt, nicht besonders glücklich. 
Das Projekt fiel mit 5 gegen 3 Stimmen. 
No. 17 (ora et labora I). Das Projekt zeigt das Streben, durch 
einfache Formgebung mit geputzten Mauerflächen die Möglichkeit der 
Ausführung für die ausgeworfene Bausumme zu gewährleisten, verfällt 
aber dabei und dadurch in eine gewisse Trockenheit der Formgebung, 
was besonders in der Erscheinung des Turmes zu Tage tritt. 
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