Full text: Deutsche Konkurrenzen (1894/95, Bd. 4, H. 37/48)

  
  
Turnhalle und des Abortsgebäudes, ein Mangel, welcher auch durch die Anordnung 
der doppelten, erforderlichen Falls zu überdeckenden Zugänge vom Hauptgebäude her 
nicht aufgehoben wird, Die Anlage eines Mittelvorbaus, sowie die Dachausbildung 
desselben ist durch den Grundriss wenig gerechtfertigt, ebensowenig erscheint die 
Hervorhebung des Eckbaues durch die Bestimmung der in demselben befindlichen 
ne hinreichend begründet, Der Eindruck des Aeusseren ist infolgedessen als ein 
twas unruhiger zu bezeichnen. 
No. 49. Zeichen: „Stern im Kreis.“ Zwei Flügel im rechten Winkel zu- 
nmenstehend. Der Verfasser sucht durch eine geschickte malerische Behandlung 
undriss wie im Aufbau zu gewinnen und erreicht durch dies etwas zu weit 
Bestreben in der Seite gegen Fischers Allee mehr den Charakter einer vor- 
Villa nebst Zubehör an Pferdestall und dergl., als denjenigen eines Schul- 
s. Die auf Sandstein berechnete, übrigens anziehende und mit grosser Stil- 
chung durchgeführte Ausbildung der Ansichten dürfte schwer in der vom 
ısser schriftlich angedeuteten Weise in Backstein umzugestalten sein, ohne an 
iz erheblich zu verlieren. Die Anordnung zweier an der Ecke belegenen Eingänge 
ıicht recht verständlich, auch ist der Hauptgang nicht ausreichend gut beleuchtet, 
izvoll ist die einfache Behandlung der Zeichnungen durch Schraffierung in 
ı Tone. 
No. 67. „Zicht.“ Zwei Flügel im rechten Winkel zusammenstossend mit 
‘inspringenden Winkel an der Strassenecke. Bei der mit grosser Klarheit und 
’htlichkeit durchgeführten Plananlage, in welcher alle Gänge einseitig gut be- 
sind, giebt nur der etwas zu schmale Eingang zu Bedenken Veranlassung, 
| r indessen auf Kosten der beiden Nebenräume leicht verbreitert werden könnte. 
\uch die Anordnung der Wohnungen ist, abgesehen vom Fehlen einer Speisekammer 
in derjenigen des Direktors, angemessen; die Umwandlung in Klassenräume leicht 
glich Ebenso ist die Anlage der Nebengebäude zu loben, obgleich die Aborte 
” durch einen kostspieligen bedeckten Gang zu erreichen sein würden. Die Aussen- 
cht wirkt im ganzen nicht ungünstig, doch giebt die Durchbildung der Einzel- 
n hier und da zu Bedenken Veranlassung, namentlich ist der obere Abschluss 
la als unbefriedigend zu bezeichnen, indem die sämtlichen aufstrebenden Teile 
gleicher Höhe begrenzt sind und dadurch auch die Strebepfeiler einer ge- 
n oberen Entwicklung entbehren. 
No. 78. „Im schönen Mar,“ Eine nach der Diagonale sehr glücklich durch- 
ebildete Grundrisslösung mit stattlicher dreiarmiger Treppe. Die Verbindung mit 
Nebengebäuden ist gut, ebenso die Anordnung der Wohnungen. Der Zeichen- 
zt zwar nicht programmmäfsig, doch lässt sich ein Umtausch mit zwei nach 
n belegenen Klassenzimmern leicht bewerkstelligen. Die Vorzüge des Grund- 
überwiegen diejenigen der Ansichten, Bei der Eckausbildung entspricht der 
nicht der erheblichen Betonung dieses Bauteils im Grundrisse; eine bessere 
rhebung desselben, vielleicht durch erhöhte Dächer, wäre erwünscht gewesen. 
No. 79. „Sczentzae.“ Die Grundrissanordnung des als Flügelbau mit rechtem 
Winkel gestalteten Hauptgebäudes ist in hohem Grade anziehend und reizvoll durch- 
geführt. Zu beanstanden ist nur die gebrochene Axe des Ganges im zweiten Ober- 
geschoss, sowie die Abmessung der Treppen der Direktorwohnung, Auch die Lage 
des Abortsgebäudes ist unzweckmäfsig. Lobenswert ist die Ausbildung der Ansichten, 
namentlich die geschickte Lösung der Strassenecke, wohingegen die Anordnung fenster- 
loser Giebel an beiden Fronten unmotiviert erscheint und. ohne schön zu wirken nur 
Kosten verursachen und konstruktive Nachteile für die Anbringung der Rinnen mit 
sich führen würde, 
In Erwägung, dass keine der eingelieferten Arbeiten so fehlerfrei und voll- 
kommen ist, bezw. die übrigen Arbeiten soweit überragt, um ihr den ausgesetzten 
ersten Preis zuzuerkennen, hat das Preisgericht von der ihm in den Konkurrenz- 
bedingungen erteilten Befugnis, die für Preise ausgesetzte Gesamtsumme anderweitig 
   
  
  
  
    
  
   
   
    
   
  
  
  
   
  
   
  
zu Verteilen, Gebrauch machen zu sollen geglaubt und daher beschlossen: 
1. Es erhalten Preise: je 1000 Mk. No. 8, Motto „Pfezl“, No. 67. Motto 
„Licht“, No. 78, Motto „{m schönen Mai“; — je 700 Mk. No. 3; Motto „Zur 
Prüfung“, No. 20, Motto „Zux“; — 600 Mk. No. 36, Motto „Jung Deutschland“. 
Fortsetzung auf Seite 32. 
 
	        

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