Full text: Deutsche Konkurrenzen (1894/95, Bd. 4, H. 37/48)

  
  
  
  
  
  
Programm. 
Auf dem Anwesen der Grossbrauerei Pschorr in München, Neuhauserstrasse 11 
und Altheimereck 2, 3 und 4, soll ein Konzert- und Ballhaus ersten Ranges errichtet 
werden, mit welchem das an der Neuhauserstrasse bestehende Hauptgebäude nach 
den folgenden Bestimmungen in geeignete Verbindung zu bringen ist. 
  
L. 
Das erwähnte Hauptgebäude soll in seinen oberen Geschossen einschliesslich 
Zugänge und Treppen thunlichst erhalten bleiben, während im Erdgeschoss 
us neue, auf ganze Gebäudetiefe reichende Restaurationslokale in verschiedener 
attung vorzusehen sind und zwar: getrennt durch die beizubehaltende starke 
auer je ein grosses Lokal in der Breite von 5 bezw. 4 Fensterachsen, sowie 
en letzterem und dem östlichen Zugang in der Breite von 2 Achsen ‚ein ein- 
faches Gastzimmer (sogenanntes Bräustübl) mit Schänke, welche so anzuordnen ist, 
dass auch über die Gasse bequem Bier abgegeben werden kann. 
Die dazu nötigen Betriebs- und Nebenräume, wie Küchen, Vorratskammern, 
Aborte etc, sind in Verbindung mit den vorerwähnten drei Restaurationslokalen so 
anzuordnen, dass hier und im Saalbau sowohl gemeinschaftlicher, als auch gesonderter 
Wirtschaftsbetrieb möglich ist, 
Die beiden obersten Geschosse des Vorderhauses dürfen mit dem Neubau in 
Verbindung gebracht und zu den Zwecken des letzteren mitverwendet werden, während 
die im I. Obergeschoss befindliche Wohnung thunlichst unberührt bleiben soll. 
Alle übrigen Bauten werden dem Abbruch unterstellt; die Erhaltung und 
Wiederbenützung der Keller- und deren Grundmauern wäre zwar erwünscht, wird 
jedoch nicht zur Bedingung gemacht. 
Die Wahl des Baustils wird den Bewerbern anheimgegeben; doch werden in 
jedem Falle einfache, von Ueberladung freie Architekturformen zur Anwendung 
empfohlen. 
  
    
   
    
   
  
  
   
  
N. 
Im Konzert- und Ballhaus, welches sich zwischen dem Hauptgebäude und 
dem Altheimereck auszudehnen hat, sind unterzubringen: 
Ein möglichst grosser Saal von mindestens 700 qm Flächeninhalt exklusive 
Galerie, mit einer geräumigen Konzert-Bühne für Orchester und Chor, nebst einem 
entsprechenden Raum getrennt vom Publikum zur Versammlung der Musiker vor und 
nach dem Konzert, zur Kleider-Ablage derselben und zur Aufbewahrung der Instru- 
mente mit eigenem Eingang, wenn möglich östlich von der Neuhauserstrasse, Die 
Möglichkeit einer Saal- oder Galerie-Erweiterung für gewisse Fälle ist anzustreben; 
ebenso soll die Möglichkeit, später Variet&- Vorstellungen mit Theater geben zu können, 
hierbei vorgesehen sein. — Eine geräumige Galerie mit 2 Repräsentations - Logen 
und Vorzimmer. — Ferner ein kleiner Saal. Entsprechende Buffets. und Schänken, 
mit den Küchen und Nebenräumen verbunden, sowie die nötige Anzahl Aborte und 
Pissoirs mit reichlicher Lüftung sind selbstverständlich mit vorzusehen. Die beiden 
Säle haben soviel natürliche Lichtquellen zu erhalten, dass sie ohne künstliche Be- 
leuchtung auch am Tage benützt werden können. Dieselben sollen zusammen, und 
wenn nötig auch getrennt, von verschiedenen Gesellschaften gleichzeitig zu benützen 
sein. — Als weiterer Nebenraum soll ein Wintergarten (mit Oberlicht) in entsprechender 
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