Full text: Deutsche Konkurrenzen (1894/95, Bd. 4, H. 37/48)

  
  
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Die Skizzen werden erbeten im Mafsstab von I: 200, eine Ansicht in I: 100, 
2. Erläuterungsbericht mit Hinweis auf die für die Ausführung in Aussicht ge- 
ommenen wichtigsten Baumaterialien, die Art der Bedachung und inneren Ausstattung. 
3. Kostenüberschlag, 
Die Preisbewerbung soll eine beschränkte. sein, der Art, dass fünf bewährte 
Architekten zur Ausarbeitung und Einreichung von Projekten ’ ersucht werden, die 
auf Grund dieses Programmes durchgearbeitet sind. 
Jedem der eingeladenen Herren Bewerber, welcher ein nach Ansicht des 
isgerichts gut durchgearbeitetes Projekt einliefert, vergütet der Kirchenvorstand als 
z für Unkosten 500 Mark. 
Ausserdem stellt der Kirchenvorstand dem Preisgericht zur Prämiierung der 
sten Projekte 4000 Mark zur Verfügung, mit der Berechtigung, diesen Betrag in 
iger Verteilung als drei Preise den Herren Verfassern zuzuerkennen, deren 
kte vom Preisgericht als die besten bezeichnet werden. Durch die Zuerkennung 
nes Preises werden die betreffenden Projekte Eigentum der evangelischen Kirchen- 
»meinde, 
  
  
   
   
E, Preisgericht. Das Preisrichteramt haben übernommen: Geh, Reg.-Rat 
ofessor Raschdorff, Berlin; Geh. Oberbaurat v. Weltzzen, Darmstadt; Hofbaudirektor 
ı Egle, Stuttgart; Stadtverordneter Kommerzienrat Preeforzus, Mainz; Stadtverord- 
eter Baumeister Usznger, Mainz; Pfarrer Frohnhäuser, Mainz; Abgeordneter Kom- 
ıerzienrat Römbheld, Mainz. 
Aus dem Protokoll des Preisgerichts. 
Zur Teilnahme an dem beschränkten Wettbewerb waren die folgenden fünf 
Architekten eingeladen worden: 
Kreyssig-Mainz, Neckelmann-Stuttgart, Otzen-Berlin, Schwartze-Darmstadt und 
Schwechten-Berlin. 
Es sind folgende fünf Entwürfe rechtzeitig eingetroffen: 
No. 1. „Kreuz. mit ‚Kreis in blauer Karbe“. — No. 2. ,Rheinisch‘. — 
No. 3. „Eine feste Burg ist unser Gott“; — No. 4. „Deo“, — No. 5. „Mit 
Gottvertrauen vorwärts schauen“, 
Die grosse Verschiedenheit, die sich bei der Art der Berechnung der Projekt- 
verfasser bezüglich der Fundamentierungskosten fand, veranlasste den Beschluss des 
Preisgerichtes , einen gleichmäfsigen Modus der Berechnung für alle Entwürfe bei 
Feststellung dieser Position der Kostenanschläge anzunehmen. Derselbe ging dahin, 
für das Quadratmeter bebauter Fläche den Einheitspreis von 30 Mark anzusetzen, 
der sich als ein mittlerer aus den von den Bewerbern angenommenen Mafsen und 
Preisen ergab und der auch nach den örtlichen Erfahrungen als ein angemessener 
erschien, 
No. 1. „Kreuz mit Kreis in blauer Farbe‘‘. Der in einfachen romanischen 
Formen gestaltete Entwurf zeigt für die Kirche einen Kreuzbau, dessen Vierung von 
einem mächtigen Turm überragt wird. Bezüglich der Anordnung der Nebengebäude 
konnte dem Verfasser nicht beigepflichtet werden, dass die Einengung der der Stadt 
zugewandten Westfront durch die vorgelegten, einen Vorhof einschliessenden Pfarr- 
häuser vorteilhaft sei, vielmehr musste in einer solchen Disposition eine erhebliche 
Beeinträchtigung der architektonischen Entwicklung der Westfront erblickt werden. 
Auch wurde der weite, von den Pfarrern von den Wohnungen bis zur Sakristei 
zurückzulegende Weg bemängelt. Der Anordnung der Wohngebäude an der Chorseite 
würde aus diesen Gründen der Vorzug um so mehr zu geben sein, als in der Ansicht 
der Kirche vom Rhein aus doch nur die höher ragenden Bauteile zur Geltung kommen 
können. — Für den angezeigt gewesenen mittleren Portaleingang in der Westfront 
können hier die beiden seitlich geschobenen und eingezwängten Eingänge keinen 
Ersatz bieten. Die Lösung der Eingänge überhaupt ist mit ihren meist indirekten 
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