Title:
Deutsche Konkurrenzen
Creator:
Neumeister, Albert Häberle, Ernst
Shelfmark:
XIX/493.4,8-1898
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554189511460_1898/106/
  
  
  
  
entbehrt. In der äusseren architektonischen Erscheinung ist das Haupt- 
motiv des Saales im grossen Giebel gut hervorgehoben und die Formen- 
gebung zeugt von künstlerischem Geschick, Der zur Betonung der Süd- 
Ost-Ecke vom Verfasser angeordnete Turm dürfte jedoch in seinem obern 
Teil über das Mafs des Zulässigen hinausg 1 und, ohne Beeinträchtigung 
der ‚malerischen Gesamtwirkung, wesentlic ızuschränken sein, 
„FW. u. Beh“ Die Lage‘ des ( judes auf dem Bauplatz 
ist umizweckmäfsig gewählt, da der Garten in seiner Nutzbarkeit zu 
sehr. “beeinträchtigt wird. Auch dürfte der Zugang zu den Dienst- 
räumen besser von der Strasse nördlich erfolgen. Ebenso ist die Lage 
de$” Stallgebäudes als ungünstig zu bezeichnen. Die Anordnung der 
-Diensträume entspricht im übrigen den Bestimmungen des Programms. 
Bezüglich der Dienstwohnung ist zu bemängeln, dass das Herrenzimmer 
nach Norden liegt und zwei der verlangten Schlafzimmer im Dachgeschoss 
angeordnet sind. Auch darf die im Erdgeschoss befindliche grosse Ein- 
gangshalle als zu aufwendig bezeichnet werden. In der äusseren Er- 
scheinung‘ des Gebäudes ist anzuerkennen das Streben nach malerischer 
Gruppierung. Der Charakter desselben ist jedoch überwiegend der des 
Landhauses und bringt die Bedeutung des öffentlichen Gebäudes nicht 
voll zum Ausdruck. 
Aus den vorstehend besprochenen Entwürfen wurden nunmehr als 
die hervorragenderen Lösungen die folgenden ausgewählt: 
I. „Der Kreisstadt“, 2. „Haus“, 3. „Auf der Höh’“, 4. „Form 
und Farbe‘, 5. „Sommernachtstraum‘‘.*) 
Bei der Verteilung der Preise unter diese Arbeiten trat allerdings 
der Uebelstand erschwerend für die Entscheidung hervor, dass keine der 
Arbeiten eine nach beiden Richtungen, sowohl nach der Ausbildung des 
Grundrisses, wie nach der der Fassaden hin, durchaus gleichwertige 
Lösung darbot; einer richtigen Auffassung der Architektur stand eine 
schwächere Grundrisslösung zur Seite und umgekehrt. Dennoch glaubten 
die Preisrichter, dass aus diesen Arbeiten sich jedenfalls mit geringen 
Abänderungen eine brauchbare, in jeder Beziehung befriedigende Lösung 
gewinnen lassen würde und verteilten daher die Preise wie folgt: 
den ı. Preis der Arbeit mit dem Kennwort „Der Kreisstadt“, 
Verfasser: Architekt Beck in Darmstadt, . 
den 2. Preis der Arbeit mit dem Kennwort „Auf der HöhW“, 
Verfasser: Architekt Moessinger in Frankfurt a. M., 
den 3. Preis der Arbeit mit dem Kennwort „Haus“, 
Verfasser: Architekten Brantzky & Remges in Köln. 
Die Arbeiten „Sommernachtstraum‘“ und „Form und Farbe“ 
wurden zum Ankauf empfohlen, ersterer ausschliesslich wegen der Vor- 
züge des Grundrisses. 
Bauausführung. 
Der mit dem ersten Preis gekrönte Entwurf „Der Kreisstadt“, 
Verfasser Herr Architekt Eugen Beck in Darmstadt, soll nach erfolgter 
Abänderung zur Ausführung gelangen. 
*) Verfasser dieses Entwurfs ist Herr Yos. H. Richter- Cottbus. Es war leider 
nicht möglich, diesen Entwurf in der Reihe der übrigen Entwürfe zu bringen, da der 
Herr Verfasser durch Veränderung seines Wohnsitzes von der beabsichtigten Ver- 
Ööffentlichung seines Entwurfs zu spät Kenntnis erhalten hatte, D. Herausgeber, 
 
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.