Full text: Deutsche Konkurrenzen (1900, Bd. 11, H. 121/132)

  
A ERNLEEUN 
  
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7. 
Im Sockelgeschosse sind ausser den angegebenen Räumen die nötigen Räume 
für die Centralheizung, für Kohlen und Holz etc. vorzusehen. 
Aus dem Gutachten der Preisrichter. 
Chemnitz, am 19. Oktober 1899. 
Das Preisgericht trat am 18. Oktober 1899 zusammen. 
Im ganzen waren 45 Entwürfe eingegangen, welche schon hinsichtlich des 
geforderten Rauminhalts vorher einer näheren Prüfung unterzogen worden waren. 
Man schritt zunächst zu einer erstmaligen Durchsicht und Prüfung der Ent- 
würfe nach der laufenden Nummer der Aufstellung. Hierauf wurden sämtliche Pläne 
in derselben Reihenfolge einer nochmaligen Durchsicht unterworfen, bei welcher 
nach einstimmigem Beschlusse des Preisgerichts 21 Entwürfe als zur Prämiierung 
ungeeignet ausgeschieden wurden. 
Bei der abermaligen Sichtung wurden weitere 12 Pläne zurückgestellt, so dass 
alsdann noch ı2 Pläne zur engeren Wahl übrig blieben. Es waren das die mit 
folgenden Kennworten bezeichneten: 
‚Der Vaterstadt“, „„Bringe Glück“, ‚König Albert im Wappen“, ‚Ad 
futurum memoriam‘““, „Antiquitäten“, „Am Anger“, „Abt Hilarius‘, ‚„‚Matador“*, 
„Fürs kleine Manchester“, ‚Unter dem Rautenkranz‘“, ‚,Wettin“, „„Städtebild‘“ 
Der Erfolg der letzten Beratung war, dass von diesen ı2 Entwürfen die Pläne 
mit den Kennworten: „Der Vaterstadt‘, „Bringe Glück“, „Antiquitäten“, „,Weltin‘“ 
als besonders hervorragend angesehen und daher nach der Reihenfolge der Aufstellung 
einer weiteren eingehenden Abwägung unterworfen wurden, deren Ergebnis das 
folgende war: 
  
  
Kennwort: „Der Vaterstadt‘. 
Die einfache, klare, zweckmäfsige Anordnung des Grundrisses in Bezug auf 
die Zugänglichkeit von aussen, auf die Disposition der Haupttreppe und deren Ab- 
messungen, auf die Beleuchtung und die räumliche Ausdehnung des Vestibüls und 
des anschliessenden Korridors wurde gerühmt. Die Gruppierung der Hauptfassade 
an der Seite der Königstrasse fand ebenfalls Beifall, weniger die einfache Gestaltung, 
die der Verfasser der Fassade nach der Petrikirche gegeben hat. Die Art und Weise, 
wie die Ausstellungsräume im Zusammenhange an den Aussenfronten und um den 
ausreichend gross bemessenen Hof herum gruppiert sind, wurde als zweckmäfsig 
anerkannt, wenn auch einigen derselben eine etwas grössere Tiefe gewünscht wurde. 
Zu tadeln waren die viel zu klein bemessenen und als Wendeltreppen gestalteten 
Nebentreppen in den hinteren Ecken des Hofes. Die geschaffenen Räume ent- 
sprachen im allgemeinen den Anforderungen des Programms. 
Kennwort: „Bringe Glück“. 
Der Grundplan zeigt in Bezug auf die Anlage der Treppe als Verkehrs- 
ausgangspunkt nach den verschiedenen Stockwerken und Abteilungen d 
die als richtig anerkannte Ecklage, die hier mit vorgeschobener Eingangshalle und 
daran angeschlossenem Vestibül verbunden ist. Die Ausnutzung der Grundfläche ist 
eine gute. Der Verkehr in dem hinteren Teile der Anlage wird durch zwei Neben- 
treppen vermittelt. Die geforderten Raumgrössen sind mit Ausnahme eines geringen 
Teiles der naturwissenschaftlichen Sammlung. vollkommen erreicht. Zweckmäfsig ist 
die Anlage eines Gleises mit Drehscheiben für den Transport grösserer Gegenstände 
im Sockelgeschoss. Besonders zu loben ist die Anordnung des für die Sammlung 
der „Kunsthütte“ bestimmten Hauptgeschosses durch gute Verhältnisse der Oberlicht- 
säle. Die Ausbildung der, äusseren Ansichten im Charakter des spätgotischen Profan- 
baues ist eine sehr ansprechende und gut durchgeführte. Freilich sind auch einige 
Mängel hervorzuheben, die namentlich in der durch knappe Treppenbreite bei drei- 
armiger Anlage hervorgerufenen ungünstigen Erhellung des Vestibüls, in der stufen- 
artigen Gliederung der Hauptansicht und in der durch künftigen Anbau bedingten 
Verlegung der Fensterseiten von aussen nach dem Hofe zu bestehen. 
es Museums 
  
 
	        

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