Full text: Deutsche Konkurrenzen (1900, Bd. 11, H. 121/132)

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5. Die Entwürfe mit Erläuterungsbericht sind bis zum 15. Mai 1900 ein- 
zusenden, 
„©. Das Preisgericht soll bestehen aus den Herren: Oberbaudirektor Dr. Durm 
in Karlsruhe, Professor Henricz in Aachen, Geheim. Oberbaurat, Prof, Hofmann 
in Darmstadt, Geheim. Regierungsrat, Prof. Raschdorff in Berlin, Architekt, Prof, 
Gabr. ‚Seidl in München, Regierungsrat, Direktor Cam. Sz/te in Wien, Prälat Dr. 
Schneider in Mainz, Oberbürgermeister Dr, Gassner, Beigeordneter, Baurat Kuhn, 
Stadtverordneter, Geheim. Kommerzienrat Michel, Stadtverordneter, Rechtsanwalt 
Dr. Schmitt, Stadtverordneter, Baumeister Jr, J.: Usinger, 
  
7. Zur Preisverteilung gelangen 6000 Mark. 
In Aussicht genommen wird die Verteilung 
eines I. Preises von 3000 Mk,, 
eines 2. „2000 
eines 3. % „. 1000 
doch bleibt dem Preisgericht das Recht vorbehalten, die Gesamtsumme anders zu 
verteilen, mit der Einschränkung, dass höchstens 4 Preise gebildet werden dürfen. 
Die preisgekrönten Entwürfe gehen in das Eigentum der Stadt Mainz über. Die 
Stadt Mainz hat das Recht, weitere Pläne um den Preis von je 1000 Mk. anzukaufen. 
Den. Verfassern preisgekrönter und angekaufter Pläne steht, ebenso wie der Stadt 
Mainz, das Recht der Veröffentlichung zu. 
8. Die Grösse des neuanzulegenden Stadtteils beträgt innerhalb einer, in den 
Axen der umziehenden Strassen verlaufenden °Abschlusslinie rund 111270 qm, ein- 
schliesslich des Grundstücks des ehemals Kurfürstlichen Schlosses mit einem Flächen- 
inhalt von 14500 qm. Der für Anlage des neuen Stadtteils in der Umgebung des 
Schlosses verfügbare Flächenraum beziffert sich somit auf etwa 96770 qm. Auf 
einen möglichst grossen Gewinn an gutem Baugelände wird besonderer Wert gelegt, 
mindestens muss der Flächeninhalt des Baugeländes (einschl. Pumpstation) 48500 qm 
betragen. Die sich ergebenden Bauplätze sollen mindestens 4400000 Mk. erbringen. 
Als Verkaufspreise können: zur Zeit für I qm. angenommen werden : 
a) an der Kaiserstrasse und Rheinallee durchschnittlich 100 bis 110 Mk., 
b) in den Nebenstrassen 64 bis 90 Mk. 
9. Der an der Rheinallee gelegene Raimundigarten bildet eine nach der 
ersteren und nach der Kaiserstrasse zu durch hohe Stützmauern eingefasste Bastion 
mit einer Plateauhöhe von + 11,70 m Mainzer Pegel. Die Bastion kennzeichnet die 
Grenze der alten Festungswerke. Die Abtragung des Erdwerks ist in Aussicht 
genommen. Sollte trotzdem in ‚einem Projekt eine teilweise: Erhaltung des Gartens, 
etwa an der Bastionecke, in Aussicht genommen werden, ‚so‘müsste die Gartenfläche 
in. das Mafs der nach Art. 8 für Strassen und Plätze bestimmten Fläche ein- 
gerechnet werden. 
10. Zur Zeit, als noch 
Garten angenommen war, wurde in dem 
richtung einer Pumpstation in der, dem Kurfürstliche 
Bastionecke an der Rheinallee vorgesehen. SE 
Diese Pumpstation hat den Zweck, die Abwässer des unteren Kanalsystems 
der Altstadt in den höher gelegenen Sammelkanal der Neustadt zu überführen. ‚Die 
Abwässer sind hier von einem Brunnen aus, welcher mit Einrichtung zum Zurück- 
halten von Sink- und Schwimmstoffen versehen ist, vermittelst eines elektrisch an- 
getriebenen Pumpwerks in einen UVeberlauf zu heben. 
Der Maschinenraum, welcher eine Fläche von etwa 8 mX 15m erfordert, der 
Brunnen und Ueberlauf, sowie die Verladestelle für Brunnenschlamm müssen ge- 
schlossen überbaut, der Ueberbau muss künstlich entlüftet sein. Auf der Station 
müssen ferner 3 kleinere Räume für Bureau und Schlafstellen und womöglich eine 
Wärterwohnung vorhanden sein. Die Gesamtanlage erfordert einen Flächenraum von 
800 bis 900 qm. 
Eine Verlegung der Station 
schiedenen Gründen erwünscht.» Ei 
grösseren Aufwendungen für den Umbau fertiggestellter Kanalanl 
Eine architektonische Lösung, durch welche die Station an ] 
die Erhaltung der Raimundibastion als öffentlicher 
Plane für die städtische Kanalisation die Er- 
n Schlosse gegenüberliegenden 
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in eine hintere Nebenstrasse erscheint aus ver- 
ne Verschieburtg ist technisch möglich, aber mit 
agen verbunden, 
ener Schlossecke, 
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