Full text: Deutsche Konkurrenzen (1900, Bd. 11, H. 121/132)

  
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Es wurden den Genannten 49 Entwürfe, auf 201 Blättern dargestellt, übergeben, 
n Beratungen über die Entwürfe übernahm Geheimrat Raschdorff 
  
Bei den folgend 
den Vorsi 
Beim ersten gemeinsamen Rundgang ergab sich, dass drei der abgelieferten 
Entwürfe, No. 46, 47 und 48, den Anforderungen des Programmes nicht entsprachen, 
indem sie sich auf die Grundrisse beschränkten und der verlangten Perspektiven ent- 
behrten, und dass der Entwurf Nr. 49 zu spät abgeliefert worden war. Diese vier 
Arbeiten mussten daher ausser Bewerbung gestellt werden. Bei einigen der ver- 
bleibenden 45 Arbeiten waren die Bedingungen des Wettbewerbes. nicht vollständig 
erfüllt, während der weitaus grössere Teil dem Programm völlig entsprach, 
Na der ersten eingehenden Besprechung und Begutachtung der Entwürfe 
ergab sich, dass ı7 aus vorerwähntem Grunde, sowie wegen Minderwertigkeit und 
Mangel an zweckmäfsiger und künstlerischer Gestaltung auszuscheiden waren, 
Das Preisgericht hatte sich demgemäfs nur noch mit 28 Leistungen zu befassen 
und einigte sich auf fünf Entwürfe, welche als die wertvollsten und besten Leistungen 
der Konkurrenz bezeichnet wurden, Mit Anerkennung muss hervorgehoben werden, 
dass die Bewerbung von absolut verfehlten oder abenteuerlichen Leistungen völlig 
freigeblieben ist, und ihr Gesamtergebnis der deutschen Architektenschaft in der That 
zur Ehre gereicht. Die fünf Entwürfe, welche in die engste Wahl kamen, sind folgende : 
No. 7. Motto; „Gott machte das Land, der Mensch die Stadt‘““, No. 19. 
Motto: „Necesse est‘, No. 20. Motto: „Gegen den Zopf‘“ No. 24. Motto: ‚,Maz- 
käfer‘““ (Bild). No. 41. Motto: ‚„‚Pankratius““. 
Bei der Beratung dieser Entwürfe ging das Preisgericht von folgenden Gesichts- 
punkten aus, die einerseits als GGradmesser für die Beurteilung der einzelnen Entwürfe 
zu Grunde gelegt worden sind, und andererseits sich thatsächlich in mannigfaltigen 
Lösungen verwirklicht finden, 
In gleicher Weise waren ‚dabei die rein künstlerischen Gesichtspunkte und die 
praktischen Fragen zu berücksichtigen. Denn, wenn auch das ganze W ettbewerbungs- 
unternehmen auf eine möglichst vollendete künstlerische Lösung der Aufgabe in erster 
Linie abzielte, so musste als Vorbedingung gelten, dass durch gute Ausnutzung der 
3augelände die Stadt Mainz überhaupt in die Lage versetzt werde, die Verwirklichung 
eines künstlerischen Idealplanes zur Durchführung zu bringen, 
Im einzelnen lassen sich die Gesichtspunkte dahin zusammenfassen: Es wird 
als vorteilhaft angesehen, eine klar ausgesprochene Teilung des Geländes in einen 
einen Nutzteil vorzunehmen. Dafür bestimmend ist, 
ntalen Elemente in der Bebauung eine grösst- 
Nutzteil die ökonomische Ver- 
bauenden Publikum 
  
  
  
  
durchweg monumentalen und 
dass durch Vereinigung der monume 
mögliche Wirkung erzielt und andererseits in dem 
Wertung in bester Weise ermöglicht werden kann, ohne dem 
Jästige Beschränkungen aufzuerlegen. 
Bezüglich des Monumentalteiles handelt es sich um vorhandene und zu 
schaffende Bauwerke. Erstere die Peterskirche, das Kurfürstliche Schloss und das 
Grossh, Palais, sowie die. im Baue begriffene Christuskirche, Da‘ diese von den erst- 
genannten Bauten entfernt liegt, ergiebt sich als natürlich, die zukünftigen Monumental- 
gebäude den drei erstgenannten anzugliedern. Es haben jedoch die glücklicheren 
Lösungen erwiesen, dass auch die Christuskirche erfolgreich in das monumentale 
Architekturbild einbezogen werden kann, ein Gesichtspunkt, der in der Beurteilung 
des künstlerischen Wertes der Projekte eine entsprechende Rolle spielen musste, 
Innerhalb der Monumentalzone kam zunächst die Lösung 
Kurfürstlichen Schlosses in Betracht. Es ergab sich als wünschenswert und möglich, 
diese Seite des Schlosses in ihrer monumentalen Wirkung zu erschliessen, ja wO- 
r minder günstig solche Lösungen erachtet wurden, die 
eine Betonung der Diagonalaxe erstreben und damit von vornherein „sich im Gegensatz 
stellen zu den Absichten, welche unzweifelhaft die Erbauer des Neuschlosses selbst 
geleitet haben. Die vollkommenste Lösung ist in der V erwertung des‘ Tiefparterres 
an der Hofseite des Schlosses bei Herstellung einer einheitlichen Platzanlage zu 
finden, welehe die organische Zusammenstellung der zukünftigen Monumentalbauten 
mit‘ dem Schlosse zur Voraussetzung hat, ohne letzteres in seiner gesonderten Be- 
deutung zu beeinträchtigen. 
g g 
der Hofseite des 
möglich zu steigern, wobei als 
  
  
  
 
	        

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