Full text: Deutsche Konkurrenzen (1900, Bd. 11, H. 121/132)

Aus dem Ausschreiben. 
Die Kirche soll einen Turm erhalten und mit den Emporen, die sofort ein- 
zubauen sind, insgesamt, einschliesslich der Orgelbühne, nicht mehr als 600 Sitzplätze 
bieten. Die Orgelbühne ist so herzustellen, dass ein Chor von mindestens 60 Per- 
sonen Platz findet. Sollte diese Orgelbühne angesichts der Gemeinde‘ hinter dem 
Altar angeordnet werden, SO ist sie so zu gestalten, dass sie den Sängern eine un- 
geschmälerte Teilnahme an den kirchlichen Handlungen gestattet. Die Stellung der 
Kanzel bleibt dem Baumeister überlassen, doch soll der Prediger ihunlichst von 
allen Sitzen zu sehen sein. Der Baumeister ist nicht gebunden, für den Altar einen 
besonderen Altarraum (Apsis) zu bauen, doch soll der Abendmahlstisch erhöht sein 
und der Raum um denselben nicht beengt. Der gotische Stil ist ausgeschlossen. 
An Zeichnungen sind zu fertigen: ein Lageplan 1: 500, zwei Grundrisse 
in Sockelhöhe und Höhe der Emporen I : 200, die zur Klarlegung der Raum- 
verhältnisse erforderlichen Längs- und Querschnitte , mindestens ein Querschnitt und 
ein Längsschnitt, I: 200, eine Vorder-, eine Seiten- und eine Rückansicht I : 200, 
ein Erläuterungsbericht, welcher die gewählten Anordnungen, Konstruktionen und 
Baumaterialien darlegt; ein kontrolierbarer, nach dem Kinheitspreis pro cbm berech- 
neter Kostenanschlag bei genauer Angabe des umbauten Raumes in cbm. Gemessen 
wird bis Oberkante Hauptgesims für den Kirchraum und bis zum Beginn des Helmes 
für den Turm. Die Kirche soll Zentralheizung erhalten, deren Anlage mit den er- 
forderlichen Schornsteinen in den Plänen eingetragen und im FErläuterungsbericht 
beschrieben sein muss. Die Baukosten sollen einschliesslich Orgel, Kanzel, Altar, 
Heizungsanlage, Geläut, Gestühl, Uhr, Architektenhonorar u. S. W. den Betrag von 
150000 Mk. nicht überschreiten. Die Wahl des Materials ist dem Baumeister über- 
lassen. Auf eine Orientierung des Kirchengebäudes wird kein Gewicht gelegt. 
Das Preisrichteramt haben übernommen die Herren: Professor Dr. Zoeschcke, 
Pastor Pahncke, Professor Semons, Stadtbaurat Schultze, Königl. Kreisbauinspektor 
Schulze, sämtlich in Bonn; Königl. Baurat Freyse in Köln, Königl. Baurat O/fo March 
in Charlottenburg. 
Für die 3 besten Pläne sind 3 Preise von I 500, 1000 und 500 Mk. ausgesetzt. 
Mit der Zahlung der Preise werden die preisgekrönten Arbeiten Eigentum der Ge- 
meinde, welche sich die Freiheit des weiteren Vorgehens vorbehält. Der Lageplan 
des Bauplatzes ist durch das Presbyterium unentgeltlich zu beziehen. Die Zeich- 
nungen nebst Anlagen sind spätestens bis zum I. November 1899 an das Presbyterium 
einzusenden. 
  
  
  
Aus dem Urteil des Preisgerichts.”) 
Die Preisrichter- Kommission bestand aus den Herren Königl. Baurat Zreyse 
in Köln, Königl. Baurat March in Charlottenburg, Professor Dr. Zoeschcke, Pastor 
Pahncke, Professor lic. theol. Simons, Königl. Baurat Schulze, Stadtbaurat Schultze, 
sämtlich in Bonn. 
107 Architekten hatten 110 Pläne eingeschickt. 
*) Es ist hier nur zum Abdruck gelangt, was sich auf Entwürfe des vorliegenden Heftes bezieht, 
  
  
  
  
  
 
	        

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