Zum Ankauf empfohlen wurde vom Preisgericht der Entwurf
No. 5 „Elly‘““: Die Anordnung der Gebäulichkeiten erscheint recht
zweckmässig mit Bezug auf die Himmelsrichtung und die gegebenen
örtlichen Verhältnisse. Der Grundriss ist im allgemeinen eigenartig
durchgebildet. Die Lage der Haupträume, des Speisesaales, des Musikzimmers,
die Anordnung der Küchenräume, der Damenwohnzimmer,
sowie der Nebenräume entspricht den Anforderungen des Programms.
Zu beanstanden sind dagegen die übertriebene Grösse des Vestibüls,
die Lage der Haupttreppe nach der Seite der Hauptaussicht hin und
die Grösse der gartenseitigen Veranda, welche für die vorgesehene
Anzahl der Stiftsdamen zu bedeutend erscheint und den dahinter
liegenden Räumen den genügenden Licht- und Luftzutritt benimmt.
Die Architektur des Haupthauses ist ansprechend und dem Charakter
eines Stiftshauses wohl angemessen. Das Küchengebäude ist in bequemer
Lage zum Speisesaal gebracht. Jedoch ist die Küche selbst zu
klein, auch die Anordnung der übrigen Nebenräume lässt im einzelnen
zu wünschen übrig. Die Bausumme wird nicht überschritten und sind
angemessene Einheitspreise zu Grunde gelegt.
No. 22 „Ä bissel sähr viel Arbeet“: Der Grundriss erscheint
allzusehr zerrissen und bietet keine befriedigende Lösung; dagegen trifft
die Architektur sehr wohl den Charakter eines vornehmen und freundlichen
Heims. Der Ausbau des Dachgeschosses im Hauptgebäude zur
vollen Etage geht über die Anforderungen des Programmes hinaus.
Die Darstellung und Durchbildung des Entwurfes ist eine anerkennenswert
geschickte.
No. 36 „Am Siebengebirge“: Der Grundriss ist in Bezug auf
die Anordnung der Haupträume, deren Lage nach der Gebirgs- und
Gartenseite gemäss den örtlichen Verhältnissen die erwünschtere ist,
zu bemängeln, ausserdem sind nicht die genügenden Aussichtsgelegenheiten
nach der bevorzugten Seite vorhanden und die Korridore zu
eng und dunkel. Die Architektur ist stilgemäss und geschickt durchgebildet
und vorzüglich dargestellt, doch lässt sie den Charakter des
behaglichen Wohnhauses vermissen. /
No. 55 „4m Rhein“: Der Grundriss ist in der Hauptsache richtig
aufgefasst, insofern die Haupträume nach dem Garten und der Gebirgsseite,
der Flur zur Strassenseite liegen. Die nicht nutzbaren Räume,
Hallen und Flure, überwiegen jedoch zu sehr. Die Fronten zeigen
einen unbegründeten Wechsel von unnötig grossen und ganz kleinen
Fenstern. Der Speisesaal wird durch die vorgelegte gedeckte Veranda
in unangenehmer Weise verdunkelt,
Bauausführung.
Ueber die Bauausführung ist zur Zeit noch keine Entscheidung
getroffen. Dies wird auch in naher Zeit noch nicht geschehen.