Die Provinz-Einteilung
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Es empfiehlt sich
für jeden, der sich
etwas näher mit
China beschäftigen,
insbesondere der die
gegenwärtige politi
sche und wirtschaft
liche Entwicklung
verstehen und ver
folgen will, sich mit
den Namen und der
Lage der chinesi
schen Provinzen
vertraut zu machen.
Schon an Größe
und Bevölkerungs
zahl ähneln sie viel
weniger dem, was
wir in Europa als
„Provinzen“ denn
als „Länder“ zu be
zeichnen pflegen.
Die Durchschnitts
größe der chinesischen „Provinzen" ist 220000 qkm * 1 ); also dreimal
so groß wie Bayern und nur ein Viertel kleiner als ganz Preußen.
Die größte Provinz, Sz’tschwan, ühertrifft sogar noch erheblich die
Größe des Deutschen Reiches und die kleinste, Tschekiang, immer
noch die von Bayern. Sie sind aber auch oft nicht nur physisch
geographisch recht gut individualisierte Gebilde — als ein Beispiel
diene die Provinz Kiangsi, die fast vollständig dem Zuflußgebiet des
Poyang- Sees entspricht und von dessen Wasserscheide umschlossen
wird —, sondern die Kerne ihrer Bevölkerungen, durch zum Teil
sehr altes geschichtliches Erleben miteinander zusammengeschweißt
und durch stark entwickelte Selbstverwaltung zu ausgeprägtem
Bewußtsein dieser Zusammengehörigkeit gekommen, bilden auch
Besonderheiten innerhalb der chinesischen Gesamtbevölkerung, die
mindestens so deutlich und so wirksam sind wie die Stammesunter
angabe die Schätzungen der chinesischen Postverwaltung vom Jahre 1923
(vgl. S. 125) zugrunde gelegt (Die Wirtschaft des Auslandes 1900—1927,
S. 680).
1) Tiessen, China, S. 108.
Fig. 3. Karte der Provinzen.