Full text: Deutsche Konkurrenzen (1905/06, Bd. 19, H. 217/228)

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Nach Eröffnung der Briefumschläge ergaben sich als Verfasser des Entwurfs 
mit dem Kennwort: ,, Will-mer’s- Dorf?“ die Architekten Zaar &* Vahl, Berlin, 
Sigmundshof 11, 
mit dem Kennwort: „S/adthaus“ die Architekten Emmingmann &° Becker, Berlin, 
Beruoburgerstr. 13, ; 
mit dem Kennwort: „Zeonidas“ die Architekten F. & W. Hennings, Karlshorst, 
Augusta Viktoriastr. 78 
und mit dem Kennwort: „Zw Miezes Geburtstag“ Architekt Josef Reuters, Wilmers- 
dorf, Ringbahnstr. 20. 
Vorbemerkung. 
Mit Rücksicht auf die unregelmässige Gestaltung des Fehrbelliner - Platzes und 
des für den Rathausbau bestimmten Grundstücks, hat das Preisgericht geglaubt, auf 
eine peinliche Einhaltung der im Plane festgelegten Baufluchtlinien keinen besonderen 
Wert legen zu sollen. 
„Gutachten, 
I. Preis. Kennwort: „Will- mer’s- Dorf?“ Die Grundrissanordnung ist 
übersichtlich und klar. Die Gruppierung der Räume um den nach einem Halbkreise 
angeordneten Korridor ermöglicht bequemes Zurechtfinden für das Publikum. Eine 
etwaige spätere Verschiebung bezw. Erweiterung der Bureaus, besonders der Kassen- 
räume, ist nach dem Entwurfe leicht durchführbar. Die Anlage der Haupt- und 
Nebentreppen, der Räume für den Bürgermeister, der Säle und Hallen ist glücklich 
gewählt. Der Turm hat die richtige Stelle erhalten. Der Wert der inneren Räume 
ist in passender Form in der Architektur des Aeusseren zum Ausdruck gekommen. 
Bei allen diesen Vorzügen kann über geringe Mängel, wie z. B. die nicht aus- 
reichende Höhe der Wandelhalle etc., hinweggesehen werden. 
II. Preis. Kennwort: ‚Stadthaus‘. Abweichend von den Lösungen aller 
übrigen Verfasser hat der Bearbeiter dieses Entwurfes eine Anordnung der Haupthalle 
und im Zusammenhang damit der Haupttreppe in der Längsachse des Grundstücks 
gewählt. Wenngleich der Anschluss dieser Haupthalle an die im Vordergebäude 
liegende Querhalle nicht einwandsfrei erscheint, so ist die Lösung doch als eine 
originelle anzuerkennen und mit Rücksicht auf die Lage der Festräume auch als 
eine geeignete und zweckmässige Grundlage zu erachten. Anzuerkennen ist ferner 
das Bestreben des Verfassers, die Arbeitsräume durchweg an grosse Höfe zu legen 
und die kleineren zur Beleuchtung der Korridore zu verwenden. Als durchaus un- 
zulässig muss dagegen die Lage des Magistratssitzungssaales und der damit ver- 
bundenen Räume bezeichnet werden. Die an historische Formen sich anlehnende 
Architektur zeigt gesunde und würdige Auffassung und weist das Gepräge eines 
Stadthauses auf, 
III. Preis. Kennwort: „Zeonidas‘. Die Grundrissanordnung ist klar, jedoch 
die doppelt angeordnete Haupttreppenanlage als nicht glücklich zu bezeichnen. Die 
Anordnung der Festräume, Sitzungssäle etc. ist zu billigen, nur hätte der Magistrats- 
sitzungssaal grössere Höhe und der Festsaal ein besseres Verhältnis der Tiefe zur 
Länge erhalten müssen. Trotz einiger nicht unerheblicher Mängel im Grundriss hat 
das Preisgericht sich für Zuerkennung eines Preises ausgesprochen, weil die Archi- 
tektur in massvoller und bescheidener Form und für ein Stadthaus charakteristisch 
gehalten ist. 
III. Preis, Kennwort: „Zu Miezes Geburtstag‘. Die Grundrissanordnung 
des Kopfbaues am Fehrbelliner - Platz ist sehr glücklich gewählt; namentlich verdient 
die Gruppierung der Haupträume, welche ohne Ausnahme am richtigen Platze liegen, 
volle Anerkennung. Leider hat der Verfasser trotz grosser künstlerischer Begabung 
und geschickter Darstellung es nicht erreicht, dem Gebäude das charakteristische 
Gepräge eines Rathauses zu geben. 
Bauausführung. 
Das Hochbauamt in Wilmersdorf ist mit der Aufstellung eines neuen selbständigen 
Entwurfs beauftragt worden. 
AL)-
	        

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