Full text: Deutsche Konkurrenzen (1905/06, Bd. 19, H. 217/228)

Bauprogramm. 
Als Bauplatz ist der auf dem Lageplan in grüner und gelber Farbe 
kenntlich gemachte Platz in Aussicht genommen; begrenzt durch den 
Kaiser Wilhelmplatz, den Marktplatz, einen 2 m und 1,4 m breiten 
Gang (Fleischstrasse), der nicht bebaut oder überbaut werden darf, 
durch das Haus Hakenstrasse 2a und die Hakenstrasse. 
Um die Geschlossenheit des Marktplatzes und des Kaiser Wilhelm- 
platzes zu wahren und andererseits doch den Bedürfnissen eines ge- 
steigerten Verkehrs Rechnung zu tragen, ist an der dem Kaiser Wilhelm- 
platz zugekehrten Front in ganzer oder beliebiger Länge innerhalb des 
grün angelegten Platzes, von der Ecke B des Platzes beginnend, zu 
ebener Erde ein Arkadengang von ungefähr 31/2 m Breite anzuordnen, 
der den Fussgängerverkehr auf dieser Seite des Platzes aufzunehmen hat. 
A B ist die Saumsteinkante (Bordschwellenkante) und die Breite von 
31/2 m ist von dieser Saumsteinkante an gerechnet. Die Arkaden sollen 
beim Eckhause am Markt überbaut werden, weiterhin wird die Ueber- 
bauung etwa angeordneter Arkaden ganz oder zum Teil freigelassen. 
Die aufgehenden Pfeiler der Arkaden müssen mit der Vorderkante von 
der Saumsteinkante mindestens einen Abstand von 0,40 m haben. 
An der südwestlichen Seite des Grundstücks Hakenstrasse 2b ist ein 
im Lichten 1,30 m breiter, überbauter Durchgang (in dem Lageplan 
gelb angelegt) vorzusehen. Nach dem 2 m und 1,40 m breiten, sowie 
nach dem gelben Gange können Fenster und Türen angelegt werden. 
Höfe brauchen nicht weiter freigelassen zu werden. 
Bei dem auszuführenden Bau muss auf Stil und Höhenmafse der 
benachbarten Häuser, namentlich des Rathauses, Rücksicht genommen 
werden, so dass trotz etwa abweichender Stilformen sich eine harmonische 
Gesamtwirkung ergibt. Hinsichtlich des Höhenmafses ist besonders zu 
beachten, dass die oberen Abschlussgesimse das Hauptgesims des Rat- 
hauses nicht überragen. Die Höhe des Rathauses beträgt vom Fussweg 
bis Oberkante Hauptgesims ungefähr 15 m, bis Oberkante der Balustrade 
ungefähr 16 m und bis zum Dachfirst ungefähr 28 m. Im übrigen ist 
die Bremer Bauordnung von 1883, die in der Buchdruckerei von Carl 
Schünemann in Bremen vorrätig ist, massgebend. Die anzuwendenden 
Stilarten, sei es Gotik, Renaissance oder spätere Formen, sind in der 
Weise auszubilden, dass sie sich der altbremischen Architektur einfügen. 
Die Neubauten sollen aus drei individuell gestalteten Gebäuden 
bestehen, bei denen Gesimsdurchführungen in gleicher Höhe tunlichst 
zu vermeiden sind. Ebenso wie die einzelnen Gebäude sich individuell 
unterscheiden sollen, kann auch bei den Arkaden eine verschiedene 
Scheitelhöhe gewählt werden. . 
Die der Südwestecke des Rathauses gegenüberliegende Nordostecke 
darf nicht zurückspringen, eher könnte der Zwischenraum zwischen 
beiden Ecken in den oberen Geschossen durch geeignete Vorbauten, 
wie Erker, tunlichst verringert werden; jedoch sind alle Uebertreibungen 
dabei zu vermeiden.
	        

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