Full text: Deutsche Konkurrenzen (1906, Bd. 20, H. 229/240)

  
  
  
  
  
  
  
Aus dem Ausschreiben. 
Die Beteiligung an dem Wettbewerb ist offen für alle Architekten 
deutscher Reichsangehörigkeit. 
Der Vorstand des Heringsdorfer Turmbauvereins beabsichtigt, auf 
dem Präsidentenberge bei Heringsdorf, in nächster Nähe des Strandes, 
eine Bismarck-Warte zu errichten, Der Bauplatz ist ein Rechteck von 
50 mal 300 m und liegt 50 m über der Ostsee. 
Das Bauwerk soll als Aussichtsturm dienen und Gelegenheit bieten, 
auf seinem oberen Teile eine quadratische Feuerschale von etwa 
1,50 m mal 1,50 m Fläche mit etwa 40 cm hohem Rande aus I cm 
Eisenblech unterzubringen, welche bequem bedient werden kann, 
Die der Aussicht dienende Plattform soll durch eine bequeme 
1,25 m breite Treppe mit den nötigen Podesten aus armiertem Beton 
zugänglich gemacht werden. Das Steigungsverhältnis der Treppe soll 
17:30 cm betragen. Innerhalb des Turmes soll die Möglichkeit zur 
späteren Unterbringung eines Personenaufzuges vorgesehen werden. 
Das untere Stockwerk des Bauwerks soll eine einfache Gedächtnishalle, 
welche massiv überdeckt werden soll, enthalten mit besonderem Eingang. 
Es wird anheim gegeben, die Treppe durch einen Vorbau zu- 
gänglich zu machen, 
Die Höhe der für die Aussicht bestimmten Plattform soll 35 m 
über Terrain betragen. 
Das Denkmal soll den Charakter eines Denkmalsturms tragen 
und in seiner Erscheinung nicht an einen Aussichtsturm oder Leucht- 
turm erinnern, 
Als Material für die äusseren Flächen des Bauwerks sind rote 
Handstrichsteine (ev. Klosterformat) mit weisser Fugung anzunehmen, 
es wird jedoch eine Verblendung mit gesprengten Findlingssteinen zur 
Bereicherung des architektonischen Aufbaues in grösserem Umfange 
freigestellt, — was auch mit Rücksicht auf die Herstellungskosten 
dringend zu empfehlen ist. 
Die Baukosten, inklusive Feuerungs- Anlage, dürfen 35000 Mark 
nicht übersteigen, wobei jedoch ländliche Einheitspreise für die Arbeits- 
löhne und Materialien einzusetzen sind,
	        

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