Full text: Deutsche Konkurrenzen (1906, Bd. 20, H. 229/240)

   
   
  
     
  
   
   
   
    
  
  
   
     
   
   
   
  
   
  
    
   
    
    
    
   
   
    
  
   
  
  
   
   
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
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Zerbst, die älteste Stadt im N rzogtum Anhalt, zählt zurzeit 18000 Einwohner. 
De e Charakter ist fast vollständ ‚ewahrt; die im ersten Drittel des 15. Jahr- 
rts erbaute Stadtmauer ist mit ihren mittelalterlichen Türmen und Wehrgängen 
Ilständig erhalten. Der Markt ist beiderseits mit alten Giebelhäusern besetzt, 
im mittelalterlichen Holzfachwe teils im massiven Putzbau und im Stile 
17. und des 18. Jahrhunderts. Nas spätgotische Rathaus (mit schönen, alten 
acksteingiebeln) ist 1610 durch einen Anbau nach der Marktseite im damaligen 
restauriert worden. Die Mittelschule am 
u. Von den Kirchen sind 3 im gotischen 
Stile — darunter die Ende des vor ırhunderts erbaute katholische Kirche in 
Ziegel-Rohbau mit Werkstein — und € im Barockstile erbaut. Im übrigen weist 
die Stadt eine grosse Anzahl Holzfachwerkbauten aus der Zeit von etwa 1500 bis 
1800 auf, Die alte Stadtbefestigung ist, wıe schon erwähnt, im gotischen Backstein- 
rohbau aufgeführt. 
Das Portal D des 1582 eröffneten Friedhofs II, etwa aus derselben Zeit 
sancegiebeln. 
Stile erweitert und nach dem Brande 18 
Markte ist ebenfalls ein spätgotischer Put 
  
  
   
  
  
   
stammend, ist ein schwerer, gequaderter Putzbau mit 5 Rena 
Von einem charakteristischen oder vorherrschenden Stile kann somit kaum 
die Rede sein. 
Bemerkt wird noch, dass der in der Ausführung begriffene Friedhof III, wie 
im Lageplan angedeutet, parkartig angelegt wird. 
Aus dem Gutachten. 
Anwesend die Herren: zürgermeister Neidholdt, Stadtrat Casster, Regierungs- 
baumeister Arendt, zauschuldirektor Schöler, Stadtverordneten - Vorsteher Lorenz, 
Stadtverordneter Drezbrodt, Stadtbaumeister Schmzadr, ferner Magistrats - Sekretär Vogel 
als Protokollführer. 
Verhandelt Zerbst, am 23. und 26. Februar 1906, 
Dem versammelten Preisrichterkollegium wurde zunächst mitgeteilt, dass im 
ganzen 225 Entwürfe eingegangen seien, und dass die technische Vorprüfung derselben 
durch die Herren Regierungs - zaumeister Arendt und Stadtbaumeister Schmidt erfolgt 
sei, worüber diese Herren ein schriftliches Gutachten erstattet haben. Sämtliche 
Entwürfe sind übersichtlich ausgestellt. 
Es wurden zunächst 5 Entwürfe wegen verspäteter Absendung und 13 weitere 
wegen Unvollständigkeit vorweg von der Preisbewerbung ausgeschieden. 
Wegen mangelhafter architektonischer Behandlung oder ungenügender Durch- 
bildung des Grundrisses wurden bei der ersten Sichtung 78 Entwürfe, beim zweiten 
Rundgang weitere 70 Entwürfe und schliesslich bei der dritten Sichtung noch 
32 Entwürfe ausgesondert 
Die verbleibenden 27 Entwürfe wurden zur besseren Uebersicht gesondert 
aufgehängt und durch das gesamte Preisgericht einzeln einer eingehenden Prüfung 
unterzogen, infolgedessen zunächst 12 Entwürfe, sodann n0( h 7 Entwürfe ausgeschieden, 
sodass nur die Nrn. 6, 37, 142b, 159, 173, 178, 182 und 190 übrig blieben. 
Von diesen Entwürfen war keiner in architektonischer Beziehung und zugleich 
in der Grundrisslösung einwandfrei, weshalb von der Erteilung eines 1. Preises 
abgesehen werden musste. Da die drei Entwürfe No. 37, 159 und 190 für die besten 
und für unter sich annähernd gleichwertig gehalten wurden, ist nach längerer Aus- 
sprache beschlossen worden, beim Gemeinderate der Stadt Zerbst die Erhöhung der 
  
für Preise ausgesetzten Gesamtsumme von 500 auf 600 Mark zu beantragen, und den 
drei letztgenannten Entwürfen No. 37, 159 und 190 je einen Preis von 200 Mark 
zuzuerkennen. Die übrigen in engster Wahl befindlichen Entwürfe No. 6, 142b, 
173, 178 und 182 sollen dem Gemeinderate zum Ankauf für je 75 Mark empfohlen 
werden. 
Für diesen Beschluss waren folgende Gesichtspunkte massgebend: 
  
  
 
	        

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