Full text: Deutsche Konkurrenzen (1906, Bd. 20, H. 229/240)

  
  
Aus dem Ausschreiben. 
Es handelt sich um einen Öffentlichen Wettbewerb unter den die deutsche 
Reichsangehörigkeit besitzenden Architekten zur Erlangung von Skizzen für den 
Neubau eines Verwaltungs- und Quittungskartengebäudes der Landes -Versicherungs- 
anstalt. Posen. 
Der Bauplatz ist annähernd eben, nach der Posener Strasse zu etwas abfallend. 
Das Grundstück ist 7550 qm gross, wovon 1500 qm für Vorgärten und zur 
Strassenanlage bezw. Verbreiterung abgehen, so dass eine bebauungsfähige Fläche 
von 6050 qm verbleibt. 
Für die Bebauung ist massgebend die Baupolizei- Ordnung für die Provinzial- 
Hauptstadt Posen vom 31. März 1903. 
Die mit den jetzt zu errichtenden Gebäuden wirklich zu bebauende Fläche 
soll vorläufig 2250 qm nicht überschreiten. Der verbleibende Rest soll für etwa 
künftig durch Ausdehnung des Geschäftsumfanges notwendige Erweiterungsbauten 
vorbehalten bleiben. 
Vorweg ist zu bemerken, dass bei dem Neubau einerseits die für die Auf- 
bewahrung der Quittungskarten und für das zugehörige Beamtenpersonal bestimmten 
Räume und anderseits die der sonstigen Verwaltung dienenden Räume in Betracht 
kommen. 
Bei den Quittungskarten handelt es sich um die Aufhäufung von Urkunden, 
deren Sicherung durch die Bauanlage besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden ist. 
Ob der für die Aufbewahrung der Quittungskarten bestimmte Gebäudeteil räumlich 
abgesondert von dem übrigen Verwaltungsgebäude anzulegen oder in anderer Weise 
gegen Feuersgefahr sicher zu stellen sein wird, bleibt dem Ermessen des Architekten 
überlassen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass für den Geschäftsbetrieb der 
erleichterte Verkehr der im übrigen Teile des Verwaltungsgebäudes untergebrachten 
Beamten mit denjenigen Beamten, die in den für die Aufbewahrung der Quittungs- 
karten bestimmten Gebäudeteilen arbeiten, von Bedeutung ist. 
Es sind folgende Räume vorzusehen: 
A. Im Verwaltungsgebäude: 
a) I Sitzungssaal und Kleiderablage für den. zurzeit aus 6 Personen bestehenden 
Gesamtvorstand. Der Sitzungssaal, der zugleich als Vorzimmer für den Sitzungs- 
saal des Ausschusses (siehe b) dienen kann, soll künftig für 12 Personen Platz bieten. 
I Sitzungssaal nebst Kleiderablage für den zurzeit aus 20 Personen bestehenden 
Ausschuss. Der Saal soll künftig — ausser dem erhöht unterzubringenden Sitz 
für den Vorsitzenden und 1—2 Schriftführer — Raum für etwa 50 Ausschuss- 
mitglieder bieten. Ferner ist in diesem Saale seitwärts von dem Sitze des 
Vorsitzenden Platz für etwa 6 Vorstandsmitglieder vorzusehen. 
c) ı Zimmer für den Vorsitzenden des Ausschusses. 
d) ı Zimmer für den Vorsitzenden des Vorstandes, 
e) als Kassenräume, die möglichst abseits der Strasse, aber im Erdgeschoss und 
für das Publikum leicht erreichbar unterzubringen sind, 
«) ı Zimmer für den Rendanten, 
ß) ı Zimmer für den Kassierer, das zugleich als Abfertigungsraum für das 
Publikum zu dienen hat, 
y) ı Zimmer für 2 Buchhalter, 
d) 2 Reserveräume, 
€) 1 feuersichere Stahlkammer mit Vorraum. 
Es ist erwünscht, dass die Kassenräume untereinander verbunden sind, 
dass die Zimmer des Rendanten und des Kassierers nebeneinander liegen und 
dass die Stahlkammer nebst Vorraum an das Zimmer des Kassierers anstossen. 
f) 5 Dezernentenzimmer mit den erforderlichen Warteräumen für Besucher; 
inindestens 1 Dezernentenzimmer ist im Erdgeschoss unterzubringen. 
2 Aerztezimmer mit gesonderten Warteräumen für die Patienten beiderlei Ge- 
schlechts. Diese Räume sind möglichst in der Nähe des im Erdgeschoss be- 
legenen Dezernentenzimmers und für das Publikum leicht erreichbar unterzubringen. 
In der Nähe der Warteräume sind für die Patienten (für Männer und für 
Frauen getrennt) Klosetts vorzusehen. 
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