Full text: Deutsche Konkurrenzen (1910/11, Bd. 25, H. 289/300)

  
   
  
  
  
  
    
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
  
  
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Es ist zu berücksichtigen, daß in den Lehrwerkstätten der Goldschmiede, Kunstschlosser, Ornament- 
bildhauer, Figurenbildhauer und Holzschnitzer sowie in den Aktsälen Abendunterricht erteilt wird, 
Für die betreffenden Räume ist eine solche Lage zu erstreben, daß ein möglichst geringer Teil des 
Gebäudes abends benutzt wird. 
Aus dem Gutachten des Preisgerichts. 
Es waren zu dem Wettbewerb 97 Entwürfe mit 1002 Blatt Zeichnungen rechtzeitig eingeliefert worden. 
Diese in dem anliegenden Verzeichnisse namhaft gemachten Entwürfe und Schrifistücke waren in den Schul- 
zimmern und Fluren der Volksschule an der Antwerpenerstraße aufgehängt, numeriert und durch das städtische 
Hochbauamt einer Vorprüfung bezüglich der Erfüllung des Programms, Lieferung der geforderten Zeichnungen, 
Unterbringung der Räume sowie der beigebrachten Kostenüberschläge unterworfen worden, 
Im ersten gemeinsamen Rundgange wurde eine Sichtung der eingegangenen Entwürfe in der Weise 
vorgenommen, daß zunächst diejenigen ausgeschieden wurden, die wegen ersichtlicher Mängel in der Grundrißan- 
ordnung oder Gestaltung des Äußeren bei der Bewerbung um einen der Preise nicht in Betracht kommen konnten. 
Es waren dies 41 angeführte Entwürfe. 
Es verblieben somit im Wettbewerb noch 56 Entwürfe, welche einer weiteren Besprechung unterzogen 
wurden mit dem Ergebnis, daß zunächst 38 angeführte Entwürfe, und sodann nach nochmaliger Erörterung 
weitere 9 Entwürfe als für die Zuerteilung eines Preises nicht in Frage kommend zur Ausscheidung gelangten. 
Es verblieben nunmehr die Entwürfe 11, 16, 19, 45, 46, 59, 61, 92 und 93 zur engsten Wahl und wurden 
diese wie folgt begutachtet: 
Der Entwurf No. 92 „Baugedanke“ 
Jäßt schon bei erster Durchsicht sowohl im Grundriß- als im Aufbaugedanken eine reife künstlerische Arbeit 
erkennen. Als besonders gelungen muß die ebenso monumental aufgefasste wie zweckmäßige Anordnung des 
Haupteinganges in seinen Beziehungen ‚zu den 3 Treppenhäusern, der Wandelhalle und den Fluren bezeichnet 
werden. Die Verteilung der programmmäßig vorgeschriebenen Räume und deren Lagen zu den Himmels- 
richtungen ist wohlüberlegt und zweckentsprechend. Auch die Anordnung der Ausstellungshalle am Kümpchenshof 
und deren direkter Zugang von dort, sowie ihre Benutzung als Verbindungsglied zwischen Direktorwohnhaus 
und Schulgebäude ist wohlgelungen. Zur Steigerung der Höhe dieser Halle wäre es zweckmäßig gewesen, 
den Fußboden um einige Stufen tiefer zu legen. Nicht zweckmäßig erscheint die Anordnung der Hauptgarderobe 
für die Schüler im Untergeschoß. Die Ausnutzung des zur Wandelhalle erweiterten Mittelflurs im Erdgeschoß 
als Sammlungsraum für Vorbilder ist zu loben. 
Die Eingliederung des Direktorwohngebäudes zwischen den Hauptbau und die alte Stadtmauer ist nach 
Grundriß und Aufbau wohl gelungen. 
Die geschlossene Anordnung des Grundrisses in Verbindung mit einer sachlichen. einfachen Architektur 
läßt erwarten, daß der Bau mit nicht zu erheblichen Kosten sich herstellen lässt. 
Der äußere Aufbau ist in seiner Gruppierung und in der Umrißlinie wohl abgewogen und es muß 
anerkannt werden, daß der Verfasser bestrebt gewesen ist, die hochgeführte Gebäudemasse vom Hansaring ab 
nach rückwärts zu drängen, dagegen die schön gruppierte Gebäudemasse am Hansaring selbst, flach gelagert 
auszubilden. Es wäre zweckmäßig gewesen, durch ein Modell nachzuweisen, ob nicht durch die dachlose 
Form des Zwischenbaues eine zu große Lücke zwischen den hochgeführten Dächern der Seitenflügel ent- 
stehen würde. 
Der Schwerpunkt in der architektonischen Lösung liegt infolgedessen in der schönen Massen- 
gruppierung, in dem gallerieartigen Zusammenschluss der Fenstermotive und der maßvollen Anwendung von 
architektonischen Mitteln. 
Platzanlage. 
Der Verfasser schlägt die Ausführung eines grossen Wasserbeckens mit Figurenschmuck und mächtigen 
Taxushecken als Hintergrund vor, eine Anordnung, die gerade sehr geeignet ist, den von dem Kunstgewerbe- 
museum, dem geplanten Neubau und der alten Stadtmauer gebildeten Platz vorzüglich aufzuteilen. Grössere 
Abmessungen des Beckens in der Richtung der Platztiefe bei geringerer Größe in der Richtung der beiden 
Gebäude wäre günstiger gewesen, zumal im Hinblick auf das Zusammenwirken der am Beckenrand vorgesehenen 
Skulpturengruppe. Auch wäre hier und da, zumal im Hintergrund des Beckens, eine platzartige Erweiterung der 
Umgangswege erwünscht gewesen. 
Sehr zweckmäßig ist der. vor dem Atelier für Steinbildhauer durch eine Pergola abgeschlossene Vorhof 
an der Nordseite, 
  
  
 
	        

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