Full text: Deutsche Konkurrenzen (1910/11, Bd. 25, H. 289/300)

  
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Der Gedanke, vor der Haupteingangshalle am Hansaring ebenfalls eine durchbrochene gallerieartige 
Vorlage zu schaffen und diese mit Brunnenanlagen zu verbinden, muß als sehr glücklich bezeichnet werden. 
Dabei dürfte es sich jedoch empfehlen, um die Anlagen geschlossener zu halten, den Portalvorbau mit dem 
Satteldach bis zur Flucht dieser Pergola vorzuziehen und den Rahmen des Portals bedeutungsvoller auszubilden. 
Der Entwurf No. 93 „Rheingold“ 
ist als eine im Grundriß und Aufbau klare Lösung zu bezeichnen. 
Der Haupteingang am Hansaring liegt gut, die Haupteingangshalle und die Haupttreppe sind geschickt 
und schön gestaltet, die Korridore von einem Mittelhofe aus gut beleuchtet. Die Nebentreppe und ihre Beziehung 
zu dem Gesamtgrundriß und dem Nebeneingang am Kümpchenshof ist glücklich angeordnet. Garderoben und 
Aborte liegen zweckmäßig. Die Raumfolge und die Orientierung der Schulräume ist gut, dagegen läßt die 
Anordnung des Vortragssaales, sowie die Grundrißlösung der Direktorwohnung und der Kastellanswohnung zu 
wünschen übrig. Als besonders gelungen muß die Erweiterung der Straße ‚Am Kümpchenshof‘ bezeichnet 
werden, die zu einer besseren Belichtung der dort gelegenen Räume und auch zu einer architektonisch reizvollen 
Hofanlage geführt hat. 
Der äußere Aufbau zeichnet sich durch eine einfache geschlossene Massengliederung mit guter Dach- 
bildung aus, sehr geschickt ist die Herabminderung der Wirkung der Gebäudehöhe durch Anordnung einer 
Attika. Die Verhältnisse der Säulenstellung‘ vom Hauptportal sind nicht glücklich, auch steht sie mit der hinter 
und über ihr liegenden Raumbildung nicht im organischen Zusammenhang. Die Verschiedenheit der Fenster- 
Größen- und Höhenanlage ist nicht immer glücklich ausgeglichen. 
Der Entwurf No. 19 „Non sine Iumine“ 
zeichnet sich durch eine sehr knappe Grundrißgestaltung aus, bei der in ganz eigenartiger Weise jeder Binnenhof 
vermieden ist. Die Lage des Haupteingangs am Kümpchenshof ist zwar für die Benutzung des Gebäudes nicht 
unzweckmäßig, aber nicht ohne ästhetische Bedenken. Im Übrigen ist die Ausbildung der Haupteingangshalle 
und ihr Zusammenhang; mit den Haupttreppen sowie die Korridorführung sehr geschickt. 
Es ist einer der wenigen Entwürfe, bei denen für die im Programm besonders vermerkten Räume ein 
direktes Nordlicht erzielt ist. 
Der geschlossene Aufbau mit dem beherrschenden Mitteldach ist vortrefflich, besonders gelungen ist 
auch die Anordnung der flach gedeckten Vorbauten nach der Platzseite. Das Nebenportal am Hansaring ist 
etwas gekünstelt und weicht, ebenso wie die dreifache Säulenhalle in der Formgebung, zu sehr von einander, 
wie auch von dem bestehenden Kunstgewerbemuseum, ab. 
Für-die Platzgestaltung ist es günstig, daß sie in ihrer Längenwirkung durch den zwischen den Ge- 
bäudeflügeln angelegten Vorhof räumlich gesteigert wird. 
Mit Stimmeneinheit wurde 
der erste Preis von 6500 Mk. dem Entwurf No. 92, Kennwort „Baugedanke“, 
der zweite Preis von 5000 Mk. dem Entwurf No. 19, Kennwort „Non sine Iumine“ und 
mit Stimmenmehrheit 
der dritte Preis von 3500 Mk. dem Entwurf No. 93, Kennwort „Rheingold‘“ zuerkannt. 
Die Entwürfe No. 11, 16, 46, 59 und 61 wurden wegen einzelner Vorzüge, die teils in der Grundriß- 
anordnung, teils im Aufbau bezw. der Platzgestaltung hervortraten, zum Ankauf empfohlen, während dem 
Entwurf No. 45 trotz ähnlicher Vorzüge wegen der Überschreitung des Bauplatzes nicht die gleiche Aus- 
zeichnung zuerkannt werden konnte. 
Es wurde nun zur Eröffnung der Briefumschläge geschritten und ergaben sich als Verfasser der Arbeit 
No. 92 „Baugedanke‘“, Architekt Franz Brantzky B. D. A. in Köln, 
No. 19 „Non sine Iumine“, Architekten Peter Recht, Paul Bachmann und Carl Colombo in Köln, 
No. 93 „Rheingold“, Architekten C. F. W. Leonhardt B.D. A. und Carl Schmidt in Frankfurt a. M. 
Ankäufe : 
No. 11 „Kontrast“, Architekten H. Mattar und E. Scheler in Köln, 
No. 16 „Kunst und Handwerk“, Architekt Professor Wilhelm Kreis in Düsseldorf, 
No. 46 „Harmonie“, Architekt Friedrich Veil in Stuttgart, 
No. 59 „Selbständig“, Architekt Leonhard Hepdecker in Kempten im Allgäu, 
No. 61 „Der steinerne Hanseate‘“, Architekten Beck und Hornberger und Regierungs-Baumeister 
Mößner in Dresden. 
Bauausführung: 
Zur Ausführung ist der mit dem 1. Preise ausgezeichnete Entwurf des Herrn Architekt B.D.A 
Franz Brantzky-Köln bestimmt worden. i 
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