Neubau des Realgymnasiums nebst Direktorwohnhaus
zu Völklingen a. d. Saar.
Architekt C. Lennartz, Frankfurt a. M.
Zur Gewinnung von Plänen für den Neubau eines Realgymnasiums nebst
Direktorwohnhaus zu Völklingen a. d. Saar wurde im Jahre 1906 unter 10 Architekten
ein engerer Wettbewerb ausgeschrieben, nach welchem der preisgekrönte Entwurf des
Architekten CC‘ Lennartz-Frankfurt a. M. zur Ausführung gewählt und dem Verfasser
desselben die Bearbeitung der Pläne und die künstlerische Bauleitung übertragen
urde. (Vergl. Deutsche Konkurrenzen Heft No. 245.)
Nach einer Bauzeit von 2 Jahren wurden die Gebäude im Herbste vorigen
Jahres fertiggestellt und ihrer Bestimmung übergeben. Die gesamte Gebäudegruppe,
deren Lage aus den beigegebenen Grundrissen ersichtlich ist, legt mit der Längslehnung‘
an der ansteigenden Hohenzollernstrasse und hat ihre Hauptbetonung an der
üdwestlichen Ecke, welche den Abschluss eines in der Anlage begriffenen Platzes bilden
soll. Die Hauptschulräume sind gegen Osten orientiert. Die Turnhalle, über welcher im
Obergeschoss die grosse Aula untergebracht ist, liegt in dem gegen Osten gechteten
Flügelbau. Im Norden schliesst sich das Haus des Direktors an, welches durch
eine spätere Erweiterung der Schule mit dem Schulgebäude verbunden werden soll.
Die Gebäude sind unter teilweiser Verwendung von Pfälzersandstein und Bruchstein
aus der dortigen Gegend verputzt und sind mit roten Biberschwänzen eingedeckt.
Die Erwärmung geschieht durch eine Niederdruck - Dampfheizung. Bei dem gesamten
Aufbau wurden die neuesten Konstruktionsmethoden in Anwendung gebracht.
Die Kosten des Schulgebäudes betrugen einschliesslich aller Nebenanlagen und
sonstiger Ausgaben insgesamt ca. 400,000 Mark, die für das Direktorwohnhaus ca.
‚000 Mark.
Für die innere Ausgestaltung und Dekoration stiftete die Firma Gebrüder
Röchling einen namhaften Beitrag‘; ferner bewilligte der Kunstverein für die
Rh
ıde und Westfalen eine grössere Summe. für die Bemalung der Aula.