Full text: Deutsche Konkurrenzen (1910/11, Bd. 25, H. 289/300)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Rathaus in Schöneberg. 
Aus dem Ausschreiben. 
Zur Erlangung von Entwürfen zum Neubau des Rathauses in Schöneberg wird unter den in Groß-Berlin 
ansässigen Architekten (Groß-Berlin umfaßt sämtliche durch Vorortverkehr mit Berlin verbundene Ortschaften) 
ein Wettbewerb ausgeschrieben. 
Die Entwürfe sind bis zum 1. Februar 1910 bei dem Magistrat Schöneberg einzureichen. 
Es werden verlangt: 
. ein Lageplan 1: 500; 
. die Grundrisse sämtlicher Geschosse 1: 200: 
. die Ansichten des Gebäudes vom Rathausplatz und der Freiherr vom Stein-Straße 1: 200; 
. ein. Teil der Außenarchitektur 1:50; 
. die hauptsächlichsten Schnitte 1:200; 
. je eine Innenansicht des Bürgersaales und des Sitzungssaales der Stadtverordneten-Versammlung 1:25; 
. eine perspektivische Ansicht; 
. ein Erläuterungsbericht; 
9. ein prüfungsfähiger Kostenüberschlag , berechnet nach Kubikmetern umbauten Raumes unter Ansatz 
eines Einheitspreises von 27 Mk. für das Kubikmeter. 
Die Gesamtbaukosten des zunächst auszuführenden Bauteiles (I. Bauperiode) dürfen die Summe von 
3'/» Millionen Mark nicht wesentlich überschreiten. 
Preisrichter sind die Herren: Geheimer Ober-Baurat Eggert-Berlin, Wirklicher Geheimer Rat, Ministerial- 
und Ober-Baudirektor Dr. Ing. Hinckeldepn-Charlottenburg, Geheimer Baurat und Stadtbaurat Dr. Ing. Hoffmann- 
Berlin, Geheimer Baurat Professor Kaypser-Berlin, Kaiserlicher Geheimer Baurat und Königlich Sächsischer Ge- 
heimer Hofrat Professor Dr. Wallot-Dresden, II. Bürgermeister Blankenstein-Schöneberg, Stadtbaurat Egeling- 
Schöneberg, Rechtsanwalt und Stadtverordnetenvorsteher-Stellvertreter von Glasenapp-Schöneberg, Architekt 
und Stadtverordneter Kuznitzky-Schöneberg, Justizrat und Stadtverordneten-Vorsteher Reinbacher-Schöneberg, 
Oberbürgermeister Wilde-Schöneberg. 
Die Preise betragen 12000, 9000, 6000 und zwei mal je 3000 Mk; außerdem behält sich der Magistrat 
das Recht vor, weitere Entwürfe auf Antrag des Preisgerichtes zum Preise von je 1000 Mk. anzukaufen. 
Als Bauplatz für das Rathaus ist der Östliche Teil des aus dem beigefügten Lageplan ersichtlichen 
städtischen Baublockes mit der Maßgabe bestimmt, daß von dem Gelände nur der am Rathausplatze gelegene, 
mit den Buchstaben a b c d bezeichnete Teil von etwa 11700 qm Grundfläche für den gesamten Bau einschl. 
der geforderten Erweiterungen in Anspruch genommen werden darf. 
Es wird auf würdige Ausstattung der Fronten ab. und ad. besonderer Wert gelegt. 
Der Bau soll in zwei Abschnitten ausgeführt werden, und zwar ist für das Raumbedürfnis des zunächst 
auszuführenden Bauteiles die Raumbedarfsnachweisung unter A und B, für den Erweiterungsbau die Nach- 
weisung unter C maßgebend. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß bei dem zunächst auszuführenden Bauteil auf 
die künftige Erweiterung derart Rücksicht genommen wird, daß er schon für sich einen abgeschlossenen archi- 
tektonischen Eindruck macht, ehe die Erweiterung ausgeführt wird. Eine Hauptbedingung ist die Anordnung 
von Iluftigen, besonders aber hellen Räumen. Die Anlage der Bureauräume und die Bauart der Zwischen- 
wände ist so zu wählen, daß durch Entfernen oder Einschalten leichter Zwischenwände räumliche Verschiebungen 
leicht bewirkt werden können. 
Bequem gelegen und von außen leicht auffindbar müssen diejenigen Räume sein, in welchen der Ver- 
kehr mit dem Publikum sich lebhafter entwickelt; insbesondere bezieht sich das auf Kassen, Standesamt, Wahl- 
abteilung, Räume für den Stadtausschuß, das Gewerbe- und Kaufmannsgericht. 
Die Wahl der Architekturform ist freigestellt. In der äußeren Erscheinung muß der Charakter eines 
Rathauses deutlich zum Ausdruck gebracht werden. 
Raumbedarfs-Nachweisung. 
A. Raumbedarf derjenigen Räume, die für eine Einwohnerzahl von 300000 Seelen ausreichend, 
bereits in der ersten Bauperiode in voller Größe auszuführen sind. 
a) Säle. 
1 Bürgersaal KA A NN 
1 Stadtverordneten-Sitzungssaal für 100 Stadtverordnete und 30 Magistrats- 
mitglieder . N NN Ce ee en 300 
1 Magistratssitzungssaal für 30 Mitglieder‘. A a AG60 
450 qm 
” 
Übertrag 910 qm 
 
	        

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