Die seltenen Pflanzen des Böblinger Panzerplatzes
A
Ray (1724: Seite 345, Tafel 15, Figur 3) nach LiNNAEUs (1753: 281, sub Linum
radiola):
Polynom: „Radiola vulgaris serpyllifolia“.
Herkunft: England („On the Common before you come to Chiselhurst; Mr.
Sherand“.).
MICHEL (1729: Seite 22, Tafel 21) nach LiNnaAgEus (1753: 281, sub Linum radiola):
Polynom: „Linocarpum“.
Herkunft: Oberitalien („In agro Florentino provenit, scilicet in Castanearum sylvis
sub Templo Beatissimae Virginis Mariae de Saxo, tum etiam circa Casignanum in
ericetis, necnon in monte Scalari, non longe ab Abbatia Sancti Cassiani, in loco la
Croce di Faule, & alibi“.).
VAILLANT (1727: Seite 33, Tafel 4, Figur 6) nach LINNAEUs (1753: 281, sub Linum
radiola):
Polynom: „Chamaelinum vulgare“,
Herkunft: Umgebung von Paris („Se trouve a Bondy & a Villedavray“.).
8. Spergularia rubra (L.) J. et K. PRESL
BAUHIN et al. (1651: Band 3, Seite 722, Figur rechts) nach Presı (1826: 160) vgl.
Abb. 11:
Polynom: „Spergula purpurea“.
Herkunft: Umgebung von Stuttgart-Vaihingen („itineri a Beblingen versus Stugardiam
prope pagum Faingen an den fildern“...).
Logser (1703: Seite 203, Tafel 63) nach LiNNAEUs (1753: 423, sub Arenaria rubra 0.
cambpestris):
Polynom: „Polygonum foliis gramineis Spergulae capitibus“.
Herkunft: Preußen („Hinter Juden Kirch am Wege nach Selnicken zu. Item secus
viam, qua itur nach Neuhausen“.).
Wie die Aufstellung erkennen läßt, handelt es sich insgesamt um 14
verschiedene Quellen, die ikonographisch ausgewertet werden konnten.
Erwartungsgemäß finden sich in den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts
nur 3 Abbildungen, wenn man das posthum erschienene Werk von BAUHIN
et al. (1650-51) dazurechnet, dessen Vorarbeiten bis ins 16. Jahrhundert
zurückreichen (siehe Anmerkung zu Peplis portula). Von den insgesamt 8
untersuchten Arten hat LINNAEUS (1753) allein 7 Taxa neu beschrieben und
zwar 6 auf der Rangstufe der Art und eines auf der Varietät. Später wurden
Scirpus setaceus L., Linum radiola L. und Arenaria rubra L. in eine andere
Gattung und die Varietät (Gentiana centaurium y) in den Artrang
überführt, Lediglich Eleocharis ovata (ROTH) ROEM. u. SCHULT. wurde in
der Folgezeit von RoTH (1793: 562, sub Scirpus ovatus ROTH) als neue Art
erkannt. Die frühen Abbildungen aus den Kräuterbüchern hat LINNAEUS
(1753) nicht zitiert, bei einigen Arten führen nur die nackten Polynome
(C. BAUHIN 1620, 1623) ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Bei ihm stehen
die Werke des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts im
Vordergrund, die durch detailgenauere Zeichnungen ausgezeichnet sind.
Aber auch bei diesen hat er nicht alle publizierten Abbildungen zitiert, wie
die obige Liste zeigt. Einen ikonographischen Höhepunkt stellt dabei das
Werk von VAILLANT (1727) dar, in dem neben den hier aufgeführten
Beispielen noch eine ganze Reihe weiterer Zwergpflanzen aus dem
Jh. Ges. Naturkde, Württ. 151 (1995)