Full text: Deutsche Konkurrenzen (1896, Bd. 6, H. 61/72)

  
   
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Nach einer allgemeinen Besprechung der Grundsätze, wonach bei der 
Beurteilung der Entwürfe zu verfahren sei, besonders bei Ermittelung der Bau- 
summen, mit Rücksicht auf die Kölner Preise, wurde zu einer gemeinschaft- 
lichen Besprechung der einzelnen Entwürfe übergegangen, wobei eine Sichtung 
in der Weise vorgenommen wurde, dass alle die Entwürfe ausgeschieden 
wurden, welche wegen augenscheinlicher Fehler in der Grundriss - Anordnung 
oder wegen unkünstlerischer Gestaltung des Aeusseren, oder endlich wegen 
zu hoher Baukosten bei der Bewerbung um einen der Preise nicht in Betracht 
kommen konnten. Es waren dies 26 Entwürfe. 
Somit blieben noch im Bewerbe 31 Entwürfe, die nunmehr einer weiteren 
und eingehenderen Prüfung unterzogen wurden, Dieselbe hatte zur Folge, 
dass weitere 19 Entwürfe ausgeschieden wurden. 
Die somit zur engeren Wahl kommenden Pläne wurden nun von den 
Preisrichtern auf die eingehendste Weise kritisiert und sind die Gesichtspunkte 
in dem, dem Protokolle beigefügten Anhange zum Ausdruck gekommen, 
Bei der im Bauprogramm auf das bestimmteste ausgesprochenen Be- 
dingung, dass die Bausumme von 500000 Mark unter keiner Bedingung über- 
schritten werden dürfe, musste nunmehr diese in erster Linie bei der weiteren 
Beratung in ihr Recht treten, und mussten infolgedessen mehrere der besseren 
Entwürfe zum Bedauern der Preisrichter aus dem Bewerbe ausscheiden, nach- 
dem durch genauere Nachrechnung sich herausstelle, dass die Baukosten sich 
bei diesen Entwürfen um mehr als 5° der im Erläuterungsberichte ange- 
gebenen Summe noch erhöhen würden. Es kam dann als weiterer entschei- 
dender Gesichtspunkt die Stilfrage zur Geltung. Wenn auch den Verfassern 
die Wahl in dieser Hinsicht freigestellt war, so musste doch angenommen 
werden, dass für das geplante Gebäude eine solche Stilform gewählt werde, 
die sich nicht nur für den Zweck besonders eigne, sondern auch der Lage des 
Gebäudes, von der von zwei Türmen flankierten mittelalterlichen Stadtmauer, 
welche für immer zu erhalten ist, Rechnung trage. Die Preisrichter waren 
einstimmig der Ansicht, dass mit Rücksicht auf die Nähe dieser alten Bauteile 
der Stadtumwallung eine strenge italienische Renaissance, als in dem gegebenen 
Rahmen nicht hineinpassend, ausgeschlossen werden müsse. 
Nach längerer Beratung kam das Preisrichter- Kollegium nun zu dem 
betrübenden Schlusse, dass unter Berücksichtigung auch dieser Gesichtspunkte 
von den noch in Wahl stehenden zwölf Arbeiten zehn ausgeschieden werden 
mussten, und zwar: „Für deutsche Kunst“, „Kunstgewerbe“, ‚Wilhelm 
Vernickel“, „„S. Gereon‘, L.Kunstgewerbe‘‘], „St. Gereon“, ‚„Flink‘“, „Peter 
Vischer“, „Fertig“ (rot), „Fragezeichen“. Es blieben somit nur zwei Arbeiten, 
welche den gestellten Bedingungen entsprachen und denen Preise zuerkannt 
werden konnten: No. ı5 mit Motto ‚Kölsch Häzz, Kölsch Huhs‘, No. 30 
mit Motto „Am Rhein‘, Zwischen diesen beiden Entwürfen kam es nun zur 
Abstimmung, da bei der annähernden Gleichwertigkeit der Arbeiten eine 
andere Einigung der Preisrichter über die Verteilung der beiden ersten Preise 
nicht erzielt wurde, Das Resultat der Abstimmung war, dass der Arbeit mit 
dem Motto „Am Rhezn‘ der erste Preis mit 2500 M., dem Entwurf „Kölsch 
Häzz, Kölsch Huhs“ der zweite Preis mit 1500 M. zuerkannt wurde. 
Nach dem Programm ‚musste nun auch der dritte Preiszur Verteilung 
kommen, indes konnte das Preisrichter-Kollegium, ohne Ausserächtlassung der 
Bedingungen des Programms, diesen Betrag als Preis‘ nicht zuerkennen, und 
beschloss deshalb, noch einen Entwurf aus den zuletzt ausgeschiedenen zehn 
Entwürten auszuwählen, der relativ der beste und den Bedingungen und 
sonstigen künstlerischen Anforderungen am meisten entsprechende sei. Durch 
Abstimmung wurde beschlossen, dem Verfasser des Entwurfes ‚, Wz/helm Ver- 
nickel“ den: Betrag des dritten: Preises mit 1000 M., zuzuerkennen, wenn er 
dafür seinen Entwurf in das Eigentum der Stadt Köln übergehen lasse, 
Es wurde nun zur Eröffnung der Umschläge geschritten, und ergab sich 
als Verfasser der Arbeit „Am Rhein“ Herr Architekt Z. Hagberg-Berlin, der 
Arbeit „Kölsch Häzz, Kölsch Huhs‘ Herr Architekt /ranz Brantzky-Köln 
und der Arbeit ,, Wzlhelm Vernickel“ die Herren Architekten Thyriot & Berger- 
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