Title:
Deutsche Konkurrenzen
Creator:
Neumeister, Albert Häberle, Ernst
Shelfmark:
XIX/493.4-6,1896
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554189511460_1_1896/292/
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
    
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
   
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
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nach der Bremerstrasse verlegt, da sie nach anderen Seiten hin ungünstig für 
die Erscheinung des Aeusseren wirken würde. Die Fenster in den Sammlungs- 
sälen des Erdgeschosses sind zu schmal und die Pfeiler daselbst mit 3,5 m 
Breite zu gross, so dass die Beleuchtung dieser Räume zu wünschen übrig 
„lässt. - Die in Formen der Renaissance gehaltene Aussenarchitektur wirkt etwas 
unruhig, namentlich an den Ecken durch Häufung der Giebel. Im übrigen 
hat der Entwurf den Vorzug, dass bei nur teilweisem Ausbau die Hauptfronte 
doch als vollständig sich darstellt, wobei der zwecklose Eckturm in Fortfall 
kofnmen müsste. Die Kosten pro kbm mit 17.50 M. sind zu niedrig bemessen, 
unter Annahme von 20 M. würde sich eine Kostensumme von 571240 M. ergeben. 
No. 30. „4m Rhein‘“. Der Grundriss ist klar und einfach, der Eingang 
vom Hansaring ist etwas nach der rechten Ecke geschoben, anschliessend die 
Haustreppe. Um einen 19 m im Quadrat grossen Lichthof hat der Verfasser 
zunächst eine 3,50 m breite Galerie herumgeführt und daran anschliessend die 
Ausstellungsräume so angeordnet, dass sieben Säle und der Saal für moderne 
Innenausstattung im Erdgeschosse und acht Säle mit der Bibliothek und dem 
Lesesaale in der.ersten Etage angenommen sind. In der Anordnung der letzteren 
ist der Autor nicht glücklich gewesen, da es erwünscht sein muss, die ganze 
Bücherei mehr in die Nähe des Eingangs zu bringen, als geschehen ist, um 
die Sammlungen von dem Besuche der Bibliothek ‚unabhängig zu machen. 
Es dürfte sich deshalb empfehlen, die Anordnung so zu treffen, dass der Saal 
für moderne Innenausstattung an Stelle des Lesesaales in das obere Geschoss 
gelegt wird. Das Aeussere des ganzen Baues wird auch in dem ersten Stadium 
ein gut abgeschlossenes Ganze bilden. Die Architektur ist im Inneren wie 
im Aeusseren interessant und das Ganze wird bei dem Preise von 20 Mark 
pro Kubikmeter umbauten Raumes ausführbar sein, 
No. 47. »„?“. Der Verfasser hat den Grundriss so gestaltet, dass eine 
malerische Gruppierung des Aufbaues von hübscher Wirkung sich ergiebt. 
Die Lage des Einganges,. der Haupttreppe und die Anordnung .der Säle im 
östlichen Flügel sind geeignet, den Entwurf zu den besten zählen zu können, 
leider ist die Anordnung des Saales für moderne Innenausstattung ganz verfehlt, 
Es ist dieser Raum als in sich abgeschlossen gedacht gewesen, mit guter Seit- 
licher Beleuchtung, während er in dem Projekte als grosse Halle mit unteren 
und oberen Umgängen erscheint, so dass für eine behagliche Möblierung sich 
nirgendwo die nötigen Flächen ergeben. Auch die oberen Galerien, die 2,6 m 
breit sind, bieten keine Gelegenheit zur Aufstellung von Museumsstücken, da 
nach der einen Seite Fenster, nach der anderen die Bogen nach der Halle zu 
liegen, und somit keine Wandfläche verbleibt. Dieser Teil des Planes müsste 
eine wesentliche Umarbeitung erfahren, Die Anordnung der Bücherei ist gut, 
weil sie dicht am Eingange gelegen und zugänglich ist, ohne die übrigen 
Museumsräume zu berühren, Die Beleuchtung der Räume ist eine günstige. 
Die Lage von Aborten und besonders deren Zugänglichkeit ohne Vermittelung 
aus dem Ausstellungssaale ist nicht zu empfehlen. Die Rücksichtnahme des 
Verfassers auf die Bodenverhältnisse und die Anlage des Wasserhofes sind wohl 
als zu weitgehend zu bezeichnen, Die Architektur ist einfach aber ansprechend 
und würde dem Zwecke und den Mitteln entsprechen, nur würde von einem 
Putzbau abzusehen sein; auch würde die Anbringung des Hessenturmes wohl 
nur ein Vorschlag bleiben, Im ganzen ist es zu bedauern, dass der Verfasser 
in dem Grundrisse die missverstandene Anlage der Halle angeordnet hat; hier- 
durch hat er nicht nur eine wesentliche Aufgabe des Programms nicht gelöst, 
sondern kommt durch diese zu viel Raum in Anspruch nehmende Halle auf 
einen Kubikraum von 30944 cbm und würde er das Kubikmeter mit etwa 
13 Mark herzustellen haben, was nicht anzunehmen ist. Von dieser Annahme 
kann auch nicht abgegangen werden, wenngleich der Verfasser sich erbietet, 
das Ganze für 500000 Mark auszuführen. Der Plan ist mit feinem künst- 
lerischem Empfinden entworfen, dass es zu bedauern ist, ihn, weil nicht in 
allen Teilen gelungen, nicht mit einem Preise auszeichnen zu können. 
Abbildung des Ausführungsentwurfs befindet sich in den K.-N. Januar 1807. 
 
        

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