Full text: Deutsche Konkurrenzen (1901, Bd. 12, H. 133/144)

  
  
  
  
  
  
  
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liegende Thüren. Im Innern fehlen Verbindungen der Gänge unter- 
einander in der Nähe der Eingänge. Die inneren Raumverhältnisse 
sind gut, wenngleich die Gewölbe der Kreuzarme etwas gedrückt er- 
scheinen. Die Kunstformen des äusseren Aufbaues erinnern wenig an 
den märkischen Backsteinbau. Charakteristisch ausgebildete Giebel fehlen 
ganz, Der einzige grössere Giebel über dem Triumphbogen ist schwer- 
fällig. Der Turm. ist übertrieben schlank, WUebrigens aber ist die 
Gruppenwirkung recht ansprechend und reizvoll. Die Programm - Be- 
dingungen sind im wesentlichen erfüllt, die Kostensumme wird eingehalten. 
No. 6, „Linde“, 
Die Stellung auf dem Bauplatze ist gut gelöst, der Lichteinfall 
während der Vormittagsstunden günstig. Der Eingang durch die als 
Versammlungsraum dienende Vorhalle ist in eigenartiger Weise gelöst, 
aber die Windfänge sind hier und bei einer der Emporentreppen zu 
klein. Der Versammlungssaal ist nur schwach, aber vielleicht noch 
ausreichend beleuchtet, Die Gänge zwischen dem Gestühl haben an 
den Eingängen keinen Zusammenhang. Die Zahl der verfügbaren Steh- 
plätze ist zu gering. Die Widerlager der Gewölbe sind unzureichend. 
Die innere Raumgestaltung ist zwar nicht ungünstig, aber die Höhen- 
entwicklung ist grösser als nötig. Dadurch wird die Kostengrenze des 
Programms überschritten. Die äusseren Kunstformen sind nicht im 
Geiste des märkischen Backsteinbaues erfunden und auch nicht überall 
befriedigend, die Gruppenwirkung des Ganzen jedoch nicht übel, 
No. 11. „Geht’s so?“ 
Der Entwurf löst die vorliegende Aufgabe in durchaus geschickter 
und angemessener Weise. Wo sich Mängel vorfinden, würden sie bei 
einer weiteren Durcharbeitung zu beseitigen sein. Kirche und Pfarrhaus 
haben auf dem Bauplatz eine zweckmäfsige Lage erhalten. Die An- 
ordnung der Sitzplätze in der Kirche ist einwandfrei, mit geringen 
Ausnahmen ist von allen Plätzen der freie Ausblick nach Kanzel und 
Altar ermöglicht. Zugänge und Treppen sind dem Verkehr entsprechend 
gut verteilt und in den Abmessungen genügend. Als ein Mangel ist 
die etwas komplizierte und gesuchte Ausbildung des Haupteinganges 
zu bezeichnen, die auch im Aufbau unruhig wirken würde. Die Orgel 
ist auf der Empore, nicht, wie sonst üblich, in der Hauptaxe der Kirche, 
sondern seitlich davon aufgestellt, eine Anordnung, die in dem vor- 
liegenden Falle entschieden Vorzüge hat. Freilich hat sie zu einer 
unsymmetrischen Durchbrechung der angrenzenden Wände geführt und 
damit die Einheitlichkeit und Geschlossenheit des Kirchenraumes be- 
einträchtigt. Fraglich erscheint, ob an einzelnen Stellen, z. B. am Chor, 
die Wände zur Aufnahme des Gewölbeschubs stark genug bemessen 
sind. Die Architektur des Bauwerks ist innen und aussen mit Geschick 
behandelt, wenn sie auch hier und da einige Härten und Ungleich- 
heiten aufweist. 
  
  
Bauausführung. 
Die Ausführung erfolgt nach dem prämiierten Entwurf von Prof. 
H. Stier -Hannover mit der unerheblichen Aenderung, dass des besseren 
Aussehens der Strassenfassade wegen die Orgel und das niedrige Seiten- 
schiff von der linken auf die rechte Seite der Kirche verlegt werden, 
Damit kommt auch die Kanzel in bequemere Lage zur Sakristei. 
 
	        

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