Full text: Deutsche Konkurrenzen (1907, Bd. 21, H. 241/252)

  
  
  
  
  
  
  
  
Der Unterbau des. ovalen Nebensaales, welcher auch die Verbindung zwischen Garderobe- 
halle und Garten herstellt, ist in nicht ganz zu rechtfertigender Weise mit Aborträumen 
ausgefüllt. Das Podium erscheint zu weit hinausgeschoben, wodurch bei musikalischen 
Aufführungen die Mitverwendung des Nebensaales erschwert wird. Restaurations- und 
Gesellschaftssäle haben eine reizvolle Durchbildung erhalten, doch ist die Lage der 
Küche im Untergeschoss nicht zweckmässig. Die innere Ausgestaltung des grossen 
Saales ist von monumentaler Wirkung, die Fassaden zeigen eine meisterhaft durch- 
geführte und vornehme Behandlung. 
Entwurf No. 18 „St. Salvator“. Die Räume für Garderoben sind ausreichend 
und zweckmässig angeordnet. Der Nebensaal steht in guter Verbindung mit dem 
Hauptsaal, der letztere hat jedoch wegen seiner Lage im Erdgeschoss eine übermässige 
Höhe erhalten. Das Podium ist in seinen Abmessungen nicht ausreichend. ‚Die Ver- 
bindung des Hauptsaales, sowie der Restauration mit der Gartenterrasse ist durch die 
gewählte Anlage von Nebenräumen und eines Wirtschaftshofes nicht zweckmässig gelöst, 
Der Aufbau wirkt durch die starke Gliederung der Massen unruhig, 
Entwurf No. 36 „Mühle“ (gezeichnet). Der Entwurf zeigt eine in‘ Hakenform 
geplante klare und gute Grundrissanlage mit dem Haupteingang am Salvatorplatz und 
einer gedeckten Unterfahrt an der Modenheimerstrasse. Der Nebensaal, sowie die 
Restaurations- und Gesellschaftsräume mit den Büffets sind musterhaft angeordnet und 
mit offenen Hallen und Terrassenanlagen verbunden, die den Konzertgarten einschliessen. 
Der grosse Saal hat geschickte Abmessungen, eine horizontale Decke und gute Be- 
leuchtung; die eingebauten Galerien sind von geräumigen Wandelhallen aus zugänglich; 
die Wirtschaftsräume liegen im Untergeschoss. Der Aufbau ist malerisch gruppiert, 
mit schöner Umrisslinie versehen und mit bescheidenem Aufwand architektonischer 
Einzelheiten sowohl nach dem Platz, wie nach dem Park musterhaft ausgebildet. 
Eine Schwenkung des Gebäudes zur Herbeiführung einer rechtwinkligen Stellung zum 
Park dürfte zu empfehlen sein, 
Entwurf No. 50 „Spectator‘, Der Grundriss zeigt eine im allgemeinen zweck- 
mässige Raumgruppierung durch die Anlage getrennter Eingänge für den Fussgänger 
und den Wagenverkehr, einer geräumigen Garderobenhalle unter dem Hauptsaale und 
zahlreicher den Verkehr im Hause erleichternder Treppen, Der Nebensaal ist mit 
dem grossen Saale in gute Verbindung gebracht, ebenso die Restauration mit dem 
Konzertgarten. Zu beanstanden ist die Lage der Aborträume für das Saalpublikum, 
Der Aufbau entbehrt einer einheitlichen architektonischen Wirkung und ist in der 
Silhouette nicht glücklich gelöst. 
Entwurf No. 82 „Sonate“. Der Entwurf ist eine erfreuliche künstlerische Leistung 
und weist in langgestreckter, geschlossener Grundrissform gute Raumbildung mit ge- 
räumigen Treppen, Vorplätzen und Kleiderablagen auf. Letztere sind mit den Abort- 
anlagen in einem besonderen Zwischengeschoss geradezu vorbildlich angeordnet; der 
erforderliche Verkehrsraum neben und zwischen den Sitzreihen im Hauptsaal ist 
reichlich bemessen. Durch. diese Vorzüge wurde naturgemäss der umbaute Raum und 
damit die Bausumme erheblich gesteigert. Dagegen ist der Aufbau in so einfachen 
und doch sehr gefälligen Formen und Verhältnissen geplant, dass hierdurch anderen 
Entwürfen gegenüber an den Baukosten wesentliche Ersparnisse zu erzielen sind, 
Zu loben ist die geschickte Anordnung der Gesellschaftsräume und der Tagesrestauration 
mit vorgelagerter Terrasse im Erdgeschoss und die als Variante vorgeschlagene recht- 
winklige Stellung des Gebäudes zur Parkanlage und die hieraus sich ergebende trapez- 
förmige Gestalt der Plätze vor und neben dem Saalbau. Die dadurch gewonnene 
Platzerweiterung lässt die gesteigerte Höhenentwickelung des Gebäudes noch erträglich 
erscheinen. 
Entwurf No. 86 ‚Symphonie‘. Die Stellung des Gebäudes zum Park ist zu loben, 
insbesondere der Parkeingang. Wenn es gelingt, den Vorraum günstiger auszugestalten, 
So ist die Achsendrehung kaum zu beanstanden. Die Garderobe liegt sehr zweckmässig 
und kann, da für die Galerie besondere Kleiderablage vorgesehen ist, genügen. Der 
Fortsetzung auf Seite 32.) 
g 32.) 
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.