Full text : Deutsche Konkurrenzen (1907, Bd. 21, H. 241/252)

No. 51. Kennwort „ Waldgrünes Thüringland“,

Untergeschoss: Die Dienerwohnung ist mit besonderem Eingang an der Ecke
der Bachstrasse und Goldgasse angeordnet. Das städtische Archiv liegt an der Ecke
der Bachstrasse und Fleischergasse.
Erdgeschoss: Der Eingang findet auf einer überdachten Doppeltreppe von der
Bachstrasse aus statt. Die Wartehalle liegt auf der Ecke der Bachstrasse und Goldgasse,
 der mit 5 Fensterplätzen versehene Kassenraum daneben an der Goldgasse.
Die Räume des Standesamtes sind an der Ecke der Bachstrasse und Fleischergasse
angeordnet. Ein geräumiger, genügend heller Vorraum befindet sich vor der Treppe.
I. Stock: Die Wohnung des Oberbürgermeisters ist zweckmässig und geräumig.
Die Zuziehung eines Beratungszimmers zu den Gesellschaftsräumen ist gewahrt. Die
Anlegung einer Nebentreppe ist als erwünscht zu bezeichnen.
IL. Stock: Der Gemeinderatssaal liegt an der Ecke der Bachstrasse und Fleischergasse,
 die Reservezimmer an der Goldgasse.
Aeusseres: Die äussere Erscheinung des Gebäudes ist in einfachster Ausführung
als Putzbau mit steilem Ziegeldach und Staffelgiebeln entworfen und wirkt namentlich
durch die gut abgewogene Massenverteilung. Die Ausführung ist im Rahmen der
verfügbaren Bausumme möglich.

No. 54. Kennwort „Sz dies placel“,

Der Verfasser hat die im Ausschreiben für die Sparkasse gestellten Bedingungen
im allgemeinen eingehalten.
Die 50 qm grosse Wartehalle ist an bevorzugter Lage der Bachstrasse angeordnet
 und gewährt einen freien Ueberblick über die Kasse. Von der Kasse aus
sind ausser dem Warteraum direkt zugänglich das als spätere Hauptkasse sich gut

eignende Vorstandszimmer, der Tresor und die Registratur.
Das Standesamt ist mit den geforderten Räumen an die Fleischergasse gelegt;
das Wartezimmer wäre aber besser in direkter Verbindung mit dem Eheschliessungszimmer.


ig ist die Unterbringung des Archivs im Flügel der Goldgasse gegen

+

elöst ist die Grundrissbildung der Bürgermeisterwohnung. Um die ge-Diele
 gruppieren sich die eigentlichen Wohnräume, nämlich Salon, Speisezimmer,
Herrenzimmer und Wohnzimmer. Die Schlafzimmer sind geräumig und zweckmässig
an der Bachstrasse angeordnet. Nachteilig ist die Lage der Küche an der Fleischergasse,
 also rein nach Süden. Die Beratungszimmer sind zweckmässig an der Goldgasse
angeordnet.
Der Ger

ausserdem )}

ratssaal nimmt beinahe die ganze Front der Bachstrasse ein,
eräumige Wandelhalle und genügende Nebenräume vorhanden.
Ill noch die Anlage geräumiger Treppenhäuser und gut belichteter

 

 

assade lässt deutlich die Zweckbestimmung des Gebäudes erkennen und ist
zügig ausgearbeitet. Gemeinderatssaal und Sparkasse treten auch äusserlich hervor.
Als Nachteil muss die ungenügende Geschosshöhe (im Erdgeschoss und I. Obergeschoss
 nur 3,20 m) und die geringe Ausnutzung des Bauplatzes an der Bachstrasse
bezeichnet werden.

No. 104. Kennwort „Bürgerstolz“.

Der Entwurf „Bürgerstolz“ steht in Betreff seiner Grundrissdisposition leider
nicht auf der Höhe der äusseren Gestaltung des Bauwerks. )
So ist es nicht statthaft, den Zugang vom Wartezimmer zum Eheschliessungszimmer
 durch das Zimmer des Standesbeamten hindurchzunehmen, die Belichtung
des Aktenraumes ist ungenügend und die Lage der Aborte an dem Warteraum der
Sparkasse erscheint bedenklich.
Auch im I. Obergeschoss sind die Lagen und Grössen einzelner Räume der
Wohnung ungünstig und die Belichtung einzelner Teile des Korridors ungenügend,
(Fortsetzung auf Seite 32.)

 

 

 
            
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