Full text: Deutsche Konkurrenzen (1907, Bd. 21, H. 241/252)

  
  
  
  
  
  
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Die Ergebnisse dieser Vorprüfung wurden tabellarisch zusammengefasst, sie bilden einen 
Bestandteil der Vorlage. 
Laut Artikel V des Preisausschreibens wurde eine Bausumme von höchstens 500000 Mark in 
Aussicht genommen und dabei gesagt, dass Entwürfe, welche dieser Bestimmung nicht genügten, 
auszuscheiden wären. 
Das Preisgericht bestimmte nach der Vorlage der Ausrechnungen der eingegangenen Entwürfe, 
dass eine Ueberschreitung von bis zu 15°o der genannten Bausumme zulässig sei, so dass Entwürfe, 
welche nach den Ausrechnungen noch um 575000 Mark herzustellen wären, von der Konkurrenz 
nicht auszuschliessen seien. 
Unter diesem Gesichtspunkte wurden die eingelaufenen Arbeiten bei einem ersten gemeinsamen 
Rundgang aller anwesenden Preisrichter durchgesehen und besprochen und auf ihren Wert und ihre 
Brauchbarkeit geprüft. 
Die Prüfung ergab, dass ı2 Entwürfe wegen Verstösse gegen das Programm, wegen technischer 
und ästhetischer Mängel und wegen zu hoher Kosten von vornherein auszuscheiden hätten, 
Ein zweiter Rundgang und eine weitere Prüfung ergaben, dass weitere 12 Entwürfe wohl 
bemerkenswerte Lösungen aufwiesen, dass sie aber doch in künstlerischer Beziehung nicht den gestellten 
Anforderungen in vollem Mafse genügen konnten und gegen die übrigen vorhandenen zurücktreten 
mussten. 
Es blieben sonach für die engere Wahl die Entwürfe: 
No. 1: „Aufgeklebte Jubiläumsmarke‘, No. 2: „Gezeichnete Eule‘, No. 5: „O. V. G. (ver- 
schlungen), No. 7: „Mannheim‘, No. 8: „Geschlossene Anlage“, No. 9: „Jubiläumszeit‘“, No. 12: 
„Pfalzgraf‘“, No. 19: „Mit Vorgarten‘, No. 22: „Saluti omnium‘“, No. 23: „„Sterbeglöcklein‘‘, 
No. 27: „Innen klar, aussen wahr‘‘, No. 32: „Vorhof‘‘. 
Die eingehende genauere fachmännische Prüfung dieser Entwürfe wurde von den technischen 
Mitgliedern des Preisgerichtes allein übernommen, in engster Fühlung derselben untereinander, Bei 
dieser wurde einstimmig festgestellt, dass auch die beiden Entwürfe: 
No. 8: „Ceschlossene Anlage‘‘, No. 7: „Mannheim‘‘ 
in die vorhergegangene Klasse zu versetzen seien, sodass nur noch 10 Entwürfe für die engste Wahl 
übrig blieben. 
Nach vollzogener Prüfung dieser 10 Entwürfe durch die technischen Mitglieder traten die sämt- 
lichen Mitglieder des Preisgerichtes zur gemeinsamen Prüfung und Beratung nochmals zusammen und 
stellten fest, dass die Entwürfe No. 5, No. ı, No. 9 mit den ausgesetzten Preisen zu belohnen seien, 
und dass die Entwürfe No. 2, No. 19 und No. 23 zum Ankaufe empfohlen werden sollen. 
Der zweite und dritte Preis wurden zusammengelegt wegen der Gleichwertigkeit der Arbeiten 
und vom Preisgericht der Beschluss gefasst, zwei zweite Preise zu verteilen, in gleichen Beträgen zu 
3500 Mark, an Stelle eines zweiten und dritten Preises. 
Diese Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. 
Hierauf schritt der Vorsitzende zur Oeffnung der bezüglichen Briefumschläge, in welchen die 
Namen und Adressen der Preisbewerber niedergelegt waren. 
Es ergaben sich danach folgende Verfasser: 
Für den I. Preis: No. 5, Kennwort: „0. 7. GG.“ (verschlungen): Herr Architekt Z. Dörzng in Mannheim. 
Für einen II. Preis: No. ı, Kennzeichen: ‚, /zbzläumsmarke‘‘; Herr Architekt Karl Wiener in Mannheim. 
Für einen IL. Preis: No. 9, Kennwort: ‚, /ubzldumszert‘: Herren Ferd, Elstner und Wilhelm Peter, 
Architekten in Karlsruhe, 
Die Verfasser der Entwürfe, welche zum Ankauf empfohlen wurden, sind: 
1, Herr Rudolf Trillessen in Mannheim, No. 2, Kennzeichen: ‚,(Zezeichnete Eule‘, 
2. Herr Hans Billing in Karlsruhe, No. 19, Kennwort: „Mit Vorgarten‘‘. 
3. Herr P. Winkler in Dresden-Loschwitz, No. 23, Kennwort: ‚,Sterbeglöcklein‘‘. 
Die sämtlichen 12 Entwürfe, welche in die engere Wahl kamen, haben von den technischen 
Preisrichtern eine eingehendere schriftliche Kritik erfahren, die in Originalschrift der auschreibenden 
Stelle zur weiteren Amtshandlung überreicht wird. 
Zur Sache möchten die technischen Mitglieder noch bemerken, dass sich der Bauherr bei einer 
weiteren Bearbeitung der Pläne über die zu wählende Stockhöhe der einzelnen Geschosse schlüssig 
machen möge. 
Wir erachten eine solche von mindestens 4,50 m im Lichten für geboten, unter welches Mafs 
nicht heruntergegangen werden sollte. 
Eine Ausführung derart, wie sie am hiesigen Schlosse gewählt ist, Quadern mit Putzflächen 
gemischt, dürfte als zulässig und würdig erachtet werden, wenn die Mittel für die Ausführung in 
Quadern im Ganzen fehlen sollten. 
Die Anforderung einer höheren Bausumme, im Ganzen also etwa 600000 Mark, dürfte sich 
wohl empfehlen, will man vor Ueberraschungen sicher sein. 
Bauausführung, 
Ueber die Bauausführung hat eine endgültige Entscheidung noch nicht stattgefunden, jedenfalls 
wird aber keiner der aus dem Wettbewerbe mit einem Preise hervorgegangenen Entwürfe zur Aus- 
führung gelangen. 
ei
	        

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